Broderline

Alexander Wallasch31.12.2012Gesellschaft & Kultur, Medien

Henryk M. Broders Schmutzkampagne gegen Jakob Augstein erreicht einen neuen Höhepunkt. Dieses Mal mit Unterstützung des Simon Wiesenthal Centers.

Henryk M. Broder hat sich 2012 für Jakob Augstein ein besonderes Weihnachtsgeschenk einfallen lassen. Nicht er persönlich, aber das Simon Wiesenthal Center ausnahmsweise in Personalunion mit Broder.

Angelehnt an die “FBI Most-wanted-Top-Ten-Liste(http://www.fbi.gov/wanted/topten
)”:http://www.fbi.gov/wanted/topten heißt es beim Wiesenthal Center: „2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“.

Und tatsächlich steht dort Jakob Augstein hinter „Muslim Bruderschaft“ und „Mahmoud Ahmadinejad“ auf Platz 9 der Most-wanted-Antisemiten. Broders „Achse des Guten“ titelt sofort nach Erscheinen begeistert: „Nur Platz 9! Schade, er hätte etwas Besseres verdient!“ Geht’s eigentlich noch abgeschmackter?

Belegt wird die Platzierung Augsteins übrigens mit – man ahnt es bereits – Broders Schmutzattacke gegen Augstein. Und das klingt bei Wiesenthal Center auf der Most Wanted Liste so:

bq. Respected „Die Welt“ columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German anti-Semitism, labeled Augstein a „little Streicher“ adding: „Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure anti-Semite … an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.“

Zum Kotzen. Und mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Soll sich 2013, wer sich mit Broder noch in einen zivilisierten Gedankenaustausch begeben mag, oder seine Ausfälle für Kavaliersdelikte hält, seine eigenen Gedanken machen. Allen voran „Die Welt“. Frohes neues Jahr.

Was macht Jakob Augstein?

Der füttert die Paranoia der Verschwörungstheoretiker, indem er sich atypisch devot gegenüber dem jetzt internationalisierten Broder-Vorwurf verhält. Aber lesen Sie selbst, was der Welt „neuntfieseste Antisemit“ persönlich auf Facebook dazu zu sagen hat:

bq. Das Simon Wiesenthal Center hat mich auf eine Liste der „Top Ten der antisemitischen und antiisraelischen Beschimpfungen“ gesetzt. Die dpa fragte gestern, was ich davon halte. Ich habe den Kollegen dieses hier geantwortet:

bq. „Das SWC ist eine wichtige, international anerkannte Einrichtung. Fuer die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt. Um so betrueblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwaecht wird. Das ist zwangslaeufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird.“

Unter der Überschrift „Zu häufig gesehene Personen“ führt die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ in der Silvester-Ausgabe Benjamin Netanjahu. Begründet wir das dort so:
„Der Mann, der klammheimlich das Westjordanland annektiert (…) wird auch nächstes Jahr damit nicht aufhören. Und am Ende wird ihm die Geschichte, die keine Gerechtigkeit, sondern nur Fakten kennt, auch noch recht geben.“ Wer hat’s geschrieben? Kein geringerer als Maxim Biller. Das sollte doch mindestens Platz 8 auf der Liste sein vor Augstein. Aber die Liste für 2012 ist ja bereits geschrieben. Schlauer Maxim.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Wer soll das bezahlen?

Der Bundestag hat ein Corona-Hilfspaket von insgesamt 756 Milliarden Euro beschlossen. Um Himmels willen, wer soll das bezahlen? Wieder einmal bestätigt sich der berühmte Satz Bertold Brechts: „Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.“

„Der Markt regelt das“ eben nicht

„Der Markt regelt das“?! Mediziner klagten am Wochenende über große Preisanstiege bei Medikamenten, unter anderem für das Narkosemittel Propofol. Der Preis einer Ampulle habe sich von einem auf 20 Euro erhöht – so die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Das Med

Linda Teuteberg (FDP): Es wird länger dauern als bei Banken- und Eurokrise

„The European“ hat in allen Bundestagsfraktionen nachgefragt: Wie gehen Abgeordnete mit Corona um? Wie hat sich ihr Alltag geändert? Haben sie Tipps für den Bürger? Und vor allem: Wann normalisiert sich unser Leben wieder? Hier antwortet die Bundestagsabgeordnete und FDP-Generalsekretärin Li

Ist die politische und mediale Hysterie vielleicht viel ansteckender und gefährlicher als die biologische?

Europa im Ausnahmezustand. Das öffentliche Leben wird lahmgelegt, Kindergärten, Schulen und Sportstätten geschlossen, in den Supermärkten kommt es zu Schlangen und Hamsterkäufen, die Wirtschaft stürzt in eine Rezession und Depression, soziale Kontakte sollen begrenzt und Menschen in ihren Wohn

Der Shutdown muss am 19. April aufhören

Wenn wir die Totalblockade nicht bald beenden, entsteht ein historisches Desaster in der deutschen Wirtschaft und im sozialen Gefüge des Landes / Die Politik sollte den Radikalmodus aufhören und jetzt die intelligente Virus-Bekämpfung starten.

Linken und rechten Extremismus müssen wir vermeiden

Nun ist der „Stresstest“ für die Demokratie heute ungleich größer. Denn noch niemals in der Geschichte der Bundesrepublik war das Land so nah an dem, was die Notstandsgesetzgeber als „worst-case-scenario“ befürchtet haben. Noch nie mussten Regierungen zu solchen Einschränkungen von Frei

Mobile Sliding Menu