Schöne Aussichten für eine schöne neue Welt

von David Baum19.08.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Auch unser Kolumnist hadert mit der Erfassung des Straßenbildes durch Google. Allerdings denkt er dabei an die Aussätzigen des digitalen Zeitalters. Und fragt sich, vor welchem Kaffeehaus man sitzen muss, um irgendwie auch mit aufs Bild zu kommen.

HÖREN SIE, mich macht dieses Google Street View völlig fertig. Allerdings nicht aus den gleichen profanen Gründen, die dieser Tage die Leitartikel bestimmen: Dem Bürger würde das Recht auf das eigene Straßenbild abgesprochen. Oder: Der Google-Konzern maße sich an, die Nachfolge des kaiserlichen Vermessungsamtes (F.A.Z.) anzutreten. Bitte, das ist doch alles _Fassade_. Nein, ich fühle mich schlichtweg ausgeschlossen, _ausgestoßen_. Ich besitze kein Haus, nicht einmal eine Reihenhaushälfte. Das Haus meiner Kindheit befindet sich in einem Park, in den außer dem Postauto und im Bedarfsfall der Feuerwehr keiner hineinfahren darf. Es gilt als ausgeschlossen, dass Google deshalb seine Agenten als österreichische Spaziergänger mit _im Fasanenfederhut versteckter_ Kamera tarnt. Selbst sämtliche von mir bewohnten Wohnungen führen in nicht einsehbare Gärten, was bisher als vorteilhaft gegolten hat, nunmehr aber als deutlicher Standortnachteil angesehen werden muss. Zumindest wenn man bei geografisch interessierten Google-Street-View-Usern in Ohio, Bangladesch oder Hafnarfjörður(Hafnarfjörður)

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