Du kommst hier nicht rein

von Christian Böhme26.04.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Das Schengener Abkommen einzuschränken, wäre nicht nur populistischer Unsinn – es würde der EU auch ihres letzen Vorteils berauben, der die Bürger begeistert.

Europa liegt auf der Intensivstation. Und das schon seit Langem. Die paar Ärzte, die überhaupt noch willens sind, sich um den dahinsiechenden Patienten zu kümmern, haben kaum Hoffnung. Zu wenig Kraft, zu wenig Willen, zu wenig Selbstvertrauen. Und keinerlei Abwehrkräfte mehr, das Immunsystem ist weitgehend zusammengebrochen. Die Idee eines politisch und wirtschaftlich geeinten Kontinents – sie scheint zum Tode verurteilt. Denn Europa leidet nicht nur unter chronischem Liebesentzug und mangelnder Unterstützung, sondern muss sich immer wieder lebensbedrohlicher Attacken erwehren. Die jüngste kommt aus Frankreich und Deutschland, also aus dem Kern des Ganzen. Und sie zielt auf eine der Grundfesten: die Reisefreizügigkeit. Hat der Angriff Erfolg (was zu befürchten steht), kann die Beatmungsmaschine getrost und ohne Umschweife abgestellt werden.

Herumdoktern am Schengen-Abkommen

Nun mal halblang, mag man jetzt abwiegeln. Der gemeinsame Vorstoß von Innenminister Claude Guéant und seinem Kollegen Hans-Peter Friedrich klingt doch harmlos, zumindest nach Augenmaß und Vernunft. Der Vorschlag: Die EU-Regierungen sollen ihre Grenzen künftig wieder kontrollieren, sprich: abriegeln dürfen. Natürlich nur als letztes Mittel, versteht sich. Und wenn dies wirklich notwendig sein sollte, dann für allerhöchstens 30 Tage. Eine kleine Ausnahme für das Schengen-Abkommen, wen braucht das schon groß zu kümmern? Eine kleine Einbuße an Freiheit, kaum der Rede wert. Und dass Friedrich noch vor einem Dreivierteljahr Dänemark rügte,

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