Es gibt ja immer Krise und nie gute Zeiten – zumindest kriege ich die nicht mit. Dagobert Jäger

Ökopolis

Schon heute verbrauchen Städte zwei Drittel der weltweiten Energie. Die Stadt der Zukunft muss sich gesundsparen. Ziel ist die Senkung des Energieverbrauchs und die Steigerung der Effizienz. Dabei kommt den Megacitys von morgen eine Schlüsselfunktion zu.

Die Globalisierung hat zu einer neuen Dimension der Stadtentwicklungsdynamik sowie der Stadtgröße geführt und Megacitys und Gigacitys hervorgebracht. Hyperdynamik und Hochgeschwindigkeitsurbanisierung werden zu großen Herausforderungen, denn Städte verbrauchen heute mehr als zwei Drittel der auf der Erde genutzten Energie, obwohl hier nur knapp mehr als 50 Prozent der Menschheit leben. Sie drohen damit zum Problem für die Umwelt, die Lebensqualität und die Gesundheit zu werden.

Traditionelle Methoden der Planung und übliche Steuerungsmechanismen greifen hier nicht mehr. Megacitys brauchen nicht nur intelligente Technologien, sondern auch neue Formen von Entscheidungsprozessen und innovative Kommunikationsansätze. Könnten sie dann auch Schlüssel zu einer wirksamen Klimapolitik werden?

Megacitys müssen schlau werden

Neue Technologien für eine Erhöhung der Energieeffizienz sind bereits in der Entwicklung oder in Anwendung: Intelligente Gebäudetechnik, Produktion erneuerbarer Energien durch Kraft-Wärme-Kopplung, Nutzung der Sonne und des Windes werden sich in der Stadt durchsetzen. Das reicht aber nicht.

Megacitys müssen auch schlauer und damit zu Vorbildern für die Gesellschaft werden: Vernetzung und intelligenter Computereinsatz steuern die integrierte Stadtentwicklung und urbane Mobilität sowie vernetzte Energieproduktion und –speicherung. Darüber hinaus müssen innovative Entwicklungs– und Planungsansätze, neue Governance-Methoden und Tools zum Monitoring entwickelt werden. Diese sollen jedoch nicht “top down” einen definierten Endzustand festlegen, sondern Prozesse anstoßen, die Stärken der Megacity nutzen und neben dem Expertenwissen auch die Expertise ihrer Bewohner einbeziehen. Der Top-down-Ansatz muss komplementär ergänzt werden durch Bottom-up-Strategien (frühe Aufklärung, Einrichtung eines Schulfachs Klimakultur, Wettbewerbe an Schulen im Bereich Energieeinsparung).

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind nicht per Dekret zu verordnen, sie werden vielmehr von einer aufgeklärten Stadtgesellschaft zum Leben erweckt und getragen. Gerade in den zukünftigen Megacitys sind die erwartete Entwicklung der Einkommen sowie die gesellschaftlichen und kulturellen Leitbilder auf Komfortzuwachs ausgerichtet. Eine nachhaltige Gesellschaft aber kann erst entstehen, wenn das Wissen über Klimawandel und Energieeffizienz den Alltag durchdringt.

Ziel ist es, Mitverantwortung für das Klima entstehen zu lassen, die Lebensqualität ohne wesentliche Einschränkungen entscheidend zu erhöhen und zugleich die CO2-Emissionen im Lebensalltag zu senken.

Megacitys sind Schlüssel für Energieeffizienz

Megacitys sind Vorreiter für mehr Energieeffizienz in der Welt, denn Behörden und Politiker haben die Verantwortung für große, energiebezogene, urbane Infrastrukturen, sie haben Einfluss auf Stadtentwicklung, Bauen und Mobilitätsinfrastruktur – Bereiche, in denen eine Megacity ihre Energieeffizienz wirksam, unmittelbar sichtbar und langfristig erhöhen kann. Regulative Richtlinien städtischer Entscheidungsträger können dieses unterstützen und so helfen, die Anpassung der Stadt an den Klimawandel vorzubereiten, den Klimawandel abzuschwächen. Megacitys geraten damit in die Schlüsselrolle, die Urbanisierung der Welt mit einer Erhöhung der Energieeffizienz und Lebensqualität zu verknüpfen.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Saskia Sassen, Ross von Burg, Parag Khanna.

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Mehr zum Thema: Klimawandel, Nachhaltigkeit, Buergerbeteiligung

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