Diese Frau besitzt 47 Milliarden Dollar

von Wim Weimer11.06.2018Wirtschaft

Alice Walton ist die Erbin des Walmart-Einzelhandelskonzerns mit mehr als 500 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Ihr privates Vermögen beträgt derzeit rund 46 Milliarden Dollar. Zu ihrer Lebensaufgabe macht sie das Sammeln von Kunst und die Ehrenrettung der Provinz

Alice Walton, 66 Jahre alt, ist Wal-Mart-Erbin und die reichste Frau der Welt. 1992 starb ihr Vater und legendärer Gründer der US-Einzelhandelskette, Sam Walton. Alice und ihre drei Brüder erbten. Ihr Bruder John T. Walton starb 2005 im Alter von 58 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Mit dem Erfolg von Walmart stieg auch das Vermögen der Waltons immer weiter, sie sind inzwischen die reichste Familie der USA.

Walmart beschäftigt weltweit über zwei Millionen Angestellte und ist damit der größte private Arbeitgeber der Welt. Der Konzern hat alleine 2000 angestellte Analysten, um das Verhalten seiner Kunden vorauszusagen. Im vergangenen Jahr übertraf Walmarts Umsatz erstmals die Schwelle von 500 Milliarden Dollar. Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Gewinn 13,6 Milliarden US-Dollar. Allerdings spürt der Supermarktkonzern zusehends die Konkurrenz von Onlinehändlern, insbesondere von Amazon.
Anders als ihre Brüder, übernahm Walton von Anfang keine tragende Rolle im Walmart-Konzern, obwohl sie Wirtschaft studiert hatte und in ihrer frühen Karriere als Aktienanalystin für die First Commerce Corporation und als Leiterin für Investitionstätigkeiten bei Arrest Bank Group tätig war. Sogar als Börsenmarklerin bei EF Hutton versuchte sie sich. 1988 gründete sie die Lama Company, eine Investmentbank die sie selbst leitete, die aber 1998 wieder geschlossen wurde.

Mehrere alkoholisierte Unfallfahrten

Obwohl die Waltons eine engagierte republikanische Familie sind und die Wahlkämpfe von George W. Bush finanzielle massiv unterstützten, spendete Alice Walton im Jahr 2016 genau 353.400 US-Dollar an den Wahlkampf von Hillary Clinton. Walton und Clinton lernten sich während Clintons Zeit als First Lady von Arkansas und Mitglied des Aufsichtsrats von Walmart kennen.
Walton geriet mehrfach wegen Alkoholexzessen in Schlagzeilen. So war sie in drei schwere Autounfälle verwickelt. 1983 verlor sie in der Nähe von Acapulco die Kontrolle über ein gemietetes Fahrzeug und stürzte in eine Schlucht, wobei sie schwere Beinverletzungen davon trug. Nach 22 Operationen leidet sie bis heute an den Folgen. Im April 1989 erfasste ihr Wagen die 50-jährige Oleta Hardin, die die Straße überquerte. Diese verstarb daraufhin, es wurde jedoch keine Anklage gegen Walton erhoben. 1998 kollidierte ihr Auto mit einer Tanksäule, während sie unter dem Einfluss von Alkohol stand. Sie musste eine Strafzahlung von 925 US-Dollar leisten. In die Schlagzeilen geriet Walton, als sie am 7. Oktober 2011, ihrem 62. Geburtstag, wieder unter Alkoholeinfluss gefahren war und festgenommen wurde.

Walton (zweifach geschieden und heute unverheiratet) ist eine bekenne Provinzlerin, sie wuchs in Bentonville, Arkansas auf. 1971 schloss sie die Trinity University in San Antonio, Texas mit einem Bachelor in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen ab. Doch für die Geschäft des Familienunternehmens interessierte sie sich nicht wirklich. Zwischen 1998 und 2015 lebte sie auf einer Ranch in Millsap, Texas und züchtete dort Pferde.

Kunst als großes Hobby

Seither hat sie unermesslich viel Geld – und sie steckt es vor allem in Kunst.
Ihr erstes Bild soll Alice Walton mit elf Jahren in einem der damals noch kleinen Läden ihres Vaters gekauft haben. Ein Picasso-Poster für 25 Cent, verdient, indem sie wochenlang Popcorn vor den Geschäften ihres Vaters verkauft hatte. Heute wird ihre Kunstsammlung auf einen Wert von 500 Millionen Dollar geschätzt. Sie besitzt unter anderem Werke von amerikanischen Künstlern wie Andy Warhol, Norman Rockwell und Georgia O’Keeffe.

Seit 2011 ist ein großer Teil davon öffentlich im Crystal Bridges Museum of American Art zu sehen. Walton hat das Museum gegründet, mit eigenem Geld und Unterstützung des Familienkonzerns, der auch den kostenlosen Zugang zur Kunst gewährleistet. Die von dem israelischen Architekten Mosche Safdie entworfene Ausstellungshalle aus mehreren Pavillons überbrückt einen Bach und liegt spektakulär mitten in einem Wald. Rund um das Museum herum führen zahlreiche Wanderpfade. Das Grundstück ist Familienbesitz der Waltons, die von hier aus der entlegenen Stadt Bentonville im ländlichen Nordwesten von Arkansas heraus seit den 60er Jahren Wal-Mart zu einem der größten Unternehmen der Welt formten. Nun steht just in Bentonville eines der spektakulärsten Museen der Welt. Alice Walton sieht es Demonstration zur unterschätzten Kraft der Provinz.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten machen linke Berichtserstattung

Zur Studie des Reuters Institute, wonach die öffentlich-rechtlichen Sender lediglich eine Minderheit der Bevölkerung erreichen, die sich darüber hinaus links der Mitte verortet, erklärt der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland.

Die AfD ist der Aufstand der Straße gegen die Zumutung des kategorischen Imperativs

Die mangelnde Problemlösungsfähigkeit, die den regierenden Parteien in Umfragen unterstellt wird, scheint mir das eigentliche Problem. Keiner behauptet, die AfD könne die Probleme lösen oder habe die Konzepte dafür; sie ist reine Protestpartei, inhaltlich nichts sagend.

Der Klassenkampf hat gerade erst begonnen

Es ist hohe Zeit zu begreifen, dass der linke Zeitgeist brandgefährlich ist. Jene, die das, was sie für das Gute halten, wie eine Monstranz vor sich her tragen und unermüdlich die Welt verbessern wollen, lassen alle Hemmungen fallen, wenn sie feststellen müssen, dass es Andersdenkende gibt.

Die DDR kommt wieder!

Zwei Drittel der Berliner befürworten einen Mietendeckel, wenn die Mieten zu stark ansteigen. Das Bundesverfassungsgericht sagt, dass „preisrechtliche Vorschriften, die durch sozialpolitische Ziele legitimiert werden, verfassungsrechtlich nicht ausgeschlossen sind“. Die Mietpreisexplosion in Be

Die AfD verändert die politische Geographie

Am 1. September wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Die ermatteten Volksparteien bekommen ihre Quittung für eine Politik politischer Lethargie. Die AfD pflügt seit Wochen die politische Landschaft um, aber warum hat sie so eine Macht in Ostdeutschland?

Greta Thunberg ist eine grüne Koboldexpertin

Tag für Tag verkünden uns Marionetta & Co. mit ernster Miene, dass das Ende der Welt bevorsteht, wenn nicht endlich, endlich, endlich die Forderungen einer schwedischen Schulschwänzerin und einer grünen Koboldexpertin eins zu eins in die Tat umgesetzt werden - sprich: Wenn unser aller Leben nich

Mobile Sliding Menu