Der Staat unternimmt zu wenig gegen die Kinderarmut

von Annalena Baerbock12.02.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Wir haben in unserem Land ein gravierendes Problem und das heißt Kinderarmut.

Wenn der überwältigende Teil der im Kinderreport befragten Jugendlichen und Erwachsenen angibt, dass Staat und Gesellschaft bei der Bekämpfung der Kinderarmut zu wenig unternehmen, dann zeigt das doch: Wir haben in unserem Land ein gravierendes Problem und das heißt Kinderarmut.

Die große Herausforderung ist, dass unsere Gesellschaft diese oft nicht sieht. Unsichtbare Armut, das ist das Kind, das nicht zum Kindergeburtstag kommen kann, weil seine Eltern sich das Geschenk nicht leisten können. Das ist das Kind, das zufällig immer fehlt, wenn seine Klasse einen Ausflug macht. Das ist das Kind, das beim Mittagessen in der Schule mit leerem Magen auf dem Pausenhof wartet.

Diese Kinder lernen von Anfang an, sie gehören nicht dazu. Eine Bundesregierung, die vor Kinderarmut und unsichtbarer Armut die Augen verschließt, setzt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancengleichheit aufs Spiel.

Wir brauchen ein Maßnahmenpaket, das Kinder aus der Armut führt, Alleinerziehende unterstützt und an Kitas und Schulen kostenloses Schulessen anbietet. Beim Kampf gegen Kinderarmut weiter nicht zu handeln wäre im tiefsten Sinne unsozial.

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