Blindheit gegenüber antisemitischer Propaganda

von Charlotte Knobloch3.07.2016Außenpolitik, Europa, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Wir Juden haben in unserer europäischen Heimat ein wachsendes Antisemitismus-Problem!

Die israelfeindlichen Tendenzen, die seit Jahren auf Ebene der Europäischen Union herrschen sowie die schikanösen und diffamierenden Entscheidungen und Maßnahmen, die von EU-Institutionen verabschiedet werden, stehen in absolutem Widerspruch zu den wohlfeilen Bekenntnissen, mit denen die Solidarität und die Partnerschaft zum jüdischen Staat stets beteuert wird. Wie hohl diese Phrasen sind, zeigte sich nun wieder an dem Applaus für die widerliche Hetze, die Abbas in seiner Rede im EU-Parlament ganz offen verbreitete.

Blindheit gegenüber antisemitischer Propaganda

Diese Blindheit oder gar die Zustimmung gegenüber derartiger antisemitischer Propaganda ist verheerend. Die Obsession, Israel einseitig und unsachlich zu kritisieren, die in Antisemitismus mündende Diffamierung und Delegitimierung Israels sind leider nicht nur fester Bestandteil rechtsradikaler und islamistischer Ideologie, sondern auch weit verbreitet im links-intellektuellen Spektrum. Sie finden bis in die höchste Ebene der europäischen Politik und Gesellschaft Anschluss. Wir Juden haben in unserer europäischen Heimat ein wachsendes Antisemitismus-Problem! Was eigentlich Angelegenheit der Gesellschaften sein sollte, in denen wir leben: der Antisemitismus, der Ausdruck von Demokratiefeindlichkeit und Menschenverachtung ist. Es ist wieder nur unser Problem, mit dem wir uns allein gelassen fühlen.

Wir stehen vor großen Sorgen

So stehen wir als jüdische Bevölkerung Europas vor immer größeren Sorgen – zumal hier in Deutschland, wo der Judenhass zur beinahe vollendeten Vernichtungsphantasie führte. Wer die Formel „Nie wieder!“ ernst meint, muss endlich hörbar, glaubhaft und entschlossen seine Stimme gegen JEDE Form von Antisemitismus erheben, oder aufhören, von „Nie wieder!“ zu sprechen

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