Danke Deutschland für deine Willkommenskultur

von Buelent Kemal20.03.2017Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Ich kann den Teil der Türken, die Deutschland hassen, nicht verstehen. Noch weniger kann ich nachvollziehen, dass gut integrierte Türken kaum Beachtung in deutschen Medien finden, obwohl es gerade jetzt der richtig Zeitpunkt wäre, genau diesen Menschen eine Stimme zu verleihen.

Viele Menschen in Deutschland haben den Eindruck, dass nahezu alle Türken abgeneigt gegenüber Deutschland sind. Das ist auch kein Wunder. Denn in deutschen Medien wird fast ausschließlich über genau diese türkischen Bürger berichtet, die sich eben sehr schlecht integriert haben.

Ich kann den Teil der Türken, die Deutschland hassen, nicht verstehen. Noch weniger kann ich nachvollziehen, dass gut integrierte Türken kaum Beachtung in deutschen Medien finden, obwohl es gerade jetzt der richtig Zeitpunkt wäre, genau diesen Menschen eine Stimme zu verleihen.

Dabei geht es nicht um Politiker, die im Landtag oder Bundestag sitzen, sondern um die einfachen Bürger aus dem Volk. Durch die Medien entsteht die Wahrnehmung als wären die gut integrierten türkischstämmigen Menschen in Deutschland klar in der Unterzahl.

Ich möchte mich beim deutschen Staat bedanken

Das ist für diese Bürger ein Schlag ins Gesicht. Ich gehöre zu ihnen und möchte mich, als einer, der die Türkei und die türkische Flagge liebt, beim deutschen Staat bedanken.

Zudem ist es mir wichtig, Türken, gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen sie vergessen, woher sie kommen und unter welchen Bedingungen Menschen in ihrem Heimatland leben, an das freiheitlich demokratische und einzigartige Leben in Deutschland zu erinnern.

Die Lebensumstände hier haben meine Landsleute, Familie und mich nachhaltig positiv beeinflusst. Zu behaupten, dass das Leben in der Türkei besser sei, das ist unfair und heuchlerisch.
Mein Opa hatte es nicht leicht. Er musste sein Heimatland Türkei verlassen, um der Familie ein Einkommen zu gewährleisten. Die Chance, die ganze Familie in das Zielland Deutschland mitzunehmen, hatte er nicht. Das war in den 60 Jahren. Mein Großvater kam nach Deutschland mit dem Ziel, sich später in der Türkei eine Existenz aufbauen zu können.

Die Rückkehr war geplant. Doch es kam alles anders. Auch mein Opa konnte sich damals nicht vorstellen, dass seine Enkel in der 3. Generation in Deutschland ein Bestandteil dieser Gesellschaft sein werden. Dass sie sich eine Existenz aufgebaut haben und aufbauen. Sicherlich gab es auch für mich Momente im Leben, die mir das Gefühl gaben, diskriminiert zu werden.

Ich habe sehr viel Glück gehabt

Erfahre ich aber wie es Menschen rund um den Globus geht und, dass Flüchtlinge ihr Leben aufs Spiel setzen, um in diesem Land leben zu können, wird mir bewusst, dass ich sehr viel Glück gehabt habe. Glück, dass ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin. In einem der demokratischsten und wirtschaftsstärksten Ländern der Welt. Und gerade deswegen möchte ich Deutschland Danke

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Dann mach doch die Bluse zu!

Frauen bestehen auf ihrem Recht, sexy zu sein – ganz für sich selbst, natürlich. Darauf reagieren darf Mann nämlich nicht, sonst folgt gleich der nächste #Aufschrei.

Diktatur des Feminismus

Die Frage nach einer Frauenquote ist eine Phantom-Debatte. Junge Frauen wollen ihre Karriere planen und nicht mit den alten Feministinnen mühsam über etwas diskutieren, das für sie keine Relevanz hat.

Rette sich, wer kann

Peter Singer glaubt, im Namen der Ethik die Grenzen des Menschseins neu definieren zu können. Er irrt gewaltig. Wer Grundrechte für Affen fordert und gleichzeitig die Tötung von Neugeborenen verteidigt, ist vor allem eins: verwirrt.

Männer, die auf Busen starren

Wer Sexismus noch nie erlebt hat, kann ihn auch nicht verstehen. Weiße Hetero-Kerle haben leicht reden.

Der Jude war’s

In Berlin wird ein Rabbiner brutal verprügelt, weil er Jude ist. Indes werfen Experten schon die Frage nach dem Warum? auf, die zielsicher zum Juden anstatt zum Antisemiten führt.

Amerika und die deutsche Seelenhygiene

Deutschland kämpft gerne für Toleranz und gegen Hass. Es sei denn, es geht um Amerika. Da macht jeder zweite Deutsche eine Ausnahme und suhlt sich in Amiphobie.

Mobile Sliding Menu