Die Flucht ins Nationale ist ein Irrtum

Anton Hofreiter17.01.2018Europa, Medien, Politik

Die europäische Integration, das Zusammenwachsen der Völker, ist die Antwort auf Nationalismus und Krieg, auf Hass und Spaltung. All das hat unseren Kontinent so oft in den Abgrund gestürzt. Für mich gilt diese Antwort immer noch. Die Europäische Union ist in einer globalisierten Welt die einzige Möglichkeit, gemeinsam für eine gerechte und humane Zukunft zu streiten.

Die Geister der Vergangenheit – die Flucht ins Nationale ist ein Irrtum

Die Antwort auf globale Herausforderungen wie Klimawandel, die Macht multinationaler Konzerne oder die Armut in der Welt kann kein Nationalstaat mehr allein geben. Wir schaffen das nur gemeinsam. Die Rechtspopulisten von Dänemark bis Ungarn, in Deutschland, Frankreich oder Österreich reden vom Ideal der Heimat, des Volks. Aber der Rückzug ins Nationale ist keine Option, er ist ein Irrtum. Offenheit, Austausch, Zusammenarbeit, Mitmenschlichkeit – all das wollen die Le Pens, die Petrys und Hofers nicht. Wir Grüne sind das Gegenmodell. Wir stehen für ein gemeinsames Europa, wir streiten für eine gute Zukunft gemeinsam mit unseren Nachbarinnen und Nachbarn. Die EU muss besser werden, sie muss wieder zur Sache aller werden.

Die großen Versprechen der EU – Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie

Diese großen Versprechen löst die EU viel zu oft nicht ein. Weil die Regierungen nicht mitziehen, weil die Ressourcen nicht reichen, weil Streit Lösungen unendlich verzögert. Aber sich von der EU abzuwenden ist keine Lösung – wir müssen sie besser machen! Wir müssen diese Werte wieder mit Leben füllen. Die EU ist viel mehr als eine Wirtschaftsunion, sie steht für das Miteinander statt das Trennende.

Die Lösung liegt in der Europäischen Union

Ich will den Zusammenhalt in Europa stärken, denn wir brauchen eine starke Europäische Union, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Die Lösungen der Konflikte in Europas Nachbarschaft, der Kampf gegen die Klimakrise, die soziale Regulierung eines zügellosen globalen Kapitalismus´, eine humane Flüchtlingspolitik – all diese Herausforderungen können wir nur mithilfe der Europäischen Union lösen. Für eine lebenswerte Zukunft brauchen wir Europa. Und dafür müssen wir kämpfen.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Sebastian Kurz war Merkel schon immer einen Schritt voraus

Sebastian Kurz hat es Europa mal wieder gezeigt. Er fährt in die andere Richtung als seine Kollegen. Wo andere im Shutdown verharren, denkt er über Lockerungen nach. Kurz ist nach der Flüchtlingskrise 2015 wieder zum Macher und Taktgeber Europas geworden. Er setzt neue Akzente und gibt den Bürge

„Coronabonds führen zu einer Verschuldungslawine, die nichts als Hass und Streit übrig lassen wird“

Der Top-Ökonom und ehemalige Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über platzende Geldpolitik-Blasen und mögliche Schuldenschnitte, warum der Euro nicht zu jedem Preis überleben muss und es anstatt Coronabonds aufzulegen sinnvoller wäre Italiens Krankenhäusern Geldgeschenke zu machen.

Corona als Hoffnungsträger im Kampf gegen den Kapitalismus

Weltweit hoffen Antikapitalisten, die Corona-Krise könne endlich das lang ersehnte Ende des Kapitalismus einläuten. Ob in den USA, Großbritannien, Frankreich oder Deutschland: Die Argumentation der antikapitalistischen Intellektuellen ist überall gleich. Sie hatten eigentlich schon gehofft, dass

Merkels 4 Coronakrisenmanager

Krisenmanager sind in Coronazeiten gefragt. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gleich vier davon. Drei von ihnen sind potentielle Kanzlerkandidaten, Markus Söder, Jens Spahn und Armin Laschet.

Umweltpolitik degenerierte zum „Ökomoralismus

Der langjährige „Welt“-Journalist Ansgar Graw, inzwischen Herausgeber von "The European", stellt in seinem aktuellen Buch die These auf, dass wir zurzeit eine „grüne Hegemonie“ erleben. Dies mag unter anderem an der „medialen Dauerpräsenz grüner Kernanliegen“ liegen. Für die Zeit vo

Sushi-Bar, Ölheizungen und Kernkraftwerke

Die Grünen fordern in der Corona-Krise eine „Pandemiewirtschaft“, Abschalten der Kernkraftwerke, Austauschen von Ölheizungen, Eurobonds und die Aufnahme von „vulnerablen“ Flüchtlingen von den griechischen Inseln.

Mobile Sliding Menu