Die Linke hat fertig

von Christian Böhme31.05.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Linke Themen gibt es in diesen Krisenzeiten genug, aber die Linke macht nichts daraus. Sie ergeht sich lieber in internen Machtkämpfen und wird so schließlich in der Bedeutungslosigkeit enden.

Links zu sein, was heißt das eigentlich heutzutage? Woraus besteht im 21. Jahrhundert der Wesenskern dieser politischen Weltanschauung? Inwiefern unterscheidet sie sich ideologisch von anderen? Auf solch große Fragen geben Anhänger und Aktivisten gemeinhin geradezu simpel anmutende Antworten.

Völker, hört die Signale

Da ist zum einen der ewige Wunsch nach Gerechtigkeit. Dazu gehört in kapitalistischen Zeiten eine realistische Antwort auf die soziale Frage. Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher – mit einem linken Gewissen ist das schwerlich vereinbar. Also braucht es zumindest Chancengleichheit und die staatliche Kontrolle eines entfesselten Finanzmarktes. So könnten die herrschenden Verhältnisse zwar nicht überwunden, aber verbessert werden. Zum anderen hält ein Linker stets das Banner des Pazifismus wacker und unerschrocken in stürmische Höhen. Krieg, Imperialismus und Unterdrückung anderer Völker sind ihm ein Graus. Hört die Signale, auf zum Friedensgefecht! Das klingt alles in allem zwar recht utopisch, aber dennoch irgendwie angenehm verheißungsvoll nach einer vielleicht besseren Welt. Und was macht die Partei, die ihre politische Ausrichtung schon im Namen trägt, aus dieser für sie im Prinzip günstigen Ausgangslage? Rein gar nichts. Ach, weniger als nichts. Denn links zu sein, heißt für die Linkspartei derzeit, ein klägliches Bild abzugeben: Führungsstreit, Grabenkämpfe, Personenkult und Abspaltungstendenzen – die Spitzen-Genossen sind allein mit sich beschäftigt, dreschen aufeinander ein oder bezichtigen sich gegenseitig des Verrats an der reinen Lehre.

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