Man darf nicht ausblenden, dass korrupte einheimische Politikerkasten sich am Vermögen der ärmsten Länder bereichern. Ihr einziges Ziel scheint Organisation und Erhalt von Macht zu sein. Einkommensungleichheiten hängen stark davon ab, was Regierungen tun oder getan haben, um auf ein höheres Wirtschaftswachstum zu kommen. In einem guten Investitionsklima mit leistungsfreundlichen Steuersystemen und einem funktionierenden Rechtswesen entwickeln sich Länder schneller, als wenn es diese Voraussetzungen nicht gäbe.
Es war eine Sternstunde der amerikanischen Außenpolitik, als US-Präsident Barack Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton den afrikanischen Regierungen ins Gewissen redeten und dabei auch die korrupten Ölförderländer Angola und Nigeria nicht aussparten. Beide erklärten unmissverständlich, dass Fortschritt mehrere Voraussetzungen habe: verantwortungsvolle und Resultate hervorbringende Regierungen, demokratische Mitwirkung des Volkes, Ablehnung von Korruption und Verlass auf Rechtsstaatlichkeit. Der indische Nobelpreisträger Amartya Sen hat übrigens festgestellt, dass es in einer Demokratie noch nie eine Hungersnot gegeben hat.
Weltbank zählt Ruanda zu Top-Reformern
Der Präsident von Ruanda, Paul Kagame, spricht von Singapur als seinem Vorbild. In der Tat ist Ruanda auf dem richtigen Weg. Nach dem Muster von z. B. Südkorea und Taiwan hat Ruanda viel in Bildung und das Gesundheitswesen investiert. Sie haben alles Mögliche ausprobiert, bis sie den richtigen Weg gefunden haben. Ruanda hat einem Bericht der Weltbank zufolge seine Wirtschaftsgesetzgebung und die dazugehörenden Institutionen weiterentwickelt. Nach Verbesserungen bei der Kreditvergabe und einem neuen Insolvenzrecht zählt die Weltbank Ruanda zu den Top-Reformern. Ruanda ist wegen seiner eigenständigen Entwicklung und nicht wegen unserer Hilfe eine Erfolgsgeschichte des Kontinents geworden.
Maßstab für die Qualität unserer Hilfe kann nur sein, inwieweit es ihr gelingt, afrikanische Eigendynamik zu wecken oder zu stärken. "Das Afrikabild wird immer mehr von Hilfswerken geprägt. Sie haben ein Interesse, die Verhältnisse in dunkelsten Farben zu schildern. Nur so können sie im harten Kampf um die Gunst der Spender mithalten“, schrieb etwa Kurt Pelda in der NZZ. Richtig ist, dass eine gigantische Zahl von Organisationen davon profitiert, wenn immer mehr Geld für Afrika eingesetzt wird. Denn mit diesen Geldern werden Projekte und Personal finanziert.
Hilfe in der Sackgasse
Wenn wir wirklich helfen wollen, dann dürfen wir nur noch dort unterstützen, wo es eigenständige Initiativen und Lösungen gibt. Wir brauchen eine Debatte, die die Grundlage dafür legen soll, wie Entwicklungsländer sich von einer Hilfe befreien können, die die Armut weder bisher noch in Zukunft beseitigen kann.















Der Beitrag ist leider sehr einseitig. Selbstverständlich darf und soll man die westliche EZ kiritisieren. Die Gelder sind oft pures Gift für die südlichen Länder. Es gibt sicherlich keinen Dissens darüber, dass stabile Institutionen (u. viell. sogar Demokratie) eine Grundvoraussetzung für Entwicklung sind. Die EZ muss deshalb nicht abgeschafft werden, so wie es viele heutzutage fordern, sondern besser werden. Auf dem afrikanischen Kontinent werden so ohne weiteres keine Tigerstaaten entstehen. Die Welthandelsbeziehungen sind so beschaffen, dass sie die effektive Armutsbekämpfung kontinierlich behindern.