Bundesligatrainer ist ein sehr viel sicherer Job als SPD-Vorsitzender. Christian Wulff

Grenzenlos gebildet

Der Erwerb und die Weitergabe von Wissen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sind zu Schlüsselfaktoren mobiler und flexibler Bildung geworden. Bei nachhaltiger Nutzung und richtiger Anwendung erhöhen sie die Bildungschancen besonders für Studierende aus Schwellenländern.

Die Art, wie wir Wissen erwerben und weitergeben, hat sich tiefgreifend verändert durch Faktoren wie Globalisierung, wachsende Mobilität der Lernenden, die Verbreitung von Fernuniversitäten und „open learning“ und natürlich durch das Internet, E-Learning und virtuelle Klassenzimmer. Wissenserwerb und -weitergabe sind technisch vermittelbar geworden. Innerhalb relativ kurzer Zeit entwickelte sich das Lernen von einem steifen und festgelegte zu einem flexiblen, beweglichen, offenen und benutzerfreundlichen System.

Lassen Sie mich eine Prognose wagen: Mobile Bildung und Lernprozesse werden konstante Elemente darstellen, da es einen größeren Bedarf und bessere Möglichkeiten für Lernende geben wird, sich innerhalb verschiedener Länder und Universitäten zu bewegen, um von den bestmöglichen Ressourcen Gebrauch zu machen.

Verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Ich bin der Ansicht, dass die Schlüsselfaktoren dieser Entwicklungen neue, gemeinschaftliche Maßnahmen und der Zugang zu Technik für beide Arten des Lernens von Vorteil sein werden, für die des Fernstudiums sowie für die des klassischen Lernens. Zusätzlich erlangen Studenten aus unterschiedlichen Kulturen vergleichbares Wissen und Fähigkeiten, was wiederum ihre Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt verbessert und ihre Mobilität in einer globalen Weltwirtschaft erhöht.

Die Vorstellung von exzellenter Bildung hat sich in den OECD-Ländern verändert, und das akademische und professionelle Umfeld basiert heute verstärkt auf Fähigkeiten. Dies hat ein Bericht mit dem Titel "Top of the class“ kürzlich dargelegt. Der Bericht weist darauf hin, dass es eine rasch ansteigende Nachfrage für gut ausgebildete Wissensarbeiter gibt, die zu einem globalen Talentwettbewerb geführt hat, da gut ausgebildete Fähigkeiten unverzichtbar sind, um neues Wissen, neue Technologien und Innovationen zu kreieren.

Die Herausforderung in Hinblick auf Zugang, Qualität, Bezahlbarkeit, Gerechtigkeit und Relevanz kann nur durch neue Informations- und Kommunikationstechnologie-Methoden (ICT) des Wissenserwerbs und der Wissensvermittlung erreicht werden, die zugleich kosteneffizient, benutzerfreundlich und leicht zugänglich sind.

Trotz der spannenden Möglichkeiten, die die ICT bieten, müssen wir uns dennoch der Risiken bewusst sein, die mit diesen Entwicklungen einhergehen, wie zum Beispiel fragmentiertes Lernen und ein Mangel an sozialen Kontakten, welche in traditionellen Bildungssystemen kein Problem darstellen.

Innovative Systeme etablieren und nutzen

Falls ICT-gestützter Wissenserwerb und -Vermittlung erfolgreich und nachhaltig angewendet werden sollen, so müssen wesentliche Bedingungen erfüllt werden. Besonders wichtig ist es, eine unterstützende Umgebung zu gestalten und eine adäquate Infrastruktur sowie Partnerschaften zwischen verschiedenen Interessenvertretern aufzubauen. Wir müssen diese innovativen Systeme etablieren und sie nutzen, um teure Schulen und Universitäten aus Stein und Beton durch virtuelle Formen des Campus zu ersetzen, Bibliotheken zu digitalisieren und die Effizienz des institutionellen Managements zu steigern.

Auch sollten wir die Rolle der Lehrenden und Lernenden überdenken. Lehrer sind nicht länger die einzige Wissensquelle, sondern werden zu Wissenshändlern, -Vermittlern und -Navigatoren. Gleichzeitig werden Lernende selbstständiger, unabhängiger und freier von der Steifheit der traditionellen, an festen Zeiten angelegten, auf festen Abschlüssen und einem festen Curriculum basierenden Lernmodi.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Andreas T. Sturm, Clemens Schneider, Clemens Schneider.

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