Danke, gute Nacht zusammen! Joseph Ratzinger

Hintergrund

Gespalten

Big_8bbede7ff6

Von einer Welt ohne Atomwaffen träumen Idealisten – doch der Atomwaffensperrvertrag stößt an die Grenzen der Realpolitik. Ob Israel, Iran, Nordkorea oder Pakistan: Die Sehnsucht nach der Bombe ist mindestens genauso groß, wie die Furcht vor ihr.

Hintergrund

Atomwaffensperrvertrag: Wem die Vision einer atomwaffenfreien Welt zu unpräzise und politisch nicht umsetzbar erscheint, dem sei ein Blick in den Atomwaffensperrvertrag geraten. In diesem internationalen Abkommen, das offiziell Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) heißt, haben sich 1968 Atomwaffenbesitzer und Nichtkernwaffenstaaten ein Versprechen gegeben: Die damaligen fünf Atommächte (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) verpflichteten sich auf eine vollständige nukleare Abrüstung.

Dafür willigten die übrigen Staaten ein, dauerhaft auf den Erwerb von Atomwaffen zu verzichten. Als drittes Element verständigte man sich, dass man bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie zusammenarbeiten wolle. Auch die Bundesrepublik Deutschland unterschrieb, nach anfänglicher Skepsis aufgrund von Sicherheitsbedenken, den Atomwaffensperrvertrag. Doch man ließ sich ein Hintertürchen offen: Die nukleare Teilhabe sicherte der BRD die Mitsprache in Nuklearangelegenheiten innerhalb der NATO – im militärischen Ernstfall sollten auch deutsche Soldaten in deutschen Kampfflugzeugen amerikanische Atombomben einsetzen können.

Bislang haben 190 Staaten den Vertrag unterschrieben. Indien, Pakistan und Israel lehnen eine Unterzeichnung dagegen ab. Der Status von Nordkorea, das 2003 seinen Rücktritt vom NVV erklärte, ist offiziell nicht geklärt. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Vertrages einigten sich die Vertragspartner 1995 darauf, dass der Atomwaffensperrvertrag unbegrenzt gültig sein soll. Im Mai 2010 findet in New York die nächste Überprüfungskonferenz zum NVV statt. Ein wichtiger Termin für eine Politik der nuklearen Abrüstung.

Die Hoffnung, dass man dabei einen Schritt nach vorne machen kann, ist nicht unbegründet. Denn seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Barack Obama genießen auch die alten Abrüstungsverträge wieder eine höhere Wertschätzung in der amerikanischen Außenpolitik. Obama selbst ließ die Welt bei seinem Besuch in Prag 2009 wissen, dass er sich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen werde. Doch das wird nicht reichen. Die aktuellen Herausforderungen sind groß: Werden auch andere Kernwaffenstaaten, wie China und Indien, ihr Atombombenarsenal reduzieren? Wie lassen sich Länder wie Iran zu einem dauerhaften Verzicht auf die Bombe bewegen? Und wie können internationale Kontrollen mit dem Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie in Einklang gebracht werden?

zurück

Verhandlungsmöglichkeiten mit dem Iran

Medium_5a98f5fe76

Morgen geht die Bombe hoch

Die Linke glaubt, mit dem Mullah-Regime in Teheran kooperieren zu können. Sie irrt. Zu oft hat Präsident Ahmadinedschad betont, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen, zu oft hat er die Atomenergiebehörde an der Nase herumgeführt. Sogar Russland und China trauen der iranischen Regierung nicht mehr über den Weg.

Atomprogramm im Iran

Medium_cb25f25833

Kooperation statt Drohgebärden

Das große Säbelrasseln des Westens gegen die Atompolitik des Iran spielt den Hardlinern in die Hände. Der Weg zum Ziel geht nur über eine vernünftige Kooperation, zu der Teheran in wesentlichen Punkten bereits Zustimmung signalisiert hat. Nur so bleibt die Chance erhalten, den Bau von Nuklearwaffen im Iran zu verhindern.

Nuklearer Terrorismus gegen Israel

Medium_6050080d22

Armageddon-Szenario

Israel lebt in Angst vor nuklearen Terroranschlägen. Chuck Freilich fordert starke Präventionsmaßnahmen gegen einen solchen fundamentalistischen Terror. Für ihn ist es an der Zeit, sich auf ein Armageddon-Szenario vorzubereiten. Unterdessen berieten rund 50 Länder auf dem Atomgipfel in Washington ein internationales Rechtssystem zur weltweiten Atomsicherheit.

Die Bombe

Medium_b102289550

Atom-Achsen sind böse

Während die alten Atommächte ihre Arsenale räumen wollen, träumen böse Staaten und dämonische Schurken vom ultimativen atomaren Schlag gegen ihre Gegner. Iran ist böse, Nordkorea ist böse, die islamistischen Terroristen sind böse. Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass sie an funktionstüchtige Atomwaffen gelangen. Alles.

Atombomben in Deutschland

Medium_a68c715d01

Und tschüss!

Deutschland könnte bald atomwaffenfrei sein: Die neue Regierung will sich für einen Abzug der letzten amerikanischen Atombomben einsetzen. Damit verzichtet Deutschland erstmals seit 40 Jahren auf die technisch-nukleare Teilhabe - und setzt ein Zeichen.

Deutschlands Rolle

Medium_8cee70b696

Brennender Befürworter

Deutschland und der Atomwaffensperrvertrag haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Anfangs überwogen in Bonn die Sorgen, doch die Welt hat sich seit den 60er-Jahren verändert - und so wurde aus den einstigen Bedenkenträgern eine tragende Säule der Nichtverbreitungspolitik.

 
meistgelesen / meistkommentiert