Ich war beliebt und damit gefährlich. Gabriele Pauli

Kaserne mit Kita

Mit Kitas wirbt die Armee um mehr Frauen: Wie man Realitäten einer Ideologie aufopfert.

Mag Kriegsgott Mars noch so viele Länder in Brand setzen, mögen die Schlachtfelder wachsen und die Bedrohungen sich vervielfältigen: Deutschland ist fest entschlossen, den Pazifismus zu vollenden. Aus der Bundeswehr soll eine Mutter-mit-Kind-Truppe werden, für die sich dann die Frage nach der Bündnisfähigkeit erledigt hat. Anders werden die Worte von Generalinspekteur Volker Wieker kaum in Taten zu übersetzen sein. Wieker kündigte in der „Bild am Sonntag“ an, die Bundeswehr wolle den „Frauenanteil in den Streitkräften“, im Truppendienst also von Heer, Luftwaffe, Marine, auf eine „Gesamtquote von 15 Prozent“ steigern. Derzeit liege sie sechs Punkte darunter. Zu diesem Zweck sollen „mehr Kindertagesstätten“ eingerichtet werden, vermutlich mit zu Betreuerinnen umgeschulten „Schlecker“-Frauen. Krabbelgruppen und Kanonen, Kindergeschrei und Kommiss – ist das die Zukunft der Landesverteidigung?

Jeder und jede kann, darf und soll alles tun

Ehemalige Zivildienstleistende wie der Autor dieser Zeilen taugen schlecht als Verteidiger militärischer Disziplin. Doch selbst dem gewaltskeptischsten Philanthropen leuchtet die Absicht ein hinter so viel Unfug, und diese Absicht verstimmt: Um den an Mars‘ Stelle getretenen Götzen Gleichstellung zu besänftigen, wird ihm ein weiteres Opfer dargebracht. Die Wehr soll verweiblicht werden, damit sie sich künftig weniger wehren muss. Dazu fordert sie Kleinkinder zur Betreuung in ihren Bezirk. Um dem Wahne zu gefallen, jeder und jede könne, dürfe, solle alles tun, um also das Besondere zu diskriminieren und der Natur eine Nase zu drehen, fällt die Armee sich selbst in den Arm. Der Ideologie wird die Realität geopfert.

Durchaus umstritten darf die steile Aussage des Militärhistorikers Martin van Creveld genannt werden, wonach „dem Niedergang des Militärs der Zustrom der Frau folgte und der Zustrom der Frauen den Niedergang des Heeres weiter beschleunigte“; das Schicksal der Bundeswehr seit 2001, als erstmals Soldatinnen ihren Dienst aufnahmen, sei dafür ein Beispiel. Unumstritten aber ist die Differenz nicht nur der körperlichen Voraussetzungen, sind Größe, Gewicht, Physis und Psyche glücklicherweise unterschiedlich ausgeprägt. Laut van Creveld bestand in Kanada ein Prozent der Frauen die Abschlussprüfung des Standardinfanterietrainings für Männer.

Jekami bei der Bundeswehr

Unumstritten auch lässt sich längst nicht jede Frau, nicht jeder Mann das innere Wissen abmarkten, dass sie mit je verschiedenen Augen auf dieselbe Welt schauen. Dass es nicht gut ist, wenn Männer unbedingt in der Hebammenkunst und Frauen im Bergbau reüssieren wollen. Dass es weise eingerichtet ist, wenn „Kinder und Frauen“ bei Katastrophen zuerst in Sicherheit gebracht werden. Wenn Frauen also hoffen dürfen, von Männern nicht als Ihresgleichen wahrgenommen zu werden. Und umgekehrt. Wer Unterschiede nicht aushält, zerschellt an ihnen.

Gemäß der neudeutschen Jekami-Philosophie der Bundeswehr kann der Tag nicht ausbleiben, an dem das gleichermaßen nivellierte wie vermutlich auch geschwächte Heer zum letzten Halali bläst. Um es ganz altmodisch zu sagen: Mir graut vor einer Gegenwart, in der Soldatinnen zum Marsch ansetzen in einen Krieg, den sie verlieren. Ich mag mir eine Gegenwart nicht ausmalen, die ihre Wege ins Gefecht mit Frauenleichen pflastert.

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