Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele. Maxim Gorki

Der Papst an der Wiege des Islam

Papst Franziskus ruft bei dem ersten Besuch eines Papstes auf der arabischen Halbinsel in den Vereinigten Arabischen Emiraten für den Einsatz der Religionen für den Frieden, die Toleranz und die Einhaltung der Religionsfreiheit auf. Dialog und Toleranz sind die Schlüsselworte. Doch was bedeutet das?

Der Papst ist der Einladung der katholischen Kirche in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Führung der Vereinigten Arabischen Emirate seiner Hoheit Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und seiner Hoheit Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident, Premierminister und Regierungschef von Dubai nach Abu Dhabigekommen. An die Wiege des Islam. Undenkbar noch vor nicht allzu langer Zeit, doch die Arabischen Emirate und ihr sunnitisches Herrscherhaus setzen aufreligiöse Toleranz, auf kulturelle Freiheit, wie Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum betont: „We…are looking forward to this historic visit that will contribute to underpinning the values of tolerance, peaceful co-existence, and
cultural exchange“.

Schon dem Gründervater der Emirate Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan war der Islam als friedliche Religion und Toleranz ein großes Anliegen: „True wealth lies not just in material possibilities. The real wealth of a nation is the free individuals who hear the sound of their future“ .Ein Zitat Scheich Zayeds, auf das sich ebenso der Papst als Antwort auf seinen Empfang in den Emiraten bezieht. Doch auch von Seiten der katholischen Kirche gibt es Spuren in die Vergangenheit. Der Namenspatron des heutigen Papstes Franziskus, der Heilige Franz von Assisi, brach 1209-1219 mehrmals in den Orient auf, wurde aber durch Widrigkeiten wie Schiffsbrüche, Krankheiten aufgehalten. Er suchte die Kreuzzüge zwischen Christen und Moslems zu untergraben. Bis es schließlich gelang und er 1220 in Ägypten eine überwältigende Erfahrung machte. Er entdeckte im Lager des Sultans eine Religiosität, die ihn tief berührte. Daher ermutigte er seine Brüder friedfertig unter fremden Menschen zu leben und ihnen dienlich zu sein. „Wer es tut entdeckt nicht nur Gottesliebe in anderen Kulturen und Religionen, sondern erkennt auch, dass es keine Fremden gibt im Reich Gottes-und dass alle Grenzen, jede Ausgrenzung und Abgrenzung, Menschenwerk sind“, wird der Heilige Franziskus auf franziskaner.net zitiert. Franziskus Begegnung mit dem Islam fließt in die Ordensregel 1221 ein, die die Brüder ermutigt von Gott inspiriert unter Andersgläubige zu gehen, sie sollen unter ihnen vom Geist leben und weder zanken noch streiten sondern jedem Menschen um Gottes Willen dienstbar sein. Als Handlungsoptionen ergeben sich daraus, initiativ zu werden, ohne eigenen Interessen, am Verbindenden anknüpfen, dem Fremden Gutes tun. Nur wenn es Gott gefällt (inshallah) sollen auch Glaubenserfahrungen Thema zum spirituellen Austausch sein. Doch erst 2001 betrat mit Papst Johannes Paul II zum ersten Mal ein Papst eine Moschee, in Damaskus.

Die Emirate sind, jedoch, eine Ausnahme, leben dort 200 Nationalitäten, Angehöriger verschiedener Religionen und Kulturen, auf einem Raum zusammen. Es gibt einen eigenen Minister für Toleranz, 2019 steht unter dem Motto der „Global Tolerance“. Unter dem fünf Punkte Plan, der dazu ins Leben gerufen wurde, besonders hervorzuheben: Punkt 4. „the focus is on legislative and policy-oriented objectives that contribute mandating cultural and religious tolerance via dialogue“. International erreichten die Emirate mit ihren Initiativen gegen Extremismus und Terrorismus hohe Einstufung in den Indezes, wie zum Beispiel vom International Institute for Management Development in Switzerland. Dabei ist auch an eine Vorreiter-Rolle in der Region gedacht, ein sogenannter Spillover Effect erwünscht, wie Scheich Mohammed in den Gulf News erklärt: „The UAE must lead the way to intellectual, cultural and media initiatives that further consolidate the values tolerance and coexistence, opening up to cultures of the region and the world as a whole.“

Papst Franziskus ruft bei dem ersten Besuch eines Papstes auf der arabischen Halbinsel in den Vereinigten Arabischen Emiraten für den Einsatz der Religionen für den Frieden, die Toleranz und die Einhaltung der Religionsfreiheit auf. Dialog und Toleranz sind die Schlüsselworte. Nicht die eigene Identität gilt es zu verleugnen sondern „…den Mut zur Andersheit (aufzubringen), was die volle Anerkennung des anderen und seiner Freiheit miteinschließt, und das daraus folgende Bemühen, mich so einzusetzen, dass seine Grundrechte immer und überall und von allen anerkannt werden.“ Bildung und Gerechtigkeit, eine ganzheitliche und kohärente Entwicklung sind die Pfeiler zu diesem Ziel: Religionen als Schlüssel für eine friedliche Zukunft einzusetzen.

