Entweder Familiennachzug oder Bildungslücke

Boris Palmer20.10.2017Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

In dem Moment, wo die eigenen Kinder wegen der Flüchtlinge nicht mehr richtig lernen, ist es bei den meisten Bildungsbürgern mit der Toleranz vorbei und sie werfen dem Staat massives Versagen vor.

Flüchtlingskinder und die Schule.

Klare Ansage der Kultusministerin und Kultusminister: Wir haben ein Qualitätsproblem in den Grundschulen. Und zwar ganz wesentlich wegen Inklusion und Zuwanderung.

Sprechen wir also über das bisher kaum Gesagte: Die fast sechsstellige Zahl von Flüchtlingskindern ist größtenteils noch nicht in Regelklassen angekommen. Die Lehrerstellen können schon jetzt nicht mehr besetzt werden. Es wird viele Jahre dauern, bis Gegenmaßnahmen greifen.

Wer jetzt Familiennachzug unbeschränkt zulassen will, der muss sich entscheiden: Entweder für den Versuch, diese Kinder mit den vorhandenen Ressourcen zu beschulen und damit für mindestens ein Jahrzehnt wachsende Qualitätsprobleme. Oder: nur die Kinder ins Regelsystem, die das Niveau halten können, und daher dauerhaft separate Klassen für Flüchtlingskinder. Beides sind sehr unangenehme Wege. Gerade deswegen muss man das Problem vorher bedenken und nicht erst, wenn die Kinder im Land sind.

Was ich aber ganz sicher weiß: In dem Moment, wo die eigenen Kinder wegen der Flüchtlinge nicht mehr richtig lernen, ist es bei den meisten Bildungsbürgern mit der Toleranz vorbei und sie werfen dem Staat massives Versagen vor.

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