Die Maya haben doch recht

von Alexander Görlach5.05.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien, Wirtschaft

2012 ist das Schicksalsjahr. Das Kyoto-Protokoll läuft aus und die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Regierenden der Welt keine bindenden Worte für einen würdigen Nachfolger finden wollen. Das Geschacher um unsere Zukunft ist erbärmlich. Und jetzt auch noch das: Die klimapolitischen Bilderstürmer wollen das 2-Grad-Ziel zu Boden werfen! Dabei ist es der einzige – mühsam errungene – Konsens in der verfahrenen Diskussion.

Es gibt keine globale Klimaschutzagenda mehr. Das IPCC ist in Misskredit geraten. Der weltweit erreichte Kompromiss, die Erdtemperatur dürfe nicht um mehr als 2 Grad Celsius steigen, soll schleichend ausgehöhlt werden. Aufgekündigt unter anderem von Bundeskanzlerin Merkel. Was gibt es sonst noch an der Klimafront? Es war auch die deutsche Regierungschefin, die mit einer Aussage, die während des Gesprächs mit den mächtigsten Männern der Welt während der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im vergangenen Dezember aufgezeichnet wurde, den Bruch markiert hat zwischen den Industrienationen und den aufstrebenden Ländern: Selbst, sagte die Kanzlerin, wenn die Industriestaaten morgen nichts mehr emittierten, müssten die Schwellenländer dennoch ihren CO2-Ausstoß zügeln. Der amerikanische Präsident, der in Kopenhagen noch wütend den chinesischen Führungschef aufgesucht hatte, um ihn in die Verhandlungen zu zwingen, erlaubt die Bohrung nach fossilem Brennstoff vor den Küsten der freien Welt. Eine Wende hin zum ökologischen Wirtschaften sähe anders aus, ein Signal an die, die sich um neue Formen von Antrieben und Kraftstoffen mühen, ebenfalls.

2012 – haben die Maya das Ende des Kyoto-Protokolls vorausgesehen?

Kopenhagen – war ein Desaster. Geschenkt. Der Blick nach vorn: genauso düster. Das ist übel. Es wird spekuliert, ob das nächste globale Klimatreffen Ende des Jahres im mexikanischen Cancún nicht auch zur Farce gerät. Über allem schwebt das Jahr 2012. Ja, es ist das Jahr aus dem gleichnamigen Emmerich-Movie. In dem Streifen fällt auf der Grundlage der Berechnungen des Maya-Kalenders die ganze Welt auseinander, im kommenden Jahr läuft in der realen Welt das Kyoto-Protokoll aus, jenes erste wirkliche und völkerrechtlich bindende Klimaschutzabkommen. Danach: Wir stehen am Rande des Abgrunds, “The Abyss”, um noch einen weiteren Filmtitel zu bemühen. Wir mussten viel ertragen auf dem Weg zum Kopenhagener Klimaflop: Al Gore, den Klimaaktivisten, dessen Haus eine Ökobilanz hat, die uns alle das Fürchten lehrt. Den Erderwärmungsgegner George W. Bush, der aber selbst seine Farm nach ökologischen Kriterien gestaltet hat, die einen staunen lassen. Zu Präsident Obama ist schon alles gesagt. Bleibt noch Arnold Schwarzenegger: last man standing. Leider ist sein Sonnenstaat pleite. Von der Klimahysterie, die uns ab dem Jahr 2007 ständig begleitet hat, wird uns im kollektiven Gedächtnis nur Knut der Eisbär bleiben sowie Frau Merkel und Umweltminister Gabriel im roten Anorak in Grönland.

Klimapolitische Steinzeit

Wir lesen angesichts der Gemengelage, dass die Konsensfindung der UNO überholt sei. Zu viele Akteure bekämen keinen Konsens hin. Gleichzeitig wird sich über vermeintliches Vorpreschen vulgo Alleingang beschwert – Obama, Merkel, Barosso, Sarkozy, insgesamt 25 Staatenlenker (nur China schickte einen Unterhändler) haben den 190 anwesenden Regierenden in Kopenhagen die ganz große Blamage und den totalen Gesichtsverlust erspart. Der Weltklimagipfel ging mit einem unverbindlichen Abschlusspapierchen zu Ende. In Kopenhagen stand das 2-Grad-Ziel noch. Ein über Jahre mühsam errungener Konsens. Der kleinste gemeinsame Nenner. Unumstößliche Erkenntnis. Wenn die Weltgemeinschaft dieses Ziel aufgibt, fällt sie zurück in die klimapolitische Steinzeit. Sehr geehrte Leser, unter folgendem Link finden Sie eine Stellungnahme zum aktuellen Stand in der Sache “Cicero”.

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