Der Übergang in eine ressourcenleichte, klimafreundliche und nachhaltige Wirtschaftsweise ist eine notwendige Entwicklung, nicht nur aufgrund der international vereinbarten Klimaschutzverpflichtungen, der wachsenden Weltbevölkerung und des wachsenden Drucks auf die Umwelt (z. B. Biodiversität, Toxizität, Genveränderung …). Zunehmend werden Rohstoffknappheit und damit steigende Materialkosten zum Motor der Veränderung auch in Branchen, die bisher enorme Beharrungskräfte aufweisen.
In erster Linie betrifft das die fossilen Ressourcen und Energieträger. Ihr Ersatz verspricht volkswirtschaftliche Unabhängigkeit und Umweltentlastung. Deshalb wird die Nachfrage nach neuen Technologien, Verfahren und Produkten weltweit, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern, steigen. Empfindliche Störungen in vielen Branchen verursachen aber auch seltene Metalle und Erden. Eine Schweizer Studie, an der das Wuppertal Institut mitwirkte, wies jüngst darauf hin, wie abhängig gerade auch Zukunftstechnologien von seltenen Metallen sind: Mobiltelefone, Flachbildschirme, Digitalkameras, Autos und Windkraftwerke wären ohne diese Rohstoffe heute kaum herstellbar.
Die Ressourcