Erhöhte Beteiligung von Asylbewerbern an Tötungsdelikten

von Boris Palmer30.08.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Ein junger Familienvater ist tot. Zeit für ihn zu trauern nimmt sich unsere Gesellschaft nicht. Stattdessen werden jeweils die Straftaten der vermeintlich anderen verurteilt, gegeneinander aufgerechnet und Vermutungen und Gerüchte gestreut und geglaubt (wenn sie ins eigene Weltbild passen), so Boris Palmer.

Meine Meinung ist:

1. Es gibt unbestreitbar eine siebenfach erhöhte Beteiligung von Asylbewerbern an Tötungsdelikten, wenn man die reine Zahl der Personen zueinander ins Verhältnis setzt. Auch der Einsatz von Messern ist statistisch belegbar mit Asylbewerbern verknüpft. Dafür gibt es auch plausible Erklärungen. Alter, Geschlecht, Status, Erfahrungen etc. Das hilft aber nichts. Das Problem ist gewaltig und es wurde viel zu lange ignoriert.

2. Eine Gesellschaft hält nur eine kleine Zahl von Morden und Gewalttaten aus, bei denen gerade die Menschen Täter sind, die Hilfe ersucht haben. Das ist nicht rassistisch, sondern menschlich. Wer das Asylrecht erhalten will, muss deshalb besonders hart und effektiv gegen solche Straftaten vorgehen. Das war bisher nicht der Fall, weil das Problem bagatellisiert wurde.

3. Wer Straftaten von Asylbewerbern nutzt, um alle Migranten anzuklagen, aus dem Land zu schaffen oder Hilfe in Not zu verweigern, löst das Problem nicht, sondern macht es noch schlimmer. Denn damit wird die Debatte auf ein ganz anderes Feld verlagert. Man kann in diesem Land einen Konsens gegen Gewalt herstellen. Die Mehrheit steht aber zum Hilfsversprechen des Grundgesetzes und ist nicht bereit, hier Abstriche zu machen. Wer beide Themen verknüpft, macht also die Sache unlösbar.

4. Wer als Reaktion auf einen Mord Demos macht, mitmarschiert oder rechtfertigt, von denen Gewalt gegen unschuldige Menschen ausgeht, die anders aussehen, setzt auf ein Unrecht ein weiteres und macht ebenfalls alles nur schlimmer.

Nun sind zwei Personen in Chemnitz verhaftet, deren Nationalität stark annehmen lässt, dass sie hier Asyl gesucht haben. Ja, das heißt eine Woche nach Offenburg und nach vielen ähnlich gelagerten Attacken, dass diese besondere Form von Gewalt gezielt angegangen werden muss. Und nein, das heißt nicht, dass Demos wie in Chemnitz jetzt berechtigt sind oder Kritik daran überzogen. Beides sind Formen einer Verrohung der Gesellschaft, die wir nicht hinnehmen dürfen. Beidem müssen wir wirksam entgegen treten.

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