Die Zeit Merkels ist abgelaufen

von David Berger25.10.2017Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

„Merkel wäre eine Selbsterlösung zu gönnen.“ (Die Welt) – „Immer mehr Kritik an der Kanzlerin aus den eigenen Reihen: ‚Merkels CDU ist degeneriert.’“ (BAMS) – So lauten nur einige der Schlagzeilen der letzten Tage. Verliert Merkel die Unterstützung der „vierten Gewalt“?

So degeneriert die großen Medien in Deutschland sind, so groß ist dennoch weiterhin ihr Einfluss auf den Großteil der Bevölkerung. Die kleineren Alternativmedien bleiben eher einer Art kritischen Elite vorbehalten.

Diese Macht der Wortführer innerhalb der „vierten Gewalt“ zeigt sich immer dann, wenn Politikerköpfe rollen. Angela Merkel konnte sich dabei bislang auf die Medien verlassen; wen sie loswerden wollte, der wurde dann auch meist medial hingerichtet. Umgekehrt galt sie bei den fast ausnahmslos links ausgerichteten Medien als Garantin für den Linksrutsch nicht nur ihrer Partei, sondern des ganzen Landes. Ihre guten Verbindungen ins Hause Springer waren dort wirkmächtig, wo man sich für den Linksrutsch weniger interessiert. Und notfalls wurden schon mal die Chefredakteure der Nannymedien ins Kanzleramt einbestellt, um sie dort auf den Kurs der Regierung einzunorden.

Sind diese Zeiten, in denen sich Merkel auf ihre Presstituierten verlassen konnte, nun vorbei? Fangen die Medien endlich an, das Votum der Bevölkerung, die der vermerkelten CDU das schlechteste Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte bescherte, ernst zu nehmen? Vermutlich noch nicht ganz.

Aber die Presseberichte, in denen ausführlich über die schwindende Zustimmung zu Merkel, vor allem in ihrer eigenen Partei, aber auch bei den Menschen, „die schon länger da sind“, berichtet wird, mehren sich in den letzten Tagen auffällig. Exemplarisch dafür steht eine Schlagzeile in der „Bild am Sonntag“:

__*„Immer mehr Kritik an der Kanzlerin aus den eigenen Reihen: ‚Merkels CDU ist degeneriert.’“*__

Berichtet wird hier vor allem von den jungen Shootingsstars der CDU, die sich den längst überfälligen Neuaufbruch so recht nur ohne Merkel vorstellen können. Und die „Welt“ titelt heute Morgen:

__*„Merkel wäre eine Selbsterlösung zu gönnen.”*__

Da will heute auch die FAZ mit ihrer Rubrik „Zeitgeschehen“ nicht hintanstehen und weiß zu berichten:

__*„In der CDU Ba­den-Würt­tem­berg wächst die Kri­tik an der Bun­des­kanz­le­rin.“*__

Zentraler Punkt für die Kritik sei dabei die Migrationspolitik der Kanzlerin: „Dann ha­be die Kanz­le­rin im Wahl­kampf den Ein­druck er­weckt, dass die Flücht­lings­po­li­tik im Herbst 2015 ei­gent­lich un­ta­de­lig ge­we­sen sei. Nach dem Fern­seh­du­ell sei es zum „in­ne­ren Bruch“ zwi­schen Mer­kel und der Par­tei im Süd­wes­ten ge­kom­men.“ Verhaltener dazu der Berliner „Tagesspiegel“: „Berliner CDU streitet über Merkels „desaströses“ Wahlergebnis“. Schon vor einigen Tagen berichteten Focus & Co mit unverblümter Deutlichkeit:

__*„Ohne Merkel hätte die Union ein wesentlich besseres Ergebnis bei Bundestagswahl erreicht.”*__

Und die WerteUnion, die die Stoßtruppen der klassischen christdemokratischen Ideale sammelt, forderte kurz nach der Landtagswahl in Niedersachsen ganz offen den Rücktritt Merkels. Nahezu uneingeschränktes Lob für Merkel kommt derzeit fast nur noch von den „Grünen“, die sie schon mal in einer Art von Freud’scher Fehlleistung „Chefin“ nennen. Vielleicht ist dieses Lob noch ein fataleres Zeichen für die Zukunftsaussichten Merkels als die noch behutsamen Hinweise der großen Medien an Frau Merkel, dass sie sich langsam zur Garderobe bewegen sollte.

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