Flutkatastrophe: Grüner OB Palmer - Flächenschutz ist Hochwasserschutz | The European

Flutkatastrophe in Deutschland: Grüner OB-Palmer - Es ist nicht nur der Klimawandel

Boris Palmer18.07.2021Medien, Politik

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer sieht in der Bebauung von Siedlungsflächen auch einen Grund für die Flutkatastrophe. “Die Umwandlung von Natur in Straßen und Gebäude ist nicht nur ein trauriger Verlust an Lebensraum, sondern ein großer Treiber für mehr Hochwasser und Klimawandel.” Er macht es in Tübingen anders.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Die Gruenen), Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER

Jeden Tag wird in BW eine Fläche von 4,6 Hektar bebaut. So groß wie die Felder in diesem Bild im Neckartal. Gestern hat das Tübinger Bürgerprojekt zur Diskussion über Alternativen zum Flächenverbrauch aufgerufen. Und die gibt es.
In Tübingen haben wir nicht nur beim Klimaschutz große Fortschritte erzielt und Hochwasserschutzbauten erstellt, sondern auch den Flächenverbrauch weitgehend reduziert.
Eines meiner großen Ziele beim Amtsantritt war es daher, keine Neubaugebiete auszuweisen und das notwendige Wachstum durch Flächenrecycling zu schaffen. Das ist gelungen.
Wir haben 12.000 neue Arbeitsplätze und 10.000 Einwohner in Tübingen untergebracht und davon 95% auf bestehender Siedlungsfläche. Bei der normalen Dichte von 100 Arbeitsplätzen/Einwohner je Hektar, wären das in Neubaugebieten 220 Hektar gewesen. Tatsächlich im Außenbereich neu bebaut haben wir nur marginale 5 Hektar Land in drei kleinen Gebieten in Hirschau und Pfrondorf.
Danke an das Bürgerprojekt, das bei diesem Thema nicht locker lässt. Es muss ein Ende im Gelände geben.

@Hochwasserschutz in Tübingen

Wir haben in Tübingen die CO2-Emission im letzten Jahrzehnt um 35% pro Kopf gesenkt. Klimaschutz ist Hochwasserschutz. Aber wir sind schon zu spät dran. Der Klimawandel ist bereits in vollem Gange. Daher haben wir auch in Hochwasserschutz investiert. In meiner Amtszeit wurden die Hochwasserdämme in Bühl und Lustnau vollendet, das gesamte Neckartal bis unterhalb der Kläranlage ist seit diesem Jahr durch einen erhöhten Damm als Rückhaltebecken für ein Hochwasser ausgelegt. Schon nächstes Jahr soll der Hochwasserdamm am Neckar erhöht werden, dann sind alle bekannten Risiken abgesichert so gut das geht. Weit über 10 Millionen Euro mussten dafür investiert werden. Gut angelegtes Geld.

@Klimaschutz im Verkehr ist auch Hochwasserschutz

Die Hälfte der Versiegelung in Deutschland sind Verkehrsflächen. Dort wird das Wasser sofort in die Flüsse geleitet. Weniger Autos, weniger Parkplätze, weniger überbreite SUVs – das alles sind effektive Maßnahmen gegen Hochwasserkatastrophen.
Am Donnerstag bei uns im Klimaschutzausschuss Tübingen. Wieder sind wir Pionier und machen als erste Stadt in BW dafür einen konkreten Beschluss.
Tübingen hat das im Klimaschutzprogramm bereits vorgedacht, als es noch gar nicht erlaubt war.
Wir sind Pionierstadt im Klimaschutz und ich bin darauf stolz.
1.2.3 – liebe Klimaleugner, alle Fragen zur Existenz des Klimawandel sind in meinem Buch Erst die Fakten, dann die Moral ausführlich beantwortet.
Quelle: Facebook
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