Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky

Friedrich Gundolfs „Schließ’Aug und Ohr“

Ein großes Widerstandslied: Versteht der oder die Deutsche einen solchen Text heute überhaupt noch? Nach Durchlaufen des heutigen Bildungssystems? Nach all der Umerziehung? Unter dem Trommelfeuer der linken Propaganda? Hat wieder einmal eine an der Regierung befindliche Einheitspartei immer recht? Ist da überhaupt noch ein Wille zum Widerstand?

Stefan George mit Claus und Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, Berlin 1924, gemeinfrei

„Schließ’Aug und Ohr“ Dieses Lied stammt vom Germanisten und Dichter Friedrich Gundolf, der es 1931 kurz vor seinem Tod geschrieben hat. Gundolf war Teil des Kreises um den Dichter Stefan George, dessen gerade wegen seines 150. Geburtstags gedacht wird und der den Begriff des „geheimen Deutschlands“ aufbrachte. Das Lied wurde in der katholischen Jugendbewegung populär und zum Lieblingslied von Sophie Scholl. Der ganze Kreis um George, nicht nur Claus Graf von Stauffenberg, war gegen den Nationalsozialismus widerständig eingestellt. Der Linken ist es aber unerträglich, dass es rechten Widerstand gegen die Nazis gegeben hat.

Damals wie heute versucht deshalb die Linke, den Kreis um George zu diffamieren. Symptomatisch für derlei Denunziationen ist ein vor kurzem im Schlepptau der #metoo-Hysterie platzierter „FAS“-Artikel mit dem Titel „Es ging auch um Missbrauch“. Der Kreis sei pädophil, männerbündisch, chauvinistisch und antisemitisch gewesen. All das ist falsch. Für Missbrauch im George-Kreis gibt es entsprechend aller seriösen Untersuchungen nicht den geringsten Hinweis, er wies einen für damalige Verhältnisse hohen Frauenanteil von etwa 25 Prozent auf, viele seiner Mitglieder waren (wie Gundolf) Juden. Jedoch, und das erklärt die Lügen der Linken, war der Kreis deutschnational ausgerichtet, und zwar in einem europäischen, vor allem südlich-mediterranen Kontext. Von nationalistischer, ja chauvinistischer Enge keine Spur. Es ging um die Erneuerung der deutschen und damit europäischen Kultur in all ihrer Schönheit.

Aber der Linken geht es heute weniger denn je um Europa, sondern um den forcierten Bevölkerungsaustausch zur Zementierung ihrer Herrschaft über bindungslose und abhängige „Fellachen“ (Ernst Jünger), was sicher auch, im Hass auf die Weißen, rassistisch motiviert ist. Schaut man sich die pathologische Fixierung der Linken auf Frühsexualisierung und Gender an und nimmt man den als Israelfeindlichkeit getarnten Antisemitismus hinzu, kommt man nicht umhin, dass die Linke am George-Kreis genau das diffamiert, was sie selbst ausmacht. Bis, natürlich, auf das Deutsche, das Nationale. Deswegen heißt der „FAS“-Artikel jetzt online auch „Das Ende des geheimen Deutschlands“: Missbrauch ist den Denunzianten nur ein Vorwand, es geht ihnen recht eigentlich um den Hass auf alles Deutsche.

Nur ein von linker Propaganda vernebelter Geist kann Gundolfs Lied heute im Sinne der Linken interpretieren, was leider geschieht: wann man „gegen Fremdenhass und Flüchtlingsnot einen Beitrag leisten“ soll. Das Stichwort des „geheimen Deutschlands“ zeigt die richtige Richtung an; die schöne hohe Sprache des Gedichts deutet auf das, was zu uns gehört, nämlich das Deutsche, die deutsche und europäische Kultur. Wir sollen uns gerade vom Zeitgeist, von linker Propaganda abwenden. Wir sollen über den Tag hinaus an das, was ewig gilt, denken. Jetzt, wo „das Feuer schon verraucht“, sollten wir handeln, um es wieder zu entfachen. Es ist hoffentlich wieder da: das GEHEIME DEUTSCHLAND.

*Schließ Aug und Ohr für eine Weil
vor dem Getös der Zeit.
Du heilst es nicht und hast kein Heil
als wo dein Herz sich weiht.

Dein Amt ist hüten, harren, sehen
im Tag die Ewigkeit.
So bist du schon im Weltgeschehen
befangen und befreit.

Die Stunde kommt da man dich braucht,
dann sei du ganz bereit.
Und in das Feuer das verraucht,
wirf dich als letztes Scheit.*

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von Adorján F. Kovács: Hysterie oder neue Prüderie?

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