Rot-Grün oder Deutschland-Koalition für Hamburg

Campo -Data28.01.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Am 23. Februar entscheiden die Hamburger über eine neue Bürgerschaft. SPD und Grüne liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwei Koalitionen sind derzeit wahrscheinlich.

Wäre am kommenden Sonntag Bürgerschaftswahl, läge die SPD knapp vor den Grünen. Laut einer Umfragen-Analyse des Meinungsforschungsinstituts Campo-Data im Auftrag von „The European” käme die SPD derzeit auf 29 Prozent (Bürgerschaftswahl 2015: 45,6 Prozent) und die Grünen auf 27 Prozent (2015: 12,3 Prozent). Damit kann sich die SPD im laufenden Wahlkampf offenbar behaupten, denn beim letzten Hamburg-Trend Anfang Januar lagen die beiden Koalitionspartner noch gleichauf.

Der Erste Bürgermeister, SPD-Mann Peter Tschentscher könnte bei diesem Wahlergebnis also weiter regieren. Die Frage ist nur – mit welcher Koalition. Rot-grün hätte zwar eine klare Mehrheit, allerdings müßte die geschwächte SPD nun massiv erstarkte Grünen verkraften. Darum wird in Hamburg auch die Bildung einer „Deutschland-Koalition“ (Schwarz-rot-gelb aus CDU, SPD und FDP) diskutiert – und insbesondere in Wirtschaftskreisen auch präferiert. Auch diese Variante hätte nach derzeitigem Stand eine Mehrheit.

Die CDU, die beim letzten Urnengang noch deutlich vor den Grünen lag, muss sich jetzt vermutlich mit Platz drei und um die 15 Prozent begnügen. Die Christdemokraten liegen damit weit entfernt von Wahlergebnissen unter Ole von Beust, der einst für eine moderne christdemokratische Großstadtpartei stand.  Der jetzige Spitzenkandidat ist der Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg. Er betont im Wahlkampf unermüdlich, dass die CDU bereit steht, Rot-Grün durch eine Deutschland-Koaliton abzulösen. So bestünde auch für die FDP  eine Chance, im nächsten Senat mitzuregieren. Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels gibt das  als erstes Wahlziel aus. Sie kann derzeit auf acht Prozent der Wählerstimmen hoffen, das wäre ein leichter Zuwachs nach den 7,4 Prozent beim letzen Mal.

Relativ stark bleibt in Hamburg die Linkspartei mit einem Umfragewert von 8 Prozent, was in der Nähe des letzten Wahlergebnisses von 8,5 Prozent liegt. Deutlich zulegen kann hingegen die AfD, die sich von 6,1 auf nunmehr 9 Prozent verbessert.

Da die Umfragen in Hamburg traditionell volatil sind, kann sich bis zum Wahltag noch allerlei verschieben. Vor allem liegen SPD und Grüne so nahe beieinander, dass auch die Grünen stärkste Fraktion werden könnten. Katharina  Fegebank wäre dann die erste Erste Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg – nach 199 Männern in diesem Amt.

Um das zu verhindern führt die SPD einen massiven Wahlkampf – allerdings gezielt ohne d as neue, unpopuläre Berliner Führungsduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Auch Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz tritt nicht auf.  Obwohl der bei der letzen Wahl mehr als 45 Prozent erreicht hatte.

 

 

 

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