@Moria - wie hilft man nun am besten? | The European

Feuer im Flüchtlingslager Moria: "Nicht einfach alle nach Deutschland einfliegen"

Boris Palmer9.09.2020Gesellschaft & Kultur

Die beste Hilfe kann jetzt nicht sein, einfach alle nach Deutschland einzufliegen. Ganz besonders, wenn sich zeigen sollte, dass unter den Migranten organisierte Brandstifter sind. Das muss geklärt werden, schreibt Boris Palmer auf Facebook.

Tausende von Migranten flohen vor mehreren Bränden im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, die einen Großteil des wegen Covid-19 unter Quarantäne stehenden Lager zerstört hatten. Foto: imago images / ANE Edition

Ein Drittel des Lagers in Moria ist abgebrannt. Angesichts der Abfolge der Ereignisse – erst Widerstand gegen Corona-Quarantäne und Aufruhr im Lager, dann Feuer und wieder Widerstand gegen die Löscharbeiten finde ich die These, die Bewohner der Insel hätten das Lager angezündet, eher fraglich. Wahrscheinlicher ist doch, dass da einige versuchen, die Einreise nach Europa durch Abfackeln der ungeliebten Unterkunft zu erzwingen.
Daher meine ich, die beste Hilfe kann jetzt nicht sein, einfach alle nach Deutschland einzufliegen. Ganz besonders, wenn sich zeigen sollte, dass unter den Migranten organisierte Brandstifter sind. Das muss geklärt werden.
Abgebrannt sind überwiegend leichte Bauten. Daher wäre die richtige und sofort wirksame Hilfe, ein Einsatz der Bundeswehr zum sofortigen Wiederaufbau. Gerne komplett auf Kosten des deutschen Staates.
Darüber hinaus finde ich es richtig, Kinder und Familien und Personen, die nachgewiesenermaßen aus Syrien stammen oder anderweitig einen Schutzanspruch haben, aus dem derzeit offenkundig nicht funktionalen Lager nach Deutschland auszufliegen.
Das Bündnis sichere Häfen hat dem Bund dafür schon vor einiger Zeit 600 Aufnahmeplätze angeboten. Wenn es jetzt notwendig wäre, um zu helfen, könnte Tübingen auch 100 sofort aufnehmen. Das fände ich absolut richtig. Aber nur, wenn die Hilfe diejenigen erreicht, die sie brauchen und verdienen.
PS: Alle, die den Migranten nicht helfen wollen, sind für mich schlicht herzlos. Also bitte bis zu Ende lesen.
KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Deutschland verspielt außenpolitisches Vertrauen

Der anhaltende Krieg in der Ukraine verändert die gesamte Sicherheitsarchitektur Europas. Der russische Angriffskrieg zwingt die NATO und die EU dazu, die Bewahrung von Frieden und Freiheit in dem Teil Europas, in dem wir das große Glück haben zu leben, wieder zur vorrangigen politischen Priorit

Das Maggie Thatcher-Double dürfte Boris Johnson beerben

Im Machtkampf um Johnsons Nachfolge hat Liz Truss beste Siegchancen. Die Parteibasis der Torys liebt sie, weil sie allerlei Erinnerungen an Margaret Thatcher weckt. Doch diese Rolle spielt sie recht dreist. Von Wolfram Weimer

Theater des Schreckens

Die Geschichte der Todesstrafe und ihrer Vollstreckung zeigt: Menschen drängten zu allen Zeiten danach, Augenzeuge einer Hinrichtung zu sein, möglichst nah dabei zu sein, um das blutige Ritual zu verfolgen. Entsetzen und Schaudern, Entzücken und Empörung, Emotion und Aktion – die Symbolik de

Deutschland braucht eine neue Standortagenda

Deutschland steht am Rande einer Rezession. Die Kaufkraft der Konsumenten leidet unter dem Inflationsschub, der durch die Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln angestoßen wurde und inzwischen viele andere Gütergruppen erfasst hat. Solange der Ukraine Krieg und die Sanktionen gegenüber Russl

Wir wären vollkommen verrückt, wenn wir die Kernkraftwerke vom Netz nehmen

Es gibt keinen Grund zur Panik. Aber es gibt angesichts möglicher Energieversorgungsengpässe im Herbst dringenden Handlungsbedarf – im Sommer trotz der Parlamentsferien. Von Friedrich Merz

Merkel vor Kohl: So werden die Kanzler seit der Wiedervereinigung bewertet

Von 1998 bis 2005 war Gerhard Schröder Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er führte eine rot-grüne Koalition. Wenn man heute fragt, welcher Bundeskanzler seit der Wiedervereinigung die Interessen Deutschlands am besten vertritt oder dies getan hat, belegt Alt-Kanzlerin Angela Merkel (38 Proz

Mobile Sliding Menu