Dieser Mindestlohn ist respektlos | The European

Der Mindestlohn reicht nicht

Dietmar Bartsch8.07.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Um respektlose 15 Cent steigt der Mindestlohn zum 1. Januar 2021 – auf 9,50 Euro die Stunde. Er bleibt damit deutlich unter dem Niveau, das schon heute in Frankreich, den Niederlanden oder Luxemburg gilt.

Menschen nehmen an einer Demonstration gegen die Schließung des Kinos Colosseum an der Schönhauser Allee teil, an einem Fahrrad hängt ein Plakat mit der Aufschrift "Die ganze Zeit nur Mindestlohn und ganz auf einmal gar kein Lohn!". Das Traditionskino in der Hand der Colosseum Betriebsgesellschaft mbH hat vor dem Amtsgericht Berlin Insolvenz angemeldet. Für die Schließung werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise genannt. || Nur für redaktionelle Verwendung, picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Das Mindeste, was ein Lohn leisten muss, ist, dass Menschen von ihm leben können. Zehn Milliarden Euro im Jahr kostet es alle Steuerzahler, weil Menschen genau dies nicht können und “aufstocken” müssen.
Applaudiert und zugejubelt wurde vor kurzem noch vielen Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen – im Einzelhandel, in der Pflege. Nach Feierabend müssen viele von ihnen zum Amt, weil der Lohn nicht reicht. Auf mindestens 12 Euro müsste der Mindestlohn steigen, damit Menschen von ihm leben können und im Alter eine Rente erwarten können, die wenigstens oberhalb der Grundsicherung liegt.
Aber statt auf mindestens 12 Euro, steigt der Mindestlohn auf 10,45 Euro. Allerdings erst in zwei Jahren, zum 1. Juli 2020.
Das zeigt: Die Mindestlohnkommission ist in ihrer jetzigen Form nicht haltbar. Sie ist unfähig, einen Mindestlohn zu ermöglichen, von dem Menschen, die sich jeden Tag abrackern, anständig leben können.
Quelle: Dietmar Bartsch Facebook
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