Au backe

Alissia Passia13.12.2014Medien

Sat.1-Castingshow „Das große Backen“ bringt Jurymitglieder auf die Palme und Teilnehmer zur Verzweiflung. Über das große Ekeln vor dem Fernseher.

Dramatik pur an den Backblechen, als das nachträglich eingearbeitete Hallen von Enie van de Meiklokjes Worten Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen bis ins Mark trifft. Eh man zur Ruhe kommen kann, jagt auch schon eine Slow-Motion in reduzierter Farbe hinterher, Ausschnitte von verzweifelten Gesichtern verleihen der Szene den letzten Schliff.

Battles ihres Lebens: Cake Pops und Brandteig

Was wie ein wahr gewordener Albtraum klingt, ist auch einer. Zumindest für all jene, die Teilnehmer der Sat.1-Castingshow „Das große Backen“ sind. Bereits beim Einschalten wird klar: Das hat nichts mehr mit Spaß zu tun. Wild zusammengewürfelte Hobby-Teigkneter haben ihre Schürze umgebunden, um sich den Battles ihres Lebens zu stellen: Brandteig anfertigen, Cake Pops machen und mehrschichtige Torten backen.

Alles Dinge, die man eigentlich von einem Konditor-Künstler erwarten könnte. Doch mitnichten. Für viele scheint die eine oder andere Aufgabe eine lebensverändernde Herausforderung zu sein. Situationen, in denen sie an ihre Grenzen stoßen. Doch mit dem persönlichen Scheitern ist es noch lange nicht getan. Am Schluss kommt – Sie ahnen es schon – die Stimmen aus der Hölle: die Jury. Und auch wenn wir uns in einer Sendung rund um süße Genüsse bewegen, schmiert man sich hier weiß Gott keinen Honig um den Mund. Perfekte Kuvertüre? Nicht perfekt genug, solange sich der Juror nicht drin spiegeln kann. Selbst bei der Vanillecreme kommt es auf Maßarbeit an, „Schaumschläger“ erkennt man hier schon auf den ersten Blick.

Süße Sünden und großer Ekel

Wer das schon befremdlich findet, der möge sich die Bilder vor Augen führen, die ich lieber nicht gesehen hätte: Teilnehmer, die ihren Cake Pop in Schokolade tunken und ihre mit Süßem benetzten Hände ablecken, um wenige Sekunden später wieder das Stück Kuchen am Stiel zu begrabbeln.

Momente zwischen Kopfkratzen und In-der-getrockneten-Schokolade-Pulen, den Verzweiflungsschweiß von der Stirn wischend beinahe zeitgleich den Teig ausrollend. Wer sich danach immer noch für süße Sünden begeistern kann, dem gebührt großes Lob, so wie ich es auch für den Schnittmeister der Sendung aussprechen möchte. Ganz großer Ekel vor dem Fernseher, der dazu verleitet, etwas zu machen, was man niemals wiederholen wollte: erneut über furchtbare Castingshows zu schreiben.

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