In diesem Sinne wünsche ich uns allen

von David Baum30.12.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Unserem Kolumnisten reicht sein Kolumnistendasein offenbar nicht. Neidisch blickt er auf alle Würdenträger, die dieser Tage eine Neujahrsansprache halten dürfen. Aber Versuch macht kluch – zum Ortsparteivorsitzenden und höheren Weihen ist eben nicht jeder geboren.

Hören Sie – das Jahr geht zu Ende, draußen ist es kalt, Zeit für ein paar warme Worte. Aber an wen richtet man so eine Neujahrsrede, wie sie ja nicht bloß von BuKa und BuPrä, sondern auch von PfaGeVos (Pfarrgemeinderatsvorsitzenden), MilAkPräs (Militärakademiepräsidenten) und AVOrgruObs (Alpenvereinsortsgruppenobmännern) in diesen Tagen zuhauf gehalten werden? Natürlich an Sie, sehr verehrte Bürgerinnen, sehr geehrte Bürger. Obwohl – verdammte Kacke – ach, du meine Güte, wie viele müssen sich bei dieser diskriminierenden Anrede ausgeschlossen fühlen, wo doch mehr zu Deutschland gehört, wie wir – seit “Christian Wulff(Link)”:http://www.theeuropean.de/stefan-holz/3571-plaedoyer-fuer-christian-wulff “das Sagen” hat – alle ahnen? Allein um alle Minderheiten aufzuzählen, die Ansprüche anmelden könnten (und dies bekanntermaßen auch eifrig tun, nicht ohne die jeweilige Kontonummer anzugeben), würde man seine Redezeit weit überziehen. Also sagen wir: sehr verehrte alle, die dazugehören. Das ist gut. So verbindlich. Andererseits: Was ist mit den lieben Anarchisten, engagierten Chaostage-Veranstaltern und Nie-wieder-Deutschland-Aktivisten, unseren geschätzten Wutbürgern – die sich gerade oder generell nicht vom Staat vereinnahmen lassen wollen? Also sagen wir einfach: sehr verehrte alle. Noch besser: dear all. Das klingt noch dazu polyglott. I like.

Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns

Komplizierter wird es, wenn man eine konfessionell eingefärbte Ansprache halten möchte. Wie wäre es mit: liebe Christenheit, geliebte Muselmanen, hoch verehrte Mitbürger jüdischen Glaubens und auch ein ganz herzliches Grüß Gott an Sie, liebe Atheisten, Gottlose und Heiden. Buddhisten kann man weglassen, die dürfen sich eh nicht aufregen wegen ihres Karmas, und Scientologen haben keine Lobby (vom hauptberuflichen Tom-Cruise-Chef-Interviewer der Bild-Zeitung mal abgesehen). Na gut, das flutscht doch. Also weiter im Stoff. Jetzt erst mal die Floskeln (getragen, fast pastoral vorzutragen): Ein bewegtes und nicht nur einfaches Jahr liegt hinter uns. Vieles ist uns gelungen, manches bedarf noch weiterer Anstrengungen. Aber besonders wegen des großen Einsatzes vieler und des dankenswerten Engagements unzähliger ist es nicht so schlimm gekommen, wie es hätte kommen können und die miesepetrige Journaille missgünstig behauptet hat. So haben wir trotz einiger Widernisse vieles gemeistert. Dafür möchte ich Ihnen – as your Queen and a Grandmother – allen meinen persönlichen und aufrechten Dank aussprechen.

Es muss ein Ruck durch die Welt gehen!

Wichtig für das Zusammenleben in diesem unserem Land, einem vereinten Europa und einer globalisierten Welt, die im kommenden Jahr “sieben Milliarden Menschen(Link)”:http://www.theeuropean.de/dirk-heinrichs/4378-problemfall-megacities Platz bieten muss, ist, dass wir mehr als bisher das Verbindende hervorheben und das Trennende hintanstellen. Es muss ein Ruck durch das Land, ach was, durch diese Welt gehen, und zwar ruckizucki. Nicht jeder Diskussionsbeitrag war hilfreich, “Thilo(Link)”:http://www.theeuropean.de/harry-ostrer/4233-streit-um-sarrazin. Aber immerhin lesen die Menschen wieder mehr, und das ist besonders in Hinblick auf die besseren Pisa-Daten wiederum hilfreich. Und die anderen “Scheißstreber und Gucci-Guerilla-Kiddies aus den Elbvororten (Link)”:http://www.theeuropean.de/gerd-langguth/5030-koalitionsbruch-in-hamburg sollen gefälligst vor den kommenden Schularbeiten ein paar Mal um den Block gehen, statt zu büffeln, damit wir das Gemeinsame wieder mehr betonen und uns nicht zu einer kalten Leistungsgesellschaft entwickeln, in der es nur darum geht, seine beschissene reaktionäre Familie zu ernähren, anstatt sich in der wundervollen Stadtteil-Antifa zu engagieren, anstatt das Trennende zu überwinden. Vieles hat sich verändert, an das wir uns erst gewöhnen werden müssen, dem wir mit Offenheit und Toleranz begegnen sollten, um uns den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können. Tätowierte First Ladys etwa oder dass “der deutsche Hochadel(Link)”:http://www.theeuropean.de/jost-kaiser/1872-der-politikertypus-guttenberg scharfe blonde Schnitten hervorbringt, die in Afghanistan vor den Soldaten rumturnen. Endlich mal echte Kerle im Verfassungsgericht (willkommen, Susanne Baer!), SPD-Lokalgrößen, die für die Nazis kandidieren (ja, Sie, Herr Püschel) und ähnlichen Kram treiben (Thilo!). Oft ist es auch wichtig sich von Gewohnheiten zu trennen, um sie als Altlasten zu erkennen. Wie zum Beispiel – Jürgen Rüttgers, Horst Köhler, Roland Koch – das Rauchen in Gaststätten. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2011 und rufe Ihnen allen ein fröhliches Wir sind das Volk, Allah ist groß, Bunga Bunga, Österreich ist frei sowie Zickezacke Hühnerkacke Hey Hey Hey zu. Denn wenn wir an einem Strang ziehen, dann … ach, egal. Prosit Neujahr.

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