Wer 1989 bewusst erlebt hat, weiß, dass Veränderungen und die Befreiung aus hoffnungslosen Situationen möglich sind. Marianne Birthler

Die CSU stabilisert sich

Die neue Umfrage zur Bayernwahl sagt weiterhin massive Verluste für die Volksparteien voraus. Doch das Abrutschen der CSU scheint gebremst. Freie Wähler werden immer stärker. Grüne überholen die Sozialdemokraten, Rot-grün insgesamt aber schwach.

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Die Umfragewerte für die CSU sind wochenlang nur gefallen. Nach dem CSU-Parteitag vom vergangene Wochenende scheinen sich die Zustimmungswerte nun zu stabilisieren. Allerdings droht der CSU immer noch klar der Verlust der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl im Oktober. Da aber die Freien Wähler in den neuen Umfragen stetig zulegen, könnte es immerhin zu einer knappen Regierungskoalition zwischen CSU und Freien Wählern reichen. Für die Regierungsbildung wird entscheidend, ob FDP (6 Prozent) und Linke (4 Prozent) den Einzug in den Landtag schaffen oder nicht.

Wäre die Wahl am kommenden Sonntag, käme die CSU laut Stimmungsbild des Umfrageinstituts Campo-Data auf 37 Prozent. Das wäre schlechter als die 38,8 Prozent der Bundestagswahl 2017 – allerdings etwas besser als die Umfragetiefstwerte von 35 Prozent. Bei der letzten Landtagswahl 2013 erreichte die CSU noch 47,7 Prozent.

Auf ein historisches Rekordtief droht nach jetzigen Umfragedaten die SPD abzurutschen. Die Sozialdemokraten, die 2013 noch 20,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten, liegen derzeit nurmehr bei 12 Prozent. So wenig Zuspruch bei einer bayerischen Landtags­wahl hatten die Sozial­demo­kraten zuletzt 1932 (15,5 Prozentpunkte). Die SPD wird sowohl von den Grünen als auch von der AfD überholt. Die Grünen lagen 2013 bei 8,6 Prozent und erreichen nun mit 15 Prozent deutlich zweistellige Werte. Damit haben die Grünen erstmals die Chance, stärkste Oppositionspartei im neuen Landtag zu werden.

Allerdings liegen SPD und Grüne zusammen gerechnet nur bei 27 Prozent. Das ist noch einmal deutlich weniger als bei der letzten Landtagswahl (29,2 Prozent). Offenbar vollzieht sich in Bayern eher ein Rechtsruck. Die Zustimmungswerte für die AfD liegen derzeit bei 13 Prozent – mit leicht fallender Tendenz. Gleichwohl würde die AfD sogar die SPD überholen. Ihre Zugewinne sind besonders groß, weil die AfD 2013 in Bayern noch nicht angetreten war. Bei der letzten Bundestagswahl im September 2017 stimmten 12,4 Prozent der bayerischen Wähler für die AfD.

Mit deutlich steigender Zustimmung können derzeit die in Bayern eher konservativen Freien Wähler rechnen. Die Daten zeigen in den vergangenen vier Wochen immer höhere Werte, womit die Projektion nunmehr ein Wahlergebnis von 10 Prozent erwarten läßt. Die FDP kann ihren Zuspruch im Vergleich zu 2013 (3,3 Prozent) zwar erhöhen, ihr fehlt allerdings Momentum, und so bleiben die Liberalen mit 6 Prozent nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linkspartei gewinnt etwas hinzu, bleibt aber knapp unter der Marke von fünf Prozent.

Die Landtagswahl findet am 14. Oktober statt. Insgesamt sind rund 9,5 Millionen Menschen wahlberechtigt. 650.000 davon sind Erstwähler. Ebenfalls am 14. Oktober finden die Bezirkswahlen in Bayern statt. Gewählt werden die sieben Bezirkstage für Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: The European Redaktion, Egidius Schwarz, Christoph Bieber.

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