Alter Wein in teuren Schläuchen

von Alexander Kissler11.11.2009Gesellschaft & Kultur, Medien

Der Spartenkanal ZDFneo ist vor allem ein Etikettenschwindel und eine Gebührengeldverbrennungsmaschine. Mit Dokusoaps ohne Ende pulverisieren die Mainzer die eigenen Ansprüche.

ZDFneo”, wusste der Intendant, “brauchen wir.” Die Gründung sei “unumgänglich” gewesen. Der “digitale Spartensender” widme sich nämlich “gezielt der Mitte der Gesellschaft, den 25- bis 45-Jährigen”. Prinzipiell und ganz konkret ist da ein Widerwort unumgänglich. Die immer weitere Ausfächerung gebührenfinanzierter Sender, die Gettoisierung des einstigen Vollprogramms, führt zur intellektuellen wie programmatischen Auszehrung des verbliebenen Rests. Wer Dokumentationen sehen will, Theateraufführungen, Parlamentsdebatten oder ähnlich quotenschwache, aber wichtige Formate, der wird lächelnd weitergereicht an den ZDF Theaterkanal, an Phönix, an den ZDF Infokanal. Dort mögen sich die Lucky Few dann tummeln. Im ZDF selbst macht derweil die Infantilisierung und Emotionalisierung Fortschritte: “Herr zu Guttenberg, haben Sie eigentlich gut geschlafen?

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