Armageddon-Szenario

von Charles Freilich14.04.2010Außenpolitik, Innenpolitik

Israel lebt in Angst vor nuklearen Terroranschlägen. Chuck Freilich fordert starke Präventionsmaßnahmen gegen einen solchen fundamentalistischen Terror. Für ihn ist es an der Zeit, sich auf ein Armageddon-Szenario vorzubereiten. Unterdessen berieten rund 50 Länder auf dem Atomgipfel in Washington ein internationales Rechtssystem zur weltweiten Atomsicherheit.

15 Jahre lang hat sich Israel kaum mit der nuklearen Bedrohung aus Iran beschäftigt. Dabei stellt der nukleare Terrorismus eine immer wahrscheinlichere Bedrohung dar. Auch für El Kaida, Hizbollah, Hamas und andere fundamentalistische, nihilistisch Gruppen ist die Zerstörung Israels eine heilige Mission. Die Hisbollah besitzt bereits Raketen, die mit Atomsprengköpfen versehen werden können. Wenn auch für militärische Zwecke ungeeignet, stellen sie somit effektive Waffen des Terrors dar.

Politische Möglichkeiten

Die Entwicklung oder der Gebrauch terroristischer nuklearer Waffen muss bereits während der Planung vereitelt werden – durch Geheimdienste, Verbote und offensive Maßnahmen zur Erfassung und Vorbeugung. Israel hat ausreichend Zeit, alleine und gemeinsam mit den USA, durch gezielte bis flächendeckende militärische Operationen eine Reihe von präventiven Optionen zu verfolgen. Ist die Planung nuklearer Angriffe erst einmal abgeschlossen, wird das Aktionsfenster für Israel schmaler. Daher müssen Präventionsmaßnahmen alle Ressourcen bereithalten, um Erfolg zu garantieren – koste es, was es wolle. Zum nötigen unmittelbaren Erfolg braucht es die Beteiligung Amerikas, denn die Aufklärung und Eliminierung terroristischer Atomwaffen ist enorm schwierig. Abschreckung gilt, der nihilistischen Natur potenzieller Angreifer wegen, als ineffektiv. Dennoch haben Hamas und Hisbollah Verantwortung für eine Bevölkerung. Wahrscheinlich wäre Iran gewillt, große Verluste in Kauf zu nehmen, um Israel zu zerstören. Es müsste jedoch im Auge behalten, dass Israel von der UN als Atommacht angesehen wird und eine nukleare Krise zu einem verheerenden Gegenschlag führen würde. Das größte Fragezeichen steht in diesem Fall aber hinter der El Kaida, deren Nihilismus sie unberechenbar macht.

Vergeltungspolitik

Potenzielle Täter nuklearen Terrorismus müssen überzeugt werden, dass Israel verheerend Vergeltung üben wird. Die politische Maxime Israels lautet: “Erst schießen, dann fragen.”.Die Verantwortlichen und alle Involvierten eines Atomangriffes müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft gezogen werden. Israel muss von Iran und El Kaida stichhaltige Beweise fordern, dass diese nicht an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeiten. Im Falle eines Eingeständnisses der Fähigkeit zum nuklearen Terrorismus, der ausgewiesenen Intention, diese zu gewinnen, oder eines fortgeschrittenen Verdachtes darauf, sollte der Verdächtige präventiv angegriffen werden – mit aller militärischen Kraft, die nötig ist, einen Angriff zu verhindern. Als Weltmacht wird die USA eine solche Politik schwerlich billigen und forensische Beweise fordern. Dennoch sollte Amerikas Entschlossenheit, nuklearen Terrorismus zu verhindern, außer Frage stehen. Wie in vielen anderen Fällen der israelischen Sicherheit ist die Zusammenarbeit mit den USA eine primäre Option, um nuklearen Terrorismus zu handhaben. Dennoch könnte sie in diesem Falle nur eingeschränkt behilflich sein – “Erweiterte Abschreckung” hat in den Augen nihilistischer Terroristen wenig Gewicht. Bis jetzt besitzt noch keine terroristische Gruppe eine nukleare Waffe oder die nötigen Mittel zur Herstellung. Doch dies ist nur “soweit wir wissen” wahr. Ein Angriff ist in naher Zukunft möglich. Israel muss dieser Gefahr mehr Aufmerksamkeit und Ressourcen zukommen lassen, um die nötige Doktrin zu entwickeln und mögliche Vorkehrungen zu treffen. Jetzt ist die Zeit, sich auf ein Armageddon-Szenario vorzubereiten. The Armageddon Scenario: Israel and the Threat of Nuclear Terrorism, BESA Center Perspectives Papers No. 104, April 8, 2010

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