Gesucht wird

von Alexander Görlach2.06.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien, Wirtschaft

Der Countdown läuft, in 28 Tagen haben wir einen neuen Bundespräsidenten oder eine neue Bundespräsidentin. Wolfgang Schäuble ist prädestiniert für das Amt – er könnte die Deutschen durch die Finanzkrise steuern.

Die Bundesrepublik Deutschland sucht: Ein Oberhaupt. Der- oder diejenige sollten volksnah sein und die Politik verstehen. Die Finanzkrise erklären können und Werte vermitteln. Zupacken können und auch mal geistreich sein. Bäume pflanzen und Rollstühle schieben. Deiche am Brechen hindern. Im Stadion jubeln. Integer muss das Oberhaupt sein und dennoch abgebrüht. Fremdsprachenkenntnisse sind nicht erforderlich. Führerschein und Modebewusstsein auch nicht. *Welche Kandidaten sind im Umlauf?* Auf Spiegel Online war gestern *Margot Käßmann* ganz vorne: Sie ist ganz bei sich und zugleich öffentlichkeitsfähig. Über ihre geistlichen Qualitäten streiten sich die Feuilletonisten. Die Mehrheit der Leser gab ihr eine Stimme. Einen Führerschein braucht sie nicht; ihr Rücktritt war, anders als bei Horst Köhler, ein notwendiger. *Wolfgang Schäuble* liegt ebenfalls weit vorne. Der Vollblutpolitiker hat die Finanzen und die FDP im Griff. Sein Hinweis, ein behinderter Mensch sei wohl nicht geschaffen für dieses Amt, steht immer noch im Raum. Der Gesundheitszustand des Finanzministers war nicht der Beste in der jüngsten Vergangenheit. Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Ansonsten bringt Wolfgang Schäuble alle Voraussetzungen mit. *Christian Wulff* wird im Kanzerlamt schon lange als Bundespräsident in der Warteschleife bezeichnet. Der glückliche Landesvater hat den Griff nach dem Bundeskanzlerinnenamt abgelehnt. Um nach Bellevue zu kommen? Auch wenn er in Niedersachsen einen guten Job macht: Die Koketterie, dort bleiben und alt werden zu wollen, nimmt ihm keiner ab. *Norbert Lammert* ist im Gespräch. Bei Spiegel ist er in der Umfrage auf Platz drei. Der Bundestagspräsident ist der zweite Mann im Staate. Er gilt als Denker und Freund von C&A-Anzügen, karierter Hemden und seltsamer Krawatten. Der Stil von Horst Köhler wurde bisweilen auch als bodenständig karikiert. Daran könnte Norbert Lammert anknüpfen. Die Volksnähe ist nicht so seines; intellektuelle Non-Valeure verabscheut er. *Ursula von der Leyen* ist die Lieblingskandidatin der Kanzlerin. Die siebenfache Mutter kann Politik verdichtet darstellen, zupacken und ist als studierte Frau in der Lage, komplexe Situationen zu erfassen und nach vorne zu drehen. Sie ist voll qualifiziert und beliebt bei den Menschen im Land. Als Entdeckung von Frau Merkel müsste sich die Kanzlerin nicht auf Querschüsse aus Schloss Bellevue einstellen; ein Umstand, auf den sie bei Bundespräsident Lammert, Schäuble oder Wulff nicht wird hoffen können. Wer sagt denn, dass die FDP die CDU einfach so einen Kandidaten benennen lässt. Der eine oder andere im politischen Berlin raunt, die Union lasse die Liberalen einen Kandidaten benennen. * Wolfgang Gerhardt könnte das sein *. Die SPD könnte *Franz Müntefering* ins Rennen schicken oder *Peer Steinbrück*. Beide haben die nötigen Kompetenzen. Die Union und die FDP verfügen in der Bundesversammlung über eine Mehrheit; der Kandidat der Sozialdemokraten wird das Rennen nur machen können, wenn sich die Koalition – was sonst gar nicht ihre Art ist – bei der Kandidatenfrage zerstreitet. Es bleiben zwei Joker: *Edmund Stoiber* und *Joschka Fischer*. Der ehemalige Grünenpolitiker ist bei Spiegel Online auf Platz zwei. Edmund Stoiber weiß nur Sympathieträger wie Jürgen Rüttgers oder mittlerweile nahezu unbekannte Persönlichkeiten wie Rudolf Seiters oder Richard Schröder hinter sich. *Wer sollte es werden:* Weißblaue Fahnen werden vor dem Sitz des Bundespräsidenten ab dem 1. Juli nicht wehen, ebenso keine grünen. Was das Land jetzt braucht, ist ein Politiker an der Spitze der Nation, der Sachverstand bewiesen hat, das politische System und das Parlament versteht, der anerkannt ist über Parteigrenzen hinweg, Charisma hat und Respekt abnötigt. So läuft alles auf Wolfgang Schäuble zu. Er kann das nachholen, was Horst Köhler, Bundespräsident a.D., versäumt hat: Uns Deutsche durch die Finanzkrise navigieren.

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