Daumen runter

Alissia Passia7.12.2013Gesellschaft & Kultur, Wirtschaft

Yelps Übernahme vom Bewertungsportal Qype sorgt für viel Unmut in Inhaberkreisen und auch unter den Bewertenden. Über ein Forum, das niemandem eine Meinung lässt.

Wonach suchen Sie sich die Lokalität aus, die Ihnen am Abend pure Gaumenfreude bescheren soll? Vielleicht führte Sie der Hunger oder der Arztbedarf bereits auf Bewertungsportale wie Qype. Getreu des Gelbe-Seiten-Prinzips fand man hier diverse Firmen, Ärzte und Restaurationen, die sich der Meinung der Community stellten. War das Essen furchtbar und die Bedienung grantig, so war dies oftmals detailgetreu zu lesen – solange es nicht gegen die Regeln verstieß. Die Beiträge ließen sich auch untereinander kommentieren, es entstanden zum Teil hitzige Diskussionen. Doch das gehört seit der Übernahme von Yelp nun der Vergangenheit an.

„War dieser Beitrag hilfreich, lustig, cool“ – weder noch, dachte ich mir, als ich mit Entsetzen das erste Mal die Yelp-Seite einer Lokalität überflog. Schon allein das Bewertungsprinzip lässt auf eine junge Zielgruppe schließen, die hier bevorzugt angesprochen wird. Doch nicht nur das, dieses Teenie-Voting erinnert mich stark an Blogs von pubertierenden Girls, die mit Kritik nicht umgehen können und möchten, dass alle einen ja toll finden.

Kein Einfluss kompetenter Menschen

Und wozu sollte ich einen virtuellen Beitrag mit einem Eselsohr versehen? Desaströser als all das ist jedoch die neue Filterfunktion, die ohne jeglichen Einfluss von kompetenten Menschen gemacht zu sein scheint. Es lebe der Automatismus, der hier eindeutig ins Autistische rüberschwingt, Bewertungen werden willkürlich ausgewählt, rausgeworfen und Friseure, Lokale und andere klagen bereits über die Ruinierung ihres guten Rufs.

Die bahnbrechende Software soll, laut Yelp, nach Qualität und Vertrauenswürdigkeit filtern. Gerne gebe ich einen Beitrag wieder, in dem es sich eigentlich um ein vietnamesisches Restaurant drehen sollte, stattdessen wurde über die Studienzeit in der DDR berichtet. Vertrauenswürdig? Qualitativ wertvoll? Ne, eher „hilfreich, lustig oder cool“ …
Einfluss auf die Bewertung hat vor allem das Ansehen des Yelpers in seinem virtuellen Universum. Besitzt er jede Menge Freunde und auf so etwas kommt es ja auch im wahren Leben an, geht er bei der Software als vertrauensvoll durch. Auch viele geschriebene Beiträge wissen dieses Meisterwerk der technischen Schöpfung zu manipulieren. Ob diese Beiträge negativer Natur gewesen sind oder ohne Sinn oder Verstand verfasst wurden, das ist Yelp und seinem Programm ziemlich egal.

Während bei Qype noch Ärzte und so manches Restaurant an ihren Profilen rumschraubten, Sprechstundengehilfinnen die Administration übernahmen und den sich beschwerenden Qyper gleich eines besseren Belehren wollten, grenzt diese Form von willkürlicher Steuerung an stupide Manipulation. Und bevor ich mich hier noch mehr in Rage schreibe, möchte ich einfach in den Raum schmeißen: Meinung äußern? Aber bitte ohne Inhalt!

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