In diesem Sinne wünsche ich uns allen

von David Baum30.12.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Unserem Kolumnisten reicht sein Kolumnistendasein offenbar nicht. Neidisch blickt er auf alle Würdenträger, die dieser Tage eine Neujahrsansprache halten dürfen. Aber Versuch macht kluch – zum Ortsparteivorsitzenden und höheren Weihen ist eben nicht jeder geboren.

Hören Sie – das Jahr geht zu Ende, draußen ist es kalt, Zeit für ein paar warme Worte. Aber an wen richtet man so eine Neujahrsrede, wie sie ja nicht bloß von BuKa und BuPrä, sondern auch von PfaGeVos (Pfarrgemeinderatsvorsitzenden), MilAkPräs (Militärakademiepräsidenten) und AVOrgruObs (Alpenvereinsortsgruppenobmännern) in diesen Tagen zuhauf gehalten werden? Natürlich an Sie, sehr verehrte Bürgerinnen, sehr geehrte Bürger. Obwohl – verdammte Kacke – ach, du meine Güte, wie viele müssen sich bei dieser diskriminierenden Anrede ausgeschlossen fühlen, wo doch mehr zu Deutschland gehört, wie wir – seit “Christian Wulff(Link) f das Sagen s Platz bieten muss, ist, dass wir mehr als bisher das Verbindende hervorheben und das Trennende hintanstellen. Es muss ein Ruck durch das Land, ach was, durch diese Welt gehen, und zwar ruckizucki. Nicht jeder Diskussionsbeitrag war hilfreich, Thilo(Link) . Aber immerhin lesen die Menschen wieder mehr, und das ist besonders in Hinblick auf die besseren Pisa-Daten wiederum hilfreich. Und die anderen Scheißstreber und Gucci-Guerilla-Kiddies aus den Elbvororten (Link) g sollen gefälligst vor den kommenden Schularbeiten ein paar Mal um den Block gehen, statt zu büffeln, damit wir das Gemeinsame wieder mehr betonen und uns nicht zu einer kalten Leistungsgesellschaft entwickeln, in der es nur darum geht, seine beschissene reaktionäre Familie zu ernähren, anstatt sich in der wundervollen Stadtteil-Antifa zu engagieren, anstatt das Trennende zu überwinden. Vieles hat sich verändert, an das wir uns erst gewöhnen werden müssen, dem wir mit Offenheit und Toleranz begegnen sollten, um uns den Herausforderungen der Zukunft stellen zu können. Tätowierte First Ladys etwa oder dass der deutsche Hochadel(Link) g scharfe blonde Schnitten hervorbringt, die in Afghanistan vor den Soldaten rumturnen. Endlich mal echte Kerle im Verfassungsgericht (willkommen, Susanne Baer!), SPD-Lokalgrößen, die für die Nazis kandidieren (ja, Sie, Herr Püschel) und ähnlichen Kram treiben (Thilo!). Oft ist es auch wichtig sich von Gewohnheiten zu trennen, um sie als Altlasten zu erkennen. Wie zum Beispiel – Jürgen Rüttgers, Horst Köhler, Roland Koch – das Rauchen in Gaststätten. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2011 und rufe Ihnen allen ein fröhliches Wir sind das Volk, Allah ist groß, Bunga Bunga, Österreich ist frei sowie Zickezacke Hühnerkacke Hey Hey Hey zu. Denn wenn wir an einem Strang ziehen, dann … ach, egal. Prosit Neujahr.

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