Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht. Karl-Theodor-zu Guttenberg

CSU und SPD droht Desaster in Bayern

Die neue Umfrage zur Bayernwahl sagt massive Verluste für die Volksparteien voraus. Grüne überholen die Sozialdemokraten, Rot-grün insgesamt aber schwach. AfD und Freie Wähler können mit starken Ergebnissen rechnen. CSU steht vor schwieriger Koalitionssuche.

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Die Umfragewerte für die CSU fallen weiter. Es droht nicht nur der Verlust der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl im Herbst. Auch die Koalitionsoptionen scheinen immer schwieriger zu werden. Nach den neuen Zahlen würde weder eine Wunschpartner-Koalition zwischen CSU und FDP noch eine zwischen CSU und Freien Wählern möglich werden. Die CSU wäre entweder zu einer Dreier-Koalition gezwungen oder müsste sich mit SPD, Grünen oder der AfD arrangieren.

Wäre die Wahl am kommenden Sonntag, käme die CSU laut Stimmungsbild des Umfrageinstituts Campo-Data nur noch auf 37 Prozent. Das wäre noch einmal schlechter als die 38,8 Prozent der Bundestagswahl 2017. Bei der letzten Landtagswahl 2013 erreichte die CSU noch 47,7 Prozent. Die fünf parlamentarisch erwartbaren Oppositionsparteien kommen der Umfrage zufolge derzeit auf 56 Prozent.

Auf ein historisches Rekordtief droht nach jetzigen Umfragedaten die SPD abzurutschen. Die Sozialdemokraten, die 2013 noch 20,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten, liegen derzeit nurmehr bei 12 Prozent. So wenig Zuspruch bei einer bayerischen Landtags­wahl hatten die Sozial­demo­kraten zuletzt 1932 (15,5 Prozentpunkte). Die SPD wird sowohl von den Grünen als auch von der AfD überholt. Die Grünen lagen 2013 bei 8,6 Prozent und erreichen nun mit 15 Prozent deutlich zweistellige Werte. Damit haben die Grünen erstmals die Chance, stärkste Oppositionspartei im neuen Landtag zu werden.

Allerdings liegen SPD und Grüne zusammen gerechnet nur bei 27 Prozent. Das ist noch einmal deutlich weniger als bei der letzten Landtagswahl (29,2 Prozent). Offenbar vollzieht sich in Bayern eher ein Rechtsruck. Die Zustimmungswerte für die AfD liegen derzeit bei 14 Prozent. Damit würde die AfD sogar die SPD überholen. Ihre Zugewinne sind besonders groß, weil die AfD 2013 in Bayern noch nicht angetreten war. Bei der letzten Bundestagswahl im September 2017 stimmten 12,4 Prozent der bayerischen Wähler für die AfD.

Mit steigender Zustimmung können derzeit die in Bayern eher konservativen Freien Wähler rechnen. Die Daten zeigen in den vergangenen vier Wochen immer höhere Werte, womit die Projektion nunmehr ein Wahlergebnis von 9 Prozent erwarten läßt. Die FDP kann ihren Zuspruch im Vergleich zu 2013 (3,3 Prozent) zwar erhöhen, ihr fehlt allerdings Momentum, und so bleiben die Liberalen mit 6 Prozent nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Landtagswahl findet am 14. Oktober statt. Insgesamt sind rund 9,5 Millionen Menschen wahlberechtigt. 650.000 davon sind Erstwähler. Ebenfalls am 14. Oktober finden die Bezirkswahlen in Bayern statt. Gewählt werden die sieben Bezirkstage für Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Dokumentation - Texte im Original, Horst Seehofer, Peter Hausmann.

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