Im roten Rausch

von Christian Böhme20.05.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Der deutliche Sieg der SPD in Nordrhein-Westfalen kann nicht über die inhaltlichen und personellen Probleme der Partei im Hinblick auf die Wahl 2013 hinwegtäuschen. Ganz ähnlich ergeht es dem grünen Wunschkoalitionspartner.

Die Sozis haben Oberwasser. Und zwar so richtig. 39 Prozent im Stammland Nordrhein-Westfalen. Glück auf! Da kann man schon mal die ganzen internen Querelen der Vergangenheit hinter sich lassen und richtig feiern – den Sieg und vor allem sich selbst. Die SPD mit Abstand stärkste Kraft, die CDU gedemütigt, Rot-Grün wieder eine echte Regierungsoption. Das fühlt sich richtig gut an.

Partystimmung so weit das Auge reicht

Ja, die deutsche Sozialdemokratie kann in diesen Tagen vor Kraft kaum laufen. Partystimmung, so weit das Auge reicht. Sigmar Gabriel sieht gar schon die Merkel-Dämmerung heraufziehen und sich selbst mit den Genossen auf der Berliner Regierungsbank Platz nehmen. Das Kanzleramt, am besten mit ihm an der Spitze, es ist nur noch ein paar Monate entfernt. Schwarz-Gelb im Bund – das war gestern. Die Zukunft dagegen: ein einziger roter Rausch. Einfach traumhaft. Schade bloß, dass jeder Traum eine Menge Irreales beinhaltet und irgendwann einmal endet. Dann kann es ein böses Erwachen in der unbarmherzigen Realität geben.

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