Mission Impossible

von Chris Pyak9.01.2015Wirtschaft

Wenn Weltgeschehen auf Wirtschaft trifft: Eine Anekdote aus der Vermittlung von ausländischen Arbeitskräften.

So muss sich ein Offizier fühlen, wenn er seine Soldaten in den sicheren Tod schickt. In diesem Augenblick sitzt Francis im Zug, auf dem Weg zu einem Himmelfahrtskommando.

Francis ist mein Sales Manager. Ich habe ihn zu einem Klienten gesandt. Eine Firma, die dringend Software Developer einstellen will. PHP Software Engineers aus der ganzen Welt. Die Besten der Besten sollen es sein – egal woher sie kommen.

Die Firma ist mit diesem Wunsch nicht alleine. 9.000 andere Unternehmen in Deutschland suchen in diesem Augenblick händeringend nach PHP-Programmierern. Alle bezahlen gutes Geld. Mit einem fetten Scheck alleine kann man diese Spezialisten nicht locken.

Fachleute finden wir nur noch im Ausland

Worauf springen sie an? Interessante Projekte, intellektuelle Herausforderungen und eine lebendige, attraktive Stadt für den Feierabend.
Normalerweise würden wir ein intensives Interview mit dem Unternehmen führen. Wir würden die Geschäftsführer von ihrer Mission erzählen lassen. Von den kniffligen technischen Aufgaben, an denen ihre Mitarbeiter tüfteln dürfen.

Und von den großartigen Freizeitmöglichkeiten, dem Kulturangebot oder der wunderbaren Natur in der Heimatstadt des Unternehmens.
Verstehen Sie mein Problem? Die Fachleute von denen ich schreibe, finden wir nur noch im Ausland. Wir suchen die Talente für unsere Klienten in der ganzen Welt. Denn in Deutschland sind nicht genug zu finden.

Aber weil diese Fachleute so gefragt sind, können sie eben auch in der ganzen Welt arbeiten. USA, Großbritannien, China. Oder genauer: San Francisco, London oder Shanghai.

Und darum ist mir Bange um Francis: Wenn wir den Auftrag annehmen, müssen wir diese weltgewandten, erfolgsverwöhnten Ausländer begeistern – für einen Umzug nach Dresden.

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