Niemand kann mich zwingen, meine Ermittlungen zu stoppen. Niemand. Luis Moreno Ocampo

Hintergrund

Einsame Insel

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Kann es ein Happy End für die Beziehung zwischen Großbritannien und der EU geben, oder sind alle Verhandlungen verlorene Liebesmüh?

Hintergrund

Nur 33 Kilometer trennen die weißen Kreidefelsen Dovers vom europäischen Festland. Und doch scheint es, als lägen Welten dazwischen. Großbritannien und die EU, das ist die politische Seifenoper Europas: Erst gab es Flitterwochen, dann Krise. Man zankt und verträgt sich wieder. Dann folgt die nächste Krise. Kann das gut gehen?

Es ist eine Beziehung, deren Anfangstage bereits von Ambivalenz geprägt waren. Als der Architekt des europäischen Projektes, Jean Monnet, 1951 zum ersten Mal nach London reiste, um über einen Beitritt Großbritanniens zur geplanten Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl zu verhandeln, zeigten sich die Briten interessiert – fragten aber im gleichen Atemzug skeptisch, ob man nach einem Eintritt auch wieder austreten könne. Großbritannien blieb der Gemeinschaft vorerst fern. Gelegentliche Annäherungsversuche gab es aber auch weiterhin. Bis zu seinem EG-Beitritt 1973 verharrte Großbritannien zwischen den Stühlen. Die Insel war hin und her gerissen zwischen „ever closer union“ und „splendid isolation“.

In dieser Zwickmühle steckt das Land auch heute wieder. Selten war die Lust auf einen weiteren Verbleib in der EU so gering. Zwei Jahre ist es her, dass der britische Premier David Cameron eine reformierte EU forderte und den Briten im Falle seines Wahlsiegs ein Referendum über den britischen Verbleib in Aussicht stellte. Zu groß wurde der Druck von euroskeptischen Parteien wie Nigel Farages UKIP, zu laut die Forderungen, das Schicksal Großbritanniens in die Hände der Bürger zu legen, anstatt in Brüssel darüber entscheiden zu lassen.

Soll Großbritannien ein Teil der EU bleiben?

Wenn die Briten im Mai ein neues Parlament wählen, steht also mehr auf dem Spiel als nur die politische Ausrichtung ihres Landes. Jeder Stimmzettel wird auch eine Antwort auf unsere Debattenfrage sein:

Braucht Europa die interne Frontalopposition seitens Großbritannien zur kritischen Selbstreflexion oder verlangsamt das ständige Bremsen der Briten die ohnehin schleppende europäische Integration zu sehr? Darüber wird man sowohl im Vereinigten Königreich als auch im Rest Europas debattieren müssen, denn der Platz zwischen den Stühlen verringert sich zusehends.

„Ich werde die Briten nicht kniend anflehen, zu bleiben“ betonte jüngst EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. „Man sollte nicht zusammenbleiben, wenn die Bedingungen auf einmal andere sind als zu Anfangstagen. Es ist einfach, sich zu verlieben, doch schwierig, verliebt zu bleiben.“ Doch genau um die Veränderung ebendieser Bedingungen geht es David Cameron und den schätzungsweise 40 Prozent der britischen Bevölkerung, die sich für einen Austritt aussprechen. Ein Paartherapeut war nie notwendiger.

„Die zweite Ehe ist der Triumph der Hoffnung über die Erfahrung“, schrieb der britische Sprachwissenschaftler Dr. Johnson einst. Hoffen wir, dass es in diesem Fall bei der ersten bleibt.

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Brexit-Votum und die Frage nach den Mehrheiten

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Das Brexit-Endspiel

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