Dotcom ohne Blase

Daniel Glasner4.04.2011Medien, Wirtschaft

Die meisten Internetfirmen verschwanden zur Jahrtausendwende genauso schnell wieder, wie sie gekommen waren. Zehn Jahre später ist das Internet zur Basis neuer Wirtschaftsmodelle geworden, soziale Netze und diverse Dienste versprechen hohe Renditen. Eine Blase droht heute nicht.

Mitte der 90er-Jahre spross eine Vielzahl von Unternehmen aus dem Boden, die das Hauptaugenmerk ihrer Geschäftsmodelle auf das Internet legten. Das World Wide Web war blutjung, wuchs rasant und wurde schnell einer immer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich. Die Unternehmen wurden als Stars gefeiert und als zukunftsweisend beschrieben. Doch die meisten Internetfirmen verschwanden zur Jahrtausendwende genauso schnell, wie sie gekommen waren. Gegenwärtig ist die zweite Gründerzeit angebrochen, es geht um Lokalisierungsdienste, soziale Netzwerke und anderen Online-Plattformen. So stellt sich die Frage: “Was ist also anders als 1999(Link)”:http://www.theeuropean.de/matthias-matussek/5329-moral-und-geschaeft?

Der aktive Konsument steht im Fokus moderner Firmen

“Während sich die Inhalte damals an einen passiven Nutzer richteten, sind die Angebote heutiger Unternehmen weitaus nachhaltiger(Link)”:http://www.theeuropean.de/ross-von-burg/6108-investitionen-im-internet-markt, interaktiver und zudem vorwiegend kundenorientiert. Der aktive Konsument steht im Fokus moderner Firmen. Das liegt zum einen an der Veränderung des Marktes, welcher sich mit einer beeindruckenden Dynamik weiterentwickelt und neue kostengünstige technische Möglichkeiten für Anbieter und Kunden eröffnet hat. Zum anderen ist das Vertrauen in das Internet stetig gewachsen, sowohl durch die zunehmende Professionalität der Anbieter als auch die “hohe Sicherheit der Nutzerdaten(Link)”:http://www.theeuropean.de/clemens-riedl/4925-datenschutz-im-web. Für viele Nutzer ist es daher zur Selbstverständlichkeit geworden, im Netz einzukaufen. Es ist jedoch nicht nur Informationsquelle für Kaufentscheidungen, sondern wird auch als Sparmedium ernst genommen und ausgiebig für Preisvergleiche oder Gutscheinaktionen genutzt. Darüber hinaus decken heutige Internetfirmen Bereiche ab, die bisher noch gänzlich unausgeschöpft blieben, wie etwa das lokale Marketing. Gerade kleine, regionale Anbieter, wie beispielsweise Gastronomen oder Händler, stehen häufig vor der Hürde, Neukunden zu gewinnen. Dienstleistungsunternehmen wie Groupon überbrücken genau diese Hürde. Ihre Geschäftsmodelle helfen Einzelhändlern, neue Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Durch die Verbindung von Marketingeffekten und Preisnachlässen entsteht eine Win-win-win-Situation: für den Händler, den Kunden und das Internetunternehmen. Ein weiterer wichtiger Punkt hat sich im Vergleich zu 1999 ebenfalls verändert. Den derzeitig erfolgreichen Firmen wird das gleiche Vertrauen entgegengebracht wie alteingesessenen Traditionsunternehmen auch. Niemand bezweifelt, dass die Menschen das Netz auch weiterhin intensiv nutzen werden.

Heute werden die vollen Möglichkeiten des Web 2.0 ausgenutzt

Während die damaligen Gründungen teilweise Ausdruck gezwungener und vorschnell hochgezogener Versuche waren, auf den Internetzug aufzuspringen, so werden heutzutage “die vollen Möglichkeiten des Web 2.0(Link)”:http://www.theeuropean.de/debatte/767-social-media ausgenutzt. Dem Nutzer werden Entfaltungsmöglichkeiten geboten, die vor zehn Jahren nur wissenschaftlich und als zukunftsweisend betrachtet wurden. Die neue Gründungszeit nutzt ein etabliertes und anerkanntes Internet als Werkzeug einer neuen Art von Unternehmen.

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