Und du so, Deutschland?

von Dessislava Kirova11.11.2014Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Die deutsche Mehrheitsgesellschaft muss endlich anfangen, ihre muslimischen Mitbürger zu respektieren – und auf die Frage antworten, was Deutschland eigentlich zu bieten hat.

In Deutschland ist die Idee der Multikulti-Gesellschaft schon seit einiger Zeit tot und begraben (zurecht). Seit nun das Phänomen der _home-grown terrorists_ auch unsere Gesellschaft erreicht und junge deutsche Muslime nach Syrien und Irak reisen, um für den IS zu kämpfen, heißt es wieder verstärkt: „Viel Spaß, wenn du Muslim bist.“

Wir haben ein massives Problem. Und ich meine ausnahmsweise nicht den radikalen Islam oder den politischen Islamismus. Die Haltung Deutschlands gegenüber Mitbürgern, die nicht europäisch oder christlich sind, hat sich seit den 1950er-Jahren wenig verändert. Die Politik und auch zum großen Teil die Presse, also die meinungsführende Avantgarde, die die Gesellschaft in ihrer Breite erreichen und bilden soll, leugnet, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Die einzigen Momente, in denen das Thema groß und weitreichend in Erscheinung tritt, ist, wenn es um die gescheiterte Multikulti-Gesellschaft, „Parallelgesellschaften“, „Ehrenmorde“, Salafistenmilizen oder Armutsmigration geht. Es wird gemeckert und beschuldigt, verlangt und diktiert. Man sucht vergebens nach Respekt für unsere muslimischen Mitbürger. Es herrscht Verdrängung seitens der Politik und der Gesellschaft. Und wenn dies nicht mehr möglich ist, zückt man die Karte der wehrhaften Demokratie –

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