Homohalal

David Berger25.02.2016Gesellschaft & Kultur

Kurz vor der Uraufführung eines Theaterstücks des Autors Ibrahim Amir über schwulenfeindliche Flüchtlinge, streicht das Volkstheater Wien das Projekt vom Spielplan. Und nennt als Grund, dass das äußerst pessimistische Stück in der gegenwärtigen Situation falsch verstanden werden könne.

Das Volkstheater Wien brüstete sich bislang gerne mit seinem Mut, auch politischem Theater eine Bühne zu geben. Der hat offensichtlich nun die zuständige Direktorin “Anna Badora”:http://kurier.at/kultur/buehne/anna-badora-bestechungsversuche-helfen-nichts/181.013.786 gänzlich verlassen. Nach einem Bericht der Wochenzeitung “Falter”:https://cms.falter.at/falter/2016/02/16/unterwerfung/ hat das Theater die schon länger geplante Uraufführung des Stückes „Homohalal“ von Ibrahim Amir gestrichen. Das Stück behandelt Homophobie unter Flüchtlingen.
„Falter“ fragt daher nicht ohne Grund: „Unterwirft sich das Theater dem Diktat der Political Correctness?“ Das weist das Theater von sich: Als Grund wird genannt, dass der Text bereits vor zwei Jahren entstanden sei und nun nicht mehr zur politischen Situation passe. Die Flüchtlingskrise habe sich verstärkt, daher könne das Stück heute „unpassend sein und falsch rüberkommen“.
Der Autor, Ibrahim Amir zeigt trotz aller Enttäuschung Verständnis für Absage der für Ende April geplanten Uraufführung seines Stückes. Das sei in einem Workshop entstanden, in dem man in einer Utopie entwickeln wollte, wie wir uns unsere Welt in 20 Jahren in Europa vorstellen. Aus der Utopie sei dann aber schnelle eine Dystopie geworden. Die Flüchtlinge und Refugees-Welcome-Aktivisten von damals seien nun „fremdenfeindlich, sexistisch, homophob und konservativ geworden.“ Die ganze Welt habe sich nicht, wie erhofft, zum Besseren gewandelt, sondern sei noch viel schlimmer geworden.
Dass man an auf politische Korrektheit bedachten und vom linken Mainstream geprägten Theatern so etwas nicht gerne hören, geschweige denn auch noch aufgeführt sehen will, versteht sich von selbst. Und Ibrahim Amir hat offensichtlich auch keinen Versuch unternommen, die Verantwortlichen umzustimmen. Ein Grund könnte sein, dass sein Verlag derzeit mit anderen Häusern über die Uraufführungsrechte verhandelt, die vielleicht mehr Mut zeigen als das Volkstheater Wien.
Dennoch bleibt ein übler Nachgeruch, der typisch für unsere Zeit zu sein scheint. Matthias Dusini dazu im „Falter“: „In weniger demokratischen Ländern würde man dieses Vorgehen als Zensur bezeichnen.“ Das sei Wasser auf die Mühlen jener, die besonders an Theatern, aber auch in Politik und Medien einen „linken Meinungsfaschismus“ wüten sehen.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Der Rundfunkbeitrag ist einfach nicht mehr zeitgemäß

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU fordert die Landesregierungen auf, die Stimmung in der Bevölkerung ernst zu nehmen und umgehend Kostenschnitte für die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten zu beschließen.

Deutschland ist über Nacht zu einer offenen Gesinnungsdiktatur geworden

Man wird in der Geschichte wohl kein Beispiel finden, welches veranschaulicht, wie in einer Demokratie von Politik und Medien so offen ein urdemokratischer Prozess dämonisiert und ein gewählter Ministerpräsident einer solchen Hasskampagne von Politikern und Medien ausgesetzt wurde, dass er und se

Wir dürfen uns von der AfD nicht die Demokratie zerstören lassen

Es gibt sie noch, die besonnenen Köpfe in der Politik. Wohltuend unaufgeregt das Interview mit Thüringens früherem Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU), Solche besonnenen Stimmen, die die Dinge vom Ende her durchdenken und nicht nur flotte Parolen oder moralische Dauerempörung im Programm h

Mit der verbrecherischen US-Oligarchie gibt es keinen Frieden und keinen „Klimaschutz“

Mit der verbrecherischen US-Oligarchie gibt es keinen Frieden und keinen „Klimaschutz“. Wenn die Grünen wirklich Frieden und Klimaschutz wollen, dann müssen sie der skrupellosen US-Oligarchie, die die halbe Welt terrorisiert, die kalte Schulter zeigen. Europa muss sich aus der Bevormundung der

Rechtsterror: Sofortmaßnahmen für eine sichere Gesellschaft

Jeder Mensch – egal, woher sie kommt, egal, wie er aussieht – muss in unserem Land sicher leben können, so Katrin Göring-Eckardt im Statement.

Sich mit der AfD wählen zu lassen, ist ein inakzeptabler Dammbruch

Es ist ein inakzeptabler Dammbruch, sich mit dem Stimmen der AfD und Herrn Höckes wählen lassen, so Ministerpräsident Bayerns Markus Söder.

Mobile Sliding Menu