Gauckelei ums PrÀsidentenamt

von David Baum9.06.2010Außenpolitik, Innenpolitik

Die Nominierung Gaucks ist ein rot-grĂŒnes SchurkenstĂŒck, das kein Deut moralischer ist als das parteipolitische Geschachere von Angela Merkel. Der liberal-konservative Gauck ist nie und nimmer der ehrliche Kandidat von Rot-GrĂŒn.

Ein verrĂ€terisches Zucken im Mundwinkel, zu viel Muskelspiel in der Stirngegend, ein entlarvendes Schielen – an solchen Merkmalen erkennt Dr. Lightman in Sekundenschnelle, ob jemand lĂŒgt. Seit einigen Wochen steht er in der VOX-Serie “Lie to me” mit seinem Fachwissen dem FBI bei, um Schwindler zu entlarven. In diesen Tagen hĂ€tte Dr. Lightman in Deutschland viel zu tun. Denn der TV-Ermittler analysiert auch Politiker-Mimenspiele, wenn diese mit der Wahrheit im Clinch liegen. Etwa Bill Clinton, wenn er schwört, kein VerhĂ€ltnis mit dieser Frau gehabt zu haben. Wie schön wĂ€re es, wenn der Experte einmal das Gesicht der Claudia Roth unter die Lupe nĂ€hme, wenn diese in ihrer letzten Pressekonferenz den Kandidaten Joachim Gauck derart ĂŒber den Klee lobt, dass man meint, sie möchte den Mann nicht als BundesprĂ€sidenten, sondern als Religionsstifter nominieren. Oder Guido Westerwelle schwört, Wulff sei irgendwie auch seine Idee gewesen. Auch die letzte Anne Will-Sendung zum Thema wĂ€re eine Achterbahnfahrt fĂŒr jeden LĂŒgendetektortest.

Die Kanzlerin erlegt mehrere Fliegen mit einem Klatschenstreich

FĂŒr die Medien scheint die öffentliche Meinung dennoch fest zu stehen: Joachim Gauck ist der Kandidat der Herzen, der ideale PrĂ€sident, ein ĂŒberparteiliches Staatsoberhaupt fĂŒr schwierige Zeiten. Christian Wulff hingegen ein Produkt ĂŒbelster parteipolitischer Spielchen der Kanzlerin, die mit seiner Kandidatur gleich mehrere Fliegen mit nur einem Klatschenstreich erlegt hat, darunter Wulff als potenziellen Herausforderer selbst. Der Scoop, den Gabriel und Trittin gelandet haben, ist beachtlich, ihr strategisches RĂ€nkespiel keinen Deut moralischer, als das der Kanzlerin. Man muss sich fragen, ob Gauck von SPD und GrĂŒnen auch aufgestellt worden wĂ€re, hĂ€tte ihr Lager die Mehrheit in der Bundesversammlung besessen. Man braucht keinen Dr. Lightman, um die Richtigkeit der Antworten zu erraten. SelbstverstĂ€ndlich wĂ€re die rot-grĂŒne Wahl nicht auf den “liberal-konservativen” Gauck gefallen. Womit seine Kandidatur zum SchurkenstĂŒck gerĂ€t – wenn auch zu einem brillanten. Klar, das sind die Gepflogenheiten im Parlamentarismus dieser Tage, der die Idee der Volksherrschaft als Folklore betrachtet. Es wĂ€re naiv, zu glauben, Joachim Gauck hĂ€tte dieses Spiel nicht durchschaut, als man ihm die Kandidatur antrug. Doch was ist er dann fĂŒr einer, der sich fĂŒr dieses Spiel freimĂŒtig hergibt? Dass er seine Chancen selbst fĂŒr gering einschĂ€tzt, hat er zugegeben. Dass er ideologisch dem Lager, von dem er aufgestellt wird, nicht gerade nahe steht, auch. Seine Eitelkeit und sein Hang, in der Öffentlichkeit zu stehen, sind legendĂ€r. Er ist also bewusst in diese sprichwörtliche Gauckelei gelaufen. Seine von der SPD eilig an seine Seite geschobenen Sprecher rufen ĂŒbereifrig Journalisten an und versuchen Stimmung zu machen. Auch gegen den Kandidaten der Koalition. Die notorische WĂŒrde des Amtes ist dabei scheißegal.

Gaucks Lebenswerk gerÀt in eine Schieflage

Doch was ist mit der WĂŒrde des Joachim Gauck? Wenn tatsĂ€chlich die Linkspartei, die ihn gerade noch wegen seiner TĂ€tigkeit fĂŒr die Stasi-Unterlagen-Behörde als “Mann von gestern” schmĂ€hte, nach Ausscheiden ihrer Kandidatin Luc Jochimsen ihn im zweiten Wahlgang aus taktischen Motiven mitwĂ€hlen sollte, und er das ohne klare Worte zulĂ€sst, ist sein Lebenswerk in Schieflage geraten. Merkel hat mit Wulff eine einsame, pragmatische Entscheidung getroffen. Vielleicht war es aber die, die ihr fĂŒr das Land in dieser Situation am sichersten erschien. Und die Wahrheit? Die hat zuletzt Horst Köhler ausgesprochen. Sie ist ihm nicht gut bekommen.

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