Der Ursprung des Humors liegt im Banalen. Helge Schneider

Rasantes Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen

“Eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, die Hälfte der Korallen verloren und das Artensterben schreitet immer schneller voran. Das sind die alarmierenden Ergebnisse, zu denen der Weltartenschutzrat in seinem Bericht zum Zustand der Natur kommt”, schreiben die Grünen.

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“Der Bericht des Rates ist ein Appell an die Weltgemeinschaft, das Artensterben als globale Bedrohung analog zur Klimakrise endlich ernst zu nehmen. Der Mensch tilgt buchstäblich die Natur von unserer Erde. Entschlossene Maßnahmen sind nötig, sonst ist dieser Bericht statt Weckruf ein Abgesang auf die Vielfalt der Tier und Pflanzenwelt. Jetzt muss die Bundesregierung endlich handeln.

Aktuelle Stunde

Um den Weckruf ins Parlament zu bringen, haben wir zum Thema eine Aktuelle Stunde am Freitag, den 10.5.2019 beantragt. Leider scheinen die Regierungsfraktionen weiter zu schlafen und allenfalls bigott zu handeln. Während sie in blumigen Worten das Artensterben beschreiben, sind sie nicht gewillt, auch nur einen Finger dafür zu krümmen, die Ursachen für das Artensterben abzuschaffen. Statt vor der eigenen Haustür zu kehren, verstecken sie sich hinter den globalen Entwicklungen.

Sofort handeln für Biodiversität, Nachhaltigkeitsziele und Klimaabkommen

Es darf nun endgültig keine Ausreden mehr geben, das Problem auf die lange Bank zu schieben und weiterhin schöne Reden zu halten: mit dem Bericht liegt ein wissenschaftlich fundiertes Papier auf dem Tisch, das zeigt, wie Millionen von Arten aussterben und die Weltgemeinschaft an den Nachhaltigkeitszielen, dem Klimaabkommens von Paris und den Zielen zur Biodiversität scheitern wird.

Der Bericht muss nun den anstehenden Verhandlungen um die Nachfolgeabkommen zum Schutz der Biodiversität in 2020 den nötigen Schub geben, damit schnell ein ehrgeiziges Folgeabkommen mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen verabschiedet wird.

Artensterben in Deutschland muss ein Ende haben

Glasklar ist, die Bundesregierung muss jetzt ganz konkrete Maßnahmen ergreifen, damit das Artensterben auch in Deutschland ein Ende hat. Die Bundesregierung darf diesen Weckruf nicht verschlafen, sie muss handeln, bevor der Frühling verstummt und Felder und Wälder leer sind.

Die bisherigen zaghaften Naturschutzmaßnahmen der Bundesregierung reichen noch lange nicht aus, um das Artensterben in Deutschland bis 2020 zu stoppen. Ganz im Gegenteil: die Bundesregierung subventioniert mit bis zu 50 Milliarden jährlich die voranschreitende Naturzerstörung – durch ihre Landwirtschaftspolitik, durch ihre Verkehrspolitik, durch Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft. Wir brauchen eine Trendwende im Artenschutz, die den größten Verursachern des Artensterbens Einhalt gebietet.
Schluss mit Pestiziden, Agrarwende jetzt

Statt hunderte Pestizide ohne Prüfung zuzulassen, braucht es für den Erhalt unserer Artenvielfalt eine Agrarwende, die Agrargelder aus Steuermitteln nur noch an Betriebe bezahlt, die umwelt- und naturschutzfreundlich wirtschaften. Dazu werden aktuell die Weichen in Brüssels gestellt – und Deutschland bremst auch hier. Darüber hinaus brauchen wir einen Ausstieg aus Ackergiften wie Glyphosat und den bienengiftigen Neonikotinoiden und eine bessere Umsetzung und Finanzierung des Naturschutzes."

Quelle: Die Grünen im Bundestag

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Bündnis 90 Die Grünen, Edgar Ludwig Gärtner , Alois Glück.

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