Danke

von Alexandra Schade28.12.2012Gesellschaft & Kultur

Weihnachten in Berlin ist auch nicht anders als in Mainz oder Hamburg – im Mittelpunkt stehen Familie und Tradition.

Ich liebe Feste. Geschenke für andere aussuchen und einpacken ist großartig, selbst beschenkt werden ebenso. Der materielle Wert ist dabei völlig egal, von anderen bedacht werden, ist mit das Größte, was es gibt. Ich schätze, nur Kinder sind besser, aber so weit bin ich noch nicht.

Weihnachten in Berlin ist nicht anders

Es ist daher nicht verwunderlich, dass ich nicht nur wahnsinnig gern Geburtstag habe, sondern auch ein riesiger Weihnachts-Fan bin. Plätzchen, Glühwein, Rotkohl und Gänsebraten – herrlich.

Ich verbringe Weihnachten in Berlin, aber abgesehen von der Örtlichkeit ist es hier nicht anders als in den Heimatstädten der Kollegen. Die Stadt ist über die Feiertage auch nicht leer. Es stimmt, hier leben viele Zugezogene, die zu Weihnachten nach Hause zurückkehren. Ebenso verhält es sich aber mit den zahlreichen Kindern der Stadt, die ihren Lebensmittelpunkt woanders hin verlagert haben und nun ihre Familien besuchen.

Auch bei „meinem“ Weihnachten stehen Familie und Tradition im Mittelpunkt, obwohl ich Weihnachten selbst seit einiger Zeit ohne meine Eltern verbringe. Keine Angst, unser Verhältnis ist hervorragend. Nur ziehen es meine Mutter und mein Vater eben vor, über die Feiertage die Stadt zu verlassen, in den Urlaub zu fahren, zu entspannen.

Heilig Abend und den 1. Weihnachtsfeiertag verbringe ich seit einigen Jahren bei den Schwiegereltern, denen ich an dieser Stelle recht herzlich dafür danken möchte, dass ich das darf, dass sie mich in ihre Familientradition einbeziehen. Am 24. Dezember brechen mein Freund und ich nun also immer mit Sack und Pack auf in die Außenbezirke Berlins. Am Ziel angekommen, werden die Geschenke unter den Baum gelegt, der Kamin entfacht und die Süßigkeiten auf dem bunten Teller geleert.

Später gibt es zunächst Kartoffelsalat und Wiener (der Tradition wegen) und dann Schweinemedaillons in Gorgonzolasoße (dem feierlichen Anlass besser entsprechend). Anschließend folgt die Bescherung, später Wein und Brettspiele, herrlich.

Der 1. Weihnachtsfeiertag ist bis zum Verzehr der Gans mit der Zubereitung derselbigen erfüllt. Da dies in der Schwiegerfamilie eine überwiegend männliche Angelegenheit ist, biete ich meine Hilfe natürlich trotzdem an, decke zumeist dann aber doch nur den Tisch und verbringe die übrige Zeit in der Regel mit Lesen oder Märchen gucken. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ läuft ja zum Glück quasi rund um die Uhr dieser Tage. Nachdem der Bauch dann wieder einmal voll ist, geht es zurück nach Hause und Weihnachten ist schon wieder vorbei. Ich freue mich schon jetzt sehr auf das nächste Jahr.

Weihnachten rückt alles wieder ins Lot

Ich bin überhaupt nicht religiös, aber das Fest der Liebe ist auch für mich mehr als nur der Austausch materieller Gaben. Es ist etwas ganz Besonderes; es lässt mich den alltäglichen Stress und die Probleme, die wir alle so mit uns herum tragen, vernachlässigen und zeigt mir, was wirklich wichtig ist – Familie und Freunde. Die wenigen Tage Ende Dezember rücken alles wieder ins Lot und geben mir neue Kraft. Ich bin nicht allein. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und hoffe, dass es noch ganz lange so sein wird.

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