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Im Osten nichts Neues

In der Tagesschau auch heute zum Berichten über den Kretschmer-Besuch Demonstrationsbilder, die allerdings vom vergangenen Sonntag und Montag stammen. Die Botschaft muss um jeden Preis aufrechterhalten werden, dass in Chemnitz Ausnahmezustand herrscht, schreibt Alexander Wendt auf seiner Facebookseite.

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Heute Besuch für einen Termin in Chemnitz – den Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in der Stadt. Seine Tour begann übrigens an einer Oberschule, an der 39 Prozent der Kinder Migrationshintergrund haben. So viel zu der immer wieder geschriebenen und gesendeten Erzählung, es gebe im Osten so gut wie keine Migranten (beziehungsweise Annetta Kahane: “Ostdeutschland ist noch immer zu weiß”), weshalb die Ostdeutschen eben alle tendenziell Rassisten seien.

Die Kinder in der Schule kommen übrigens sehr gut miteinander klar.

In den Medien herumgereicht wurde auch die Warnung einer linken Organisation, als Migranten erkennbare Menschen sollten sich fortan zur eigenen Sicherheit vom Chemnitzer Stadtzentrum fernhalten. Die übliche mediale Fortschreibung bestand dann meist in einem intensiven Lustgrusel: so weit ist es dort!

Deshalb ist es interessant, sich im Stadtzentrum umzuschauen. Dort (und auf dem Bahnhof) hatte ich sehr viele meist junge Leute aus afrikanischen, arabischen und fernöstlichen Ländern gesehen. Als normale Passanten, durchaus nicht verängstigt. Diejenigen, die die Lügengeschichten von der angeblichen “Hetzjagd” am Sonntag in Chemnitz in Umlauf brachten, machten sich bisher auch nicht die Mühe nachzuforschen, ob die Adressaten der Warnung, das Chemnitzer Stadtzentrum zu meiden, der Warnung überhaupt irgendeine Bedeutung beimessen. Sie tun es ganz offensichtlich nicht.

In der Tagesschau auch heute zum Berichten über den Kretschmer-Besuch Demonstrationsbilder, die allerdings vom vergangenen Sonntag und Montag stammen. T-Online illustriert seinen Bericht über den Kretschmer-Besuch in Chemnitz nicht mit einem Bild von Kretschmar in der Schule, sondern mit einem Foto, das Polizisten in Sonderausrüstung zeigt, also mit Schutzpanzern. Die Botschaft muss um jeden Preis aufrechterhalten werden, dass in Chemnitz Ausnahmezustand herrscht, dass Dunkelhäutige sich nicht mehr aus dem Haus trauen, dass der Mob durch die Straßen tobt und nur durch Sondereinheiten der Polizei im Zaum gehalten werden kann.

Erst wer durch die völlig ruhige Stadt geht, merkt das Ausmaß einer Manipulation, die mittlerweile – so kann man das sagen – Ostniveau erreicht hat.

Quelle: Alexander Wendt

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Ska Keller, Alice Weidel, Vera Lengsfeld.

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