In zwei Jahren wird Spam ein Problem der Vergangenheit sein. Bill Gates

Berlin Calling

Jetzt auch schwarz auf weiß bestätigt: Berlin ist das Mekka für Start-ups in Deutschland. Eine arrogante Haltung sollten die Berliner Unternehmer daraus nicht entwickeln. Im Gegenteil.

Berlin ist im Fashion-Fieber in dieser Woche. Sehr augenfällig sind die Modenschauen überall in der Stadt inszeniert, Hipster aus vielen Ländern flanieren durch die Stadt. Ja, Berlin, das ist ein neues Mode-Mekka geworden. Und nicht nur in dieser Woche ein Augenschmaus, eine großartige Kulisse, was die steigende Zahl der Filme, die hier gedreht werden, belegt. Der klassische Start-up-Mitarbeiter, der in einem einfarbigen T-Shirt einhergeht, fällt da nicht unbedingt besonders auf. Und so wurde die Frage immer einmal wieder laut, wie wichtig die digitale Wirtschaft, für die dieser T-Shirt-Träger steht, für die Hauptstadt eigentlich ist.

Diese Woche ist die Antwort auf diese Frage schwarz auf weiß und für jeden nachlesbar gegeben worden: sehr wichtig! Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben und die Ergebnisse präsentiert: Mittlerweile gibt es circa 5.400 Start-up-Unternehmen in der Stadt, das sind 44 Prozent mehr als noch 2008. In diesen Unternehmen arbeiten 47.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs, 13.000 Selbstständige gibt es in der Branche und 2.100 geringfügig Beschäftigte.

Wichtiger als die Bauindustrie

Diese Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von rund 8 Milliarden Euro! Das sind, im Vergleich zum Zeitraum 2009-2011 etwas über 20 Prozent mehr. Ein kleiner Wermutstropfen ist es, dass nur 12 Prozent aller Neugründungen der Start-up-Branche in Berlin stattfinden. Der Rest verteilt sich auf das weitere Bundesgebiet. Zur Wahrnehmung in der Hauptstadt, das Start-up-Mekka zu sein, was nicht falsch ist, muss sich eine Erweiterung der Perspektive gesellen, dass es in anderen Zentren des Landes ebenfalls Start-ups gibt. Eine nachhaltige Vernetzung ist gut für den gesamten Standort Deutschland.

Für die Stadt Berlin sind die 12 Prozent der Start-ups schon jetzt unerlässlich, für die Gesamtwirtschaftsleistung der Stadt sind sie zu einem vitalen Faktor geworden: Mit einem Anteil von 4,25 Prozent an der Gesamtwirtschaftsleistung der Stadt übertrifft die Branche die Bauindustrie, die bei 3,7 Prozent liegt.

So wie die Fashion-Industrie ist auch die Bauindustrie sehr augenfällig in der Stadt, was nicht zwingend daran liegt, dass die Bauarbeiter hier aussehen wie Models, sondern daran, dass die Baustellen alle möglichen Ecken der Stadt zu- und verstellen und man nicht umhin kommt, sie beachten zu müssen. Die Bezirke stimmen ihre Bautätigkeiten nicht aufeinander ab und so ist man als motorisierter Berliner (eigentlich, wenn wir ehrlich sind, auch mit dem Fahrrad) damit beschäftigt, jeden Tag eine neue Route durch den urbanen Dschungel zu finden. Die Fashion Week tut diese Woche das Übrige dazu und die Straße des 17. Juni ist unpassierbar, da dort der Hauptaustragungsort der Mode-Festspiele aufgebaut ist: ein überdimensioniertes Zelt.

Wie sympathisch sind doch da die Jungs mit den ausgewaschenen T-Shirts, die Jobs in wachsenden Unternehmen schaffen oder ausfüllen und die weder den Straßenverkehr blockieren noch in exaltierter Weise die Trottoirs vollstellen. In diesen Tagen fühlt es sich sehr gut an, in Berlin einer aus der Start-up-Industrie zu sein. Darauf eine Rhabarbersaft-Schorle oder einen Soja-Iced-Latte!

Newconomy ist die neue Kolumne der Berliner Start-up-Industrie. Sie beschreibt Szenen auf der Schnittstelle zwischen neuer und klassischer Ökonomie, zwischen Politik und Unternehmertum. Newconomy ist gesponsert durch die Factory, der neue Start-up-Standort in Berlins Mitte.

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