In seiner Predigt stellt der Papst dann die Seligpreisung in den Mittelpunkt. „..es bedeutet, das Leben als Liebesgeschichte zu begreifen, die Geschichte der treuen Liebe Gottes, der uns niemals aufgibt und immer mit uns Gemeinschaft haben will.“ Auf die Praxis bezogen vergleicht er das Verhältnis zwischen geschriebenen Evangelium und dem gelebten mit geschriebener und gespielter Musik: „Ihr seid der Chor, der eine Vielfalt von Nationen, Sprachen und Riten umfasst; eine Verschiedenartigkeit, die der Heilige Geist liebt und immer mehr in Harmonie bringen will, um daraus eine Sinfonie zu machen.“
Wunderschöne Worte, die ankamen, wie das Ereignis überhaupt.

Es ist den moderaten Kräften in der Arabischen Welt wichtig den Papst als Verbündeten zu gewinnen. Dazu gehörte auch der „Human Fraternity Dialog“ der Religionen auf Einladung des Groß-Scheichs und Groß-Imam der Al Azhar-Moschee und Universität in Kairo Dr. Ahmed Al Tayyeb. Sinn der Tagungen ist es, nach Scheich Al Tayyeb, den religiösen Extremismus und Fundamentalismus zu bekämpfen, wie er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt. Diese beiden Komponenten führen auf dem kürzesten Weg in den Terrorismus. Al Azhar will sich öffnen. „Wir haben die Initiative selbst ergriffen, den Vatikan besucht, den Erzbischof von Canterbury und den Weltkirchenrat in Genf und Florenz.“ Gesucht wird der Dialog. Weiterbildungsprogramme für Imame im Ausland angestrebt. Der Großscheich wünscht sich eine Kooperation mit der Berliner Humboldt Universität bei der Errichtung eines Lehrstuhls für islamische Theologie. Ziel ist es nach dem Großscheich, dass die Muslime, die diese Moscheen besuchen, friedlich und positiv integriert in ihren Gesellschaften leben können, um engagierte Bürger zu werden, die friedensstiftend handeln. Der Papst zeigt sich erfreut über die Einladung zu
dem Dialog der Religionen: „Faith brings us together even in the face of differences. It also keeps us away from hostility and indifference. I am happy on this occasion, granted to me by God, which will create a new chapter in the history of relations between faiths.“ Papst Franziskus betont vor den 700 Vertretern unterschiedlicher Religionen, dass alle die gleiche Würde haben. Gemeinsam unterzeichnet er mit dem Großscheich und Scheich Mohammed Al Maktoum eine Erklärung, in der jeglicher Gewalt im Namen von Religion eine Absage erteilt wird. „Entschieden erklären wir, dass Religionen niemals Krieg,Hass, Feindseligkeit und Extremismus anregen dürfen. Sie dürfen auch nicht zu Gewalt oder Blutvergießen anstacheln.“ Wie Jürgen Erbacher von der ZDF Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ zitiert. Stefan von Kempis von Vaticannews bezeichnet diese so hochrangige katholisch-islamische Erklärung als eine Art Menschenrechtscharta der zwei großen Religionen, in der nicht nur religiös motivierter Terrorismus verurteilt wird sondern auch ausdrücklich das „Recht jedes Menschen auf Freiheit“, gemeint Glaubensfreiheit, betont wird. Unter den zu schützenden Gebets- Orten werden auch Synagogen aufgeführt, und die Rechte der Frauen bekräftigt. Besonders wichtig ist der Text nach Stefan von Kempis, da er die volle Staatsbürgerschaft und volle Rechte für Christen in den mehrheitlich islamischen Ländern fordert. Der Großscheich und Al Azhar Leiter, eine der wichtigsten Stimmen im sunnitischen Islam, fordert auch Muslime in westlichen Ländern dazu auf, die Regeln und Gesetze der
Länder in denen sie leben zu befolgen. Dieses religiöse Dokument ist so brisant, dass es im Vorfeld gar nicht angekündigt wurde, um politische Einflussnahmen zu verhindern. Es hat in diesem Teil der Welt enorme politische Bedeutung. Papst Franziskus und Großscheich Al Tayebb haben damit einen Meilenstein gesetzt, hinter dem Christen und Muslime nicht so leicht zurück können. Wie Roland Juchem von den Schweizer Katholiken betont. Auch von Kempis kommt daher zu dem berechtigten Schluß „…der Geist von Abu Dhabi verdient eine Chance“.

