Wie können Sie in diesem Ton mit dem Präsidenten der Republik sprechen? Nicolas Sarkozy

Gut integrierte Asylbewerber müssen eine Chance bekommen

Wir brauchen den Spurwechsel, der diesen Namen auch verdient. Wir brauchen ihn, damit gut integrierte Arbeitskräfte eine Perspektive bekommen – die Arbeitskräfte, die wir bereits vor Jahren bei uns aufgenommen haben und für die ein zukünftiges Einwanderungsgesetz zu spät kommt, schreibt Daniel Günther.

- Wir müssen es schaffen, dass gut integrierte Arbeitskräfte bei uns bleiben

- Von Unternehmern erfahre ich, wie gut Integration über Arbeit gelingt

- Wir brauchen den Spurwechsel – aber nur mit einer Stichtagsregelung

Endlich gibt es ein Eckpunktepapier zum geplanten Fachkräftezuwanderungsgesetz. Dennoch muss auf eine wichtige Frage schon heute eine konkrete Antwort gefunden werden: Wie bekommen wir es hin, dass Menschen bei uns bleiben, die zwar kein Asyl bekommen, die aber über ihre Arbeit bereits bestens bei uns integriert sind?

Ihnen und mir begegnen in dieser Diskussion immer wieder zwei Seiten. In der einen geht es um schlimmste Gewaltverbrechen, deren Täter dem Empfinden nach schon längst hätten abgeschoben oder in Gewahrsam genommen werden müssen, aber immer noch hier sind. Auf der anderen Seite geht es um Personen und Familien, die man nachts aus ihren Betten holt, um sie abzuschieben. Und vor der Tür stehen weinend die Nachbarn, weil die Familie beliebt ist im Dorf, bei der Arbeit und in der Schule.

Diejenigen, die an unserem Wohlstand mitarbeiten, verdienen eine Lösung

Ich kann Ihnen nicht erklären, warum es uns so schwerfällt, diejenigen abzuschieben, die unser Gastrecht ausnutzen, wir aber keine besseren Lösungen für diejenigen finden, die einen Platz in unserer Gesellschaft gefunden haben und inzwischen an unserem Wohlstand mitarbeiten.

Es muss doch eine Möglichkeit geben, wie wir gut integrierten Menschen eine Perspektive geben, die im Asylverfahren sind, die abgelehnt wurden oder nur mit einer Duldung bei uns leben. Vor allem für jene, deren Asylverfahren noch läuft, wäre der Wechsel über den Zugang in den Arbeitsmarkt eine Chance.

Warum Fachkräfte suchen, wenn die Arbeit bereits erledigt wird?

Mir geht es dabei um Pragmatismus und um den gesunden Menschenverstand. Warum machen wir uns Gedanken über die Anwerbung von Fachkräften aus Ländern in Südosteuropa, wenn wir gleichzeitig diejenigen abschieben, die bereits bei uns sind und diese Arbeiten machen?

Das finde ich total widersinnig. Und das Argument, wir würden mit einem Spurwechsel nur noch mehr Asylbewerber nach Deutschland locken, lässt sich leicht entkräften: Indem wir so einen Spurwechsel mit einer Stichtagsregelung versehen, kriegen wir auch dieses Problem ganz pragmatisch gelöst. Dementsprechend würde der Spurwechsel nur denjenigen zugutekommen, die bereits in Deutschland sind, für Neuankömmlinge würde die Regelung nicht mehr gelten.

Die Mühen der Unternehmer dürfen nicht vergebens sein

Viele Unternehmer in Deutschland haben mittlerweile Geflüchteten eine Chance gegeben. Sie haben in diese Menschen Zeit und Geld investiert. Sie haben sie eingearbeitet, ihnen Sprachkurse finanziert und ihnen bei der Wohnungssuche geholfen. Immer wieder höre ich von Unternehmern, wie gut Integration über die Arbeit gelingt. Arbeit gibt dem Tag Struktur, verschafft Kontakte und hilft dabei, die deutsche Sprache zu lernen. Daher haben nicht nur die Betroffenen Angst vor einer Abschiebung, sondern auch die Unternehmer. Weil deren Mühen dann vergeblich gewesen wären. Weil sie in diese Menschen investiert haben – und weil sie eben niemanden haben, der dann den Job macht.

Deshalb stehe ich zu meiner Forderung: Wir brauchen den Spurwechsel, der diesen Namen auch verdient. Wir brauchen ihn, damit gut integrierte Arbeitskräfte eine Perspektive bekommen – die Arbeitskräfte, die wir bereits vor Jahren bei uns aufgenommen haben und für die ein zukünftiges Einwanderungsgesetz zu spät kommt.

Quelle: XING

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Ulla Jelpke, Egidius Schwarz, Hannes Schammann .

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