Nur Staaten erzeugen die notwendige Stabilität. Gleichzeitig können sie der Quell allen Übels sein. Francis Fukuyama

Mediale Hetze gegen die Polizei

Es ist schlimm genug, dass in Deutschland keine Großveranstaltung mehr ohne massivsten Polizeischutz stattfinden kann. Die Polizisten, die mit hohem Risiko für ihre körperliche Unversehrtheit diese Absicherung vornehmen auch noch mit den schlimmstmöglichen, unhaltbaren Vorwürfen zu belegen, ist ein Skandal!

Das Jahr 2017 begann wie das unselige 2016. Trotz massiver Sicherungsmaßnahmen, über die im Vorfeld ausführlich berichtet worden war, versuchten etwa 1700 von der Polizei Nafri genannte Nordafrikaner die Silvesterfeier auf der Kölner Domplatte zu erreichen. Es handelte sich nach Feststellung der Ordnungshüter um das Klientel, das im letzten Jahr für die massenhaften Übergriffe verantwortlich war. In Dortmund Duisburg und Essen gab es ähnliche aggressive Ansammlungen junger Nordafrikaner, begleitet von Pöbeleien oder Angriffen auf Polizisten, Feuerwehr oder Rettungskräfte.

Nicht nur die Polizei zeigte sich „irritiert“ über diesen Ansturm. Auch in den Qualitätsmedien wurde die Frage aufgeworfen, was so ein Auflauf wohl zu bedeuten hätte. Schließlich sähe es aus wie eine Provokation.Was wollten die jungen Männer, die extra angereist waren, in Köln und wieso waren sie so aggressiv? Hatten die Qualitätsjournalisten vergessen, was sich im letzten Jahr abgespielt hat, oder sind sie tatsächlich so naiv? Wer geglaubt hat, dass dies der Tiefpunkt der diesjährigen Silvester-Berichterstattung sei, sah sich getäuscht.

Rassismus-Kampagne

Kurz nachdem die Polizei bekannt gegeben hatte, dass wenigstens in Köln mit Hilfe von 1500 Einsatzkräften einigermaßen für Ruhe gesorgt werden konnte, wurde in den sozialen Medien eine Rassismus-Kampagne gegen sie gestartet. Der notorische Herr Böhmermann beteiligte sich mit der blöden Frage: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Nafri und Neger?“ Ein Herr Fichtner rief gar nach einem Untersuchungsausschuss. „Arbeitet die Polizei in #Köln entweder gar nicht – oder nur auf der Grundlage rassistischer Klischees?“

Spiegel online nahm das dankbar auf und machte eine Story daraus, in der nicht weniger als der Vorwurf des „racial profiling“ erhoben wurde.

„Im vergangenen Jahr waren besonders in der Domstadt Hunderte Frauen belästigt worden – und hatten angegeben, die Täter hätten „nordafrikanisch“ ausgesehen. Nun nutzte die Kölner Polizei in den Augen von Kritikern diesen Stereotyp augenscheinlich für die Prävention möglicher Straftaten.“

Was erlauben sich die Polizisten?

Was erlauben sich diese Polizisten? Statt nach Unschuldslämmern oder alten weißen Männern Ausschau zu halten, die bekanntlich auf der Domplatte 2016 kein Unwesen getrieben hatten, haben sie sich mit Männern beschäftigt, die dem „Täterprofil“ entsprachen! Das muss angeprangert und strengstens sanktioniert werden!

Haben die Qualitätsmedien noch alle Tassen im Schrank?

Haben die Qualitätsjournalisten, die sich an den Rassismus-Vorwürfen beteiligen oder die Politiker, die bald ihrer Empörung über die rassistische Polizei per Twitter Ausdruck geben werden, noch alle Tassen im Schrank?

Es ist schlimm genug, dass in Deutschland keine Großveranstaltung mehr ohne massivsten Polizeischutz stattfinden kann. Die Polizisten, die mit hohem Risiko für ihre körperliche Unversehrtheit diese Absicherung vornehmen auch noch mit den schlimmstmöglichen, unhaltbaren Vorwürfen zu belegen, ist ein Skandal! Hätten sie hunderte junge, aggressive Männer auf die Feiernden loslassen sollen? Wenn es wieder zu massenhaften sexuellen Übergriffen gekommen wäre, was hätten unsere Qualitätsjournalisten dann gesagt?

Shame on you, Spiegel online und alle, die mit solchen miesen Methoden unsere Verfassungsorgane demontieren!

Der Text erschien auf Vera Lengsfeld

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, Klaus-Michael Kodalle, Thilo Sarrazin.

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Mehr zum Thema: Polizei, Flüchtlinge, Flüchtlingskrise

Debatte

Immer mehr Straftaten in Trier

Medium_537c17e97d

Die gefährlichste Stadt Deutschlands?

Beschaulich ist es in Trier, die Menschen fühlen sich sicher. Doch auf dem Papier ist die Geburtsstadt von Karl Marx die gefährlichste Stadt Deutschlands. Die Mosel-Metropole hat damit sogar Berlin... weiterlesen

Medium_47ec79b7ff
von Sebastian Sigler
25.04.2017

Debatte

Interview mit Heiner Geißler

Medium_371470a133

Es gibt keine Lügenpresse!

In Deutschland gibt es keine Spaltung in der Gesellschaft, sondern eine sehr lautstarke rechtsradikale psychopathische Bewegung. Diese Minderheit wird von der von ihr beschimpften Lügenpresse stän... weiterlesen

Medium_c71289732d
von Heiner Geißler
20.04.2017

Debatte

Interview mit Ekin Deligöz

Medium_e9c61f6fd9

Runter mit dem Kopftuch

Wenn Sie mich fragen, müssen wir diesen Flüchtlingsdeal mit der Türkei sofort aufkündigen. Das Problem, das in die Türkei verschoben wird, kann die EU sehr wohl selbst lösen. weiterlesen

Medium_7fe5897d5b
von Ekin Deligöz
10.04.2017
meistgelesen / meistkommentiert