Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel fährt weiter Diesel

von Ansgar Lange7.09.2017Europa, Innenpolitik, Wirtschaft

Während die Deutsche Umwelthilfe eine Klagewelle in Dutzenden von deutschen Städten ankündigt, hat Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) einen neuen Diesel als Dienstwagen bestellt.

Ein Elektro-Auto oder ein Hybrid sei für ihn nicht in Frage gekommen, da es ein vergleichbares Modell mit dieser Reichweite und Größe zurzeit nicht auf dem Markt gebe, berichtet die Rheinische. Geisel hat sich für eine Mercedes-Benz-V-Klasse mit der Norm Euro 6 entschieden. Dieses Modell ist nur mit einem Dieselmotor verfügbar.

Das Beispiel zeigt, dass man nicht einfach aus der Realität aussteigen kann. Der Diesel wird auf absehbare Zeit als Brückentechnologie gebraucht. Was wir aber definitiv auch brauchen, ist eine Zukunftsstrategie Auto. Momentan befinden wir uns in der Defensive und Rückschau. Nur mit dem Blick in den Rückspiegel können wir aber nicht das Mobilitätskonzept von morgen erstellen. Dazu gehört der Blick nach vorn.

Die derzeitige Diskussion dreht sich vornehmlich um Verbote (von Diesel-Fahrzeugen) oder Quoten (für Elektrofahrzeuge). Ein solcher dirigistischer Ansatz führt uns auf den Holzweg. Wir brauchen zum einen eine Offenheit gegenüber neuen Technologien und eine gewisse Freude am Experimentieren. Die Autoindustrie und auch die staatliche Hände sind jetzt gut beraten, mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren, damit wir unsere immer noch fantastische Stellung der Autoindustrie auf dem Weltmarkt halten können. Auch wenn einige Top-Manager zuletzt versagt haben mögen: Die Autostrategie der Zukunft wird maßgeblich von Menschen geschrieben werden. Denn gefragt ist nun der Faktor Personal, gefragt sind Top-Talente aus verschiedenen Bereichen, die die Chancen der Digitalisierung und des autonomen Fahrens nutzen. Rudolf Diesel hat Ende des 19. Jahrhunderts den Diesel-Motor entwickelt, nicht irgendein Politiker des Deutschen Kaiserreiches. Was an die Stelle des Verbrennungsmotors tritt, darüber werden auch nicht die Politiker entscheiden, die jetzt feste Quoten für die Elektromobilität fordern.

Heute weiß niemand, welche Mobilitätskonzepte und Technologien sich in Zukunft tatsächlich durchsetzen, schreibt der baden-württembergische FDP-Politiker Michael Theurer in einem Namensbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Eine ideologisch motivierte Entweder-oder-Politik führe in eine technologische Sackgasse. Die Quote für Elektroautos stehe für einen gefährlichen, planwirtschaftlichen Irrglauben, der uns geradewegs in die nächste Krise führen könne: „Probleme wie die grausame Kinderarbeit beim Kobalt-Abbau im Kongo und der hohe Wasserverbrauch beim Lithium-Abbau werden ignoriert, zudem ist die Entsorgung ungeklärt, und es fehlt die Ladeinfrastruktur.“

Theurer wagt einen optimistischen Blick nach vorn: Die Etablierung und der Ausbau von Mobilitätsclustern in Verbindung mit einem branchenübergreifenden Technologietransfer böten enormen Erfolgsaussichten für die Zukunft – jedenfalls mehr als Software-Updates, Quoten und Fahrverbote.

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