Wenn ich etwas nicht komplett verstanden habe, dann schreibe ich auch nicht darüber. Frank Schätzing

Ein Haus voll Glorie

Das Bischofshaus in Limburg kann besichtigt werden. Es zeigt, dass die Kirche auch heute noch ein zuverlässiger Kulturträger ist. Gott sei Dank!

Es war ein Trauerspiel, wie die Kollegin vom Hessischen Rundfunk ihrem Brass Luft machen musste: Sie könne sich solch teure Armaturen wie im Bad der Limburger Residenz nicht leisten. Wen interessiert das, was die Kollegin für eine Badausstattung hat? Sie ist nicht der Maßstab.

Dem Bischof gehört das Haus nicht, es gehört der Diözese. Es gehört allen Gläubigen, es gehört der Zukunft. Es ist eine Anlage in die Jahrhunderte, die noch folgen mögen bis zur Wiederkunft Christi. Zur Erinnerung: Der nebenan stehende Dom, der Hunderte von Jahren nach seiner Erbauung immer noch für seine Magnifizenz gefeiert und von vielen besucht wird, hat auch viel Geld gekostet und auch damals dürfte nicht jede Unze Gold, die zu seiner Erbauung notwendig geworden war, voll freiwilliger Freude aufgebracht worden sein.

Ein würdiges Bauwerk

Fakt ist, dass der Residenz Geschmack attestiert wird, dass sie den archäologisch und historisch bedeutenden Grund, an dem sie steht, gut integriert und sogar, was in der Tat eine Seltenheit ist, einen Sakralraum in ihrer Mitte hat, der Gegenwart und Vergangenheit so zusammenführt, dass man sich wirklich noch in einer Kirche wähnt und nicht in einer Garage. „Die Armen“, so spricht der Herr, „habt ihr immer.“ Und als er von einer armen Frau mit kostbarem Öl gesalbt wird, weist er die Jünger zurecht, die das Öl lieber verkauft und den Erlös den Armen gegeben hätten.






Natürlich kann man diskutieren, ob es eine solche Residenz braucht. Auf jeden Fall muss darüber diskutiert werden, welches Geld der Herr Bischof wie in das Projekt gesteckt hat. Doch darum geht es in der bundesdeutschen Diskussion nur vordergründig. Es wird geneidet. Der Neid aber ist eine Todsünde. Und so spricht es für die sublime Fähigkeit der Kirche, ihre Gläubigen zu ermahnen, indem sie ihnen durch diesen Bau zeigt, dass sie in all ihrer piefigen Spießigkeit nicht das Maß aller Dinge sind.

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von Alexander Görlach: Ein überwältigender Monat

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Mehr zum Thema: Katholische-kirche, Neid, Franz-peter-tebartz-van-elst

Kolumne

Medium_4a1346a138
von Günter Albrecht Zehm
01.05.2019

Debatte

Der Fastenzeit folgt die Freudenzeit

Medium_b81cbf0161

Ostern bleibt das höchste Fest im Kirchenjahr

Vor uns liegt das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. Das sollten wir respektieren, gegen den Trend, nahezu jeden Feiertag zu verkitschen und zu kommerzialisieren, schreibt Dietmar Bartsch. weiterlesen

Medium_e004f53d02
von Dietmar Bartsch
20.04.2019

Debatte

Kirchensteuer lenkt vom Wesentlichen ab

Medium_e23e740515

Kirchensteuer abschaffen?

Der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, hat eine längst überfällige Debatte zur Zukunft der Kirchensteuer entfacht: Trägt diese Form der Kirchenfinanzierung auf Dauer oder können wir nicht a... weiterlesen

Medium_d0a1289e44
von Georg Dietlein
16.04.2019
meistgelesen / meistkommentiert