Frauen sind nicht lustig, zum Zweiten

Beda M. Stadler19.03.2010Gesellschaft & Kultur, Medien

Manchmal lacht der Professor, wenn Frau einen Witz erzählt – um nicht als Frauenhasser dazustehen.

Kolumnisten wie Christopher Hitchens treten nicht in jedes Fettnäpfchen, sie suchen sich besonders fetttriefende Näpfchen aus. Vor einigen Jahren schrieb Hitchens den Essay “Warum Frauen nicht lustig sind” und erhielt prompt Prügel, und zwar von Promi-Komikerinnen, die in Amerika als besonders lustig galten. Zum Teil sind diese Frauen immer noch lustig, aber sie sind selten wie weibliche Bässe.

Ja nicht als Frauenhasser dastehen

Da ich meine masochistische Seite gerne pflege, nahm ich mich ebenfalls dem Thema in einer NZZ-Kolumne an: “Frauen sind nicht lustig”. Ich erhielt ebenfalls Prügel, aber auch eine Eintrittskarte für die Darbietung einer lustigen Frau. Das Programm versprach viel seriöse Ernsthaftigkeit und wenig Spaß, sodass ich nicht hinging und vergessen habe, wie die Komikerin hieß. Selbst bei den seltenen weiblichen Ausnahmetalenten ertappe ich mich oft bei einem wohlgesinnten, gekünstelten Lachen, damit ich ja nicht als Frauenhasser dastehe. Zugegeben, manchmal muss ich echt über Frauen lachen, erinnere mich aber nicht mehr, wann das war. Wo bleiben bloß all die lustigen Frauen? Gibt es einen biologischen Grund? Komikerinnen könnten ein Vermehrungsproblem haben, sonst gäbe es mehr von ihnen. So etwas lässt sich aber schlecht untersuchen. Es muss andere Gründe geben. Wenn Männer Frauen nicht zum Lachen finden, muss das ja nicht gegen, sondern kann für uns sprechen. Wozu brauchen Frauen eigentlich männliche Lacher? Frauen sollten einfach über Frauen lachen, schon wäre das Problem mathematisch gelöst. Auf diesem Planeten sind sie zahlreicher als wir Männer. Es müssten also nur Frauen über Frauen lachen, schon wären feminine Komiker in der absoluten Mehrzahl. Diese Milchbüchlein-Rechnung beweist eigentlich bereits zwei Aussagen: Frauen sind wirklich nicht lustig, und es sind vor allem Frauen, die Frauen nicht lustig finden. Die weibliche Humorlosigkeit hätte somit nichts mit uns Männern zu tun! Oder doch?

Mangelnde Frauensolidarität kann es nicht sein

Zugegeben, es besteht nämlich die Möglichkeit, dass lustige Frauen keine Karriere machen, weil sie nichts zu lachen haben. Es gibt sie schon, MANN findet sie nur nicht. Die immer noch dominierende männliche Unterdrückung verhindert die Frauenkomik. Dieser unterschwellige Genderaspekt ist bislang noch nicht an die Oberfläche gedrungen. Mangelnde Frauensolidarität kann es nicht sein, da wir gesehen haben, Frauen sind schließlich in der Mehrzahl. Die Lösung des Problems liegt somit auf der Hand: FRAU sollte für KomikerInnen eine Quotenregel einführen, selbst mit dem Risiko, die resultierenden Einschaltquoten könnten zum Heulen sein. Das weibliche Pendant zu “Otto” hieße dann eben weiterhin “Emma”. Männer können damit leben, eine Ansammlung von negativen Eigenschaften aufzuweisen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Frauen intelligenter, liebevoller, einfach rundum besser sind. Vielleicht sind wir Männer aber tatsächlich humorvoller, und FRAU sollte diese eine und winzige Eigenschaft den Männern zugestehen. Es würde verhindern, dass wir unsere Partner danach aussuchen, ob sie zum Totlachen sind.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Terror von Links wird nicht bekämpft

Nach den linksterroristischen Ausschreitungen an Silvester war Leipzig-Connewitz in aller Munde und vor allem in den Schlagzeilen. Dabei ging nicht nur unter, dass es bundesweit Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte gegeben hat, sondern dass auch die Thomaskirche in Leipzig d

Warum bleibt die FDP so schwach?

Zu Beginn des Jahres 2020 wird in der Innenpolitik heftig über das Werben von CSU-Chef Markus Söder für einen Umbau der Bundesregierung debattiert. Über die verhaltene Reaktion der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Und über die Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borj

Die USA praktizieren den Terror

US-Präsident Trump will keinen Frieden im Nahen Osten, sondern Krieg. Aber selbst in deutschen Medien wird die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani mit dem Kampf gegen den Terror gerechtfertigt. Eine besonders dreiste Lüge.

„Kosten- und Programm-Exzesse der öffentlich-rechtlichen Sender spalten die Gesellschaft“

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU setzt sich dafür ein, die Finanzierung und Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Sender wieder auf deren Kernaufgaben zurückzuführen.

Es gibt weder „Klimaflüchtlinge“ noch ein Recht auf Immigration

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU widerspricht der Forderung der Grünen und des UN-Menschenrechtsausschusses, dass Staaten Asylbewerber aufgrund klimatischer Bedingungen in deren Heimatländern aufnehmen sollten.

Frau Merkel, treten Sie endlich zurück

Vera Lengsfeld hat einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Und bemerkt: "Alle Fehler ihrer Kanzlerschaft aufzuzählen würde den Rahmen dieser Ansprache sprengen. Deshalb seien nur die verheerendsten genannt." Welche es sind, lesen Sie hier.

Mobile Sliding Menu