Die Stimmung und Bedeutung dieser besonderen Tage aus Dubai, beschreibt Sabine Balve, Gründerin der Initiative Global Tolerance Faces und des World Leaders Forum Dubai, wie folgt:

“Mit dieser Reise von Papst Franziskus ist ein neues Kapitel in der Geschichte der Beziehungen zwischen den Religionen geschrieben. Die Staatsführung hat dem Papst für eine Messe das größte Sportstadion des Landes zur Verfügung gestellt, kostenlos. Wieder ein Zeichen der Großzügigkeit der Regierenden der Vereinigten Arabischen Emirate. Alle Menschen in den Emiraten, die an der Messe teilnehmen wollten, bekamen arbeitsfrei. Schulen sogar 2 Tage. Ungefähr 180.000 Besuchern sind erschienen, darunter auch tausende Muslime. Es war ein überwältigendes und sehr emotionales «historische Treffen der beiden wichtigsten religiösen Führer der Welt», welches viele von uns zu Tränen rührte.

Die Umarmung von Papst Franziskus und dem Großimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmad al-Tayyeb, während eines Besuchs der Scheich-Said-Großmoschee hatte eine großartige Symbolkraft von «Menschlicher Brüderlichkeit».”

“Ich sehe und habe die Vereinigten Arabischen Emirate immer als multikulturell und offen denkend und als TOLERANT erlebt in den letzten 13 Jahren seit dem ich hier, als Christin und Deutsche, lebe. Ich sehe es als ein islamisches und multikulturelles Land das es durchaus verdient hat Vorbild auf internationaler Ebene zu sein. Für mich sind die Emirate das New York des Mittleren Ostens, sogar besser, denn es ist eines der sichersten Länder der Welt.” So Sabine Balve.

“Parallel haben wir mit meiner neuen unabhängigen Kampagne “Global Tolerance Faces” www.globaltolerancefaces.com , die schon am 01. Januar 2017 startete, einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung und auch zu dem Dialog zwischen Muslimen und Christen geleistet. Das Motto unserer Kampagne: Friedliches Zusammenleben für eine nachhaltige Welt in Frieden

In dieser Kampagne wurden internationale Politiker, Minister, Künstler und Sportler, Weltmeister in verschiedenen Sportdisziplinen, und andere einflussreiche internationale Vorbilder für Toleranz und Frieden zwischen allen Nationen und allen Religionen zusammengebracht, die Ost und West, Nord und Süd in dem Geist verbindet, alle Menschen weltweit zu vereinen.
Einheit stärken – Vielfalt stärken – Kultur stärken – Glauben stärken – Nationen stärken – 2019, Vereinigte Arabische Emirate, Jahr der Toleranz – global feiern.”

Frau Balve möchte sich daher für die internationale Unterstützung Ihrer Initiative Global Tolerance Faces www.globaltolerancefaces.com bedanken. Bei Global Tolerance Faces Botschafterin Dr. Beatrice Bischof, Journalistin und Analystin, Vorstand der Gesellschaft für Außenpolitik, für ihren unermüdlichen Einsatz unsere gemeinsame Mission in Deutschland in den richtigen Kreisen bekannt zu machen. Bei Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, der sein Selfie mit dem Victory Symbol vom Ludwig Erhard Gipfel 2019 bereit gestellt hat, sowie Frau Dr. Beate Merk, der Bayerischen Justiz- und Europaministerin a.D., deren Anliegen die Fluchtursachen, die Folgen der Kriege und Hunger, zu bekämpfen wichtig ist. Auch um die Wogen in Europa und in Deutschland zu glätten. Doch ist es auch das Thema der neuen Bewegung von Frau Balve.. Das Anliegen, dass Menschen weltweit zusammenarbeiten müssen, um den sozialen Frieden wieder herzustellen. Dazu gehört es auch außenpolitisch Entwicklungsländer zu stärken. “Wenn Menschen mit unserer Hilfe in Ihren Heimatländern bleiben können, werden sie es uns in mehrfacher Form danken. Kein Mensch möchte aus sozialer Not seine Heimat und seinen Kulturkreis verlassen.” Es gilt auch der Dank den vielen anderen Unterstützern aus der Politik, wie der Regierung des Saarlandes, der Wirtschaftsministerin Frau Anke Rehlinger, der Oberbürgermeisterin von Saarbrücken Charlotte Britz, Herrn Willi Edelbluth, der alle parteiübergreifend eingebracht hat, dem Sport, wie dem Journalisten Patrick Lang, dessen Vater Serge den internationalen Skiweltcup ins Leben gerufen hat, ein wahrlicher Ansatz zur Völkerverständigung, Peter Dumont, dem CEO und Thinktank Gründer “The Art of New”, Experte für Trendforschung & Digitalisierung sowie seinem Chefberater und Oskarpreisträger Tyron Montgomery, …und vielen anderen….

“Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass die Nutzung der Social-Media-Plattform von Global Tolerance Faces helfen kann die die sozialen Spannungen zu lösen und genutzt werden muss, um Positivität zu verbreiten und die Kultur des Dialogs und der Toleranz zu fördern. Sie sind wichtig den Prozess der Völkerverständigung zu unterstützen. Lasst uns gemeinsam Brücken des Friedens, Respekt, Toleranz und Menschlichkeit bauen: weltweit! Sagt Sabine Balve Gründerin von www.globaltolerancefaces.com in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Papst Franziskus, Andreas T. Sturm, Georg Dietlein.

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