Wer Hartz IV erhält, darf nicht nur herumgammeln, sondern muss dafür etwas als Gegenleistung erbringen. Volker Kauder

Hintergrund

Der Muff von 43 Jahren?

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Die in New York stattfindenden Proteste sind nur der Gipfel einer Renaissance linker Kritik am Kapitalismus. Doch haben die Demonstranten heute neue Ideen, wie mit diesem aufzuräumen sei?

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Vor dem Hintergrund der Finanz- und Schuldenkrise stellten sich sowohl Charles Moore vom Daily Telegraph als auch Frank Schirrmacher, Herausgeber von der F.A.Z. innerhalb eines Monats, die Frage, ob linke Kritik am Kapitalismus gerechtfertigt sei.

Die Welt erlebt eine Neuauflage der Kapitalismuskritik: Seit einigen Jahren manifestieren sich Proteste in Aufständen gegen die Treffen der G7, G8 und G20. Dabei richteten sich die Ablehnung gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung, welche vor allem durch die Weltbank und die Welthandelsorganisation gefördert wird. Im Zentrum der Kritik steht die Deregulierung der Märkte und der damit verbundene Verlust von Rechten sowie sozialen Leistungen.

Aktuell wurde diese Kritik erneut, als im Frühjahr 2007 eine Finanzkrise ausbrach, die durch mit unter durch die amerikanische Immobilienkrise ausgelöst wurde. Diese Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten, sowie einer weltweiten kreditfinanzierten Massenspekulation. Ihren Höhepunkt fand diese Finanzkrise 2008 in dem Zusammenbruch der Großbank Lehman Brothers. Viele Geldinstitute, darunter auch die großen europäischen Banken, mussten durch Fremdkapital- und Eigenkapitalspritzen am Leben gehalten werden.

Die Krise zog einen weiteren Anstieg von Staatsverschuldung in der Eurozone nach sich. Länder wie Irland und Portugal benötigten anschließend Finanzhilfen zu Bedienung ihrer Kredite. Diese Probleme bei der Bedienung von Schulden führten wiederum zu Misstrauen von Investoren und höheren Zinssätzen für weitere Kredite. In der andauernden Eurokrise geht es neben einer Bedienung von Schulden um eine Wiederherstellung des Vertrauens in die Zahlungsfähigkeit diverser Staaten.

In der ebenso hoch verschuldeten USA fand die Kritik an dem kapitalistischen System am 17. September 2011 einen neuen Höhepunkt in den Protesten der Bewegung „Occupy Wallstreet“ in New York. Diese Bewegung gipfelte am 1. Oktober 2011 in der Blockade der Brooklyn Bridge. Die „Occupy Wallstreet“ Bewegung hat sich seitdem auf weitere Städte Amerikas ausgedehnt, unter anderem auf Washington D.C..

Kritiker prangern die immer größer werdende Schere zwischen Armen und Reichen an, weiterhin fordern sie größere Transparenz an Aktienmärkten und höhere Steuern für Wohlhabende. Auch eine größere Verantwortung der Banken wird im Zuge der Kapitalismuskritik von vielen Seiten geäußert, da Steuerzahler für Verluste der Banken geradestehen müssten.

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Kritik der Kapitalismuskritik

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Rainer Zitelmann versus taz-Redakteurin Ulrike Herrmann

3. Dezember, Tübingen: Das Weltethos-Institut veranstaltete ein Streitgespräch zwischen der bekannten taz-Redakteurin und Kapitalismuskritikerin Ulrike Herrmann und Rainer Zitelmann. Hier die Kritik von Zitelmann an den Thesen von Herrmann:

Wir brauchen eine linke Ökumene

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Plädoyer für eine Sammlungsbewegung links der Mitte

"In der Optik der AfD und rechtskonservativer Presseorgane wird das heutige Deutschland von linken „Achtundsechzigern“ oder in deren Geist beherrscht. Diese Betrachtung findet ihren halbwahren Kern darin, dass sie die soziokulturelle Dimension in den Mittelpunkt rückt", meint Peter Brandt.

Links und Nationalismus passen nicht zusammen

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Linksnationalismus ist wie Moslemkatholizismus

Es war zu erwarten, dass die geplante Sammlungsbewegung, die viel Resonanz hat, schlecht geredet wird. Die Gegner versuchen sie als linksnationalistisch zu diffamieren. Dabei ist das Wort Linksnationalismus so sinnvoll wie das Wort Moslemkatholizismus, meint Oskar Lafontaine.

Opfer durch marxistische Gesellschaftsexperimente

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Marxistische Denkmalspflege

Er machte Schulden, spekulierte an der Börse, diffamierte politischen Gegner und hetzte gegen Juden - und dennoch gilt Marx als Vorbild vieler junge Menschen. Ob bei der Gender-Bewegung oder der Multikulti-Ideologie: Neue Gesellschaftsexperimente, die sich leicht in die marxistische Denkmalspflege einfügen und neue Opfer immer hervorbringen, müssen überdacht werden, befindet Wolfgang Ockenfels.

Zitelmann diskutiert mit Kapitalismuskritikern

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Dürfen Reiche alles?

Rainer Zitelmann diskutiert mit einem linken Soziologen, einem antikapitalistischen Kabarettisten, einem vom Kapitalismus bekehrten Bänker, einem von einem Immobilienspekulanten geschädigten Restaurantbesitzer, einer von einem Kapitalanlagebetrüger geschädigten Rentnerin und einer reichen Erbin, die sich vor allem um ihren kranken Hund sorgt im Nachtcafé (Südwestfunk).

Das vatikanische Manifest - I.

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34 Gründe gegen den Kapitalismus - Abrechnung des Vatikans mit den Finanzmärkten

"Die jüngste Finanzkrise hätte uns die Gelegenheit bieten können, eine neue Wirtschaft zu entwickeln, die größeren Wert auf ethische Prinzipien legt und die Finanzgeschäfte neuen Regelungen unterwirft, um ausbeuterischen und spekulativen Absichten einen Riegel vorzuschieben und den Dienst an der Realwirtschaft in den Vordergrund zu stellen", kritisiert der Vatikan. Hier das Orginaldokument.

 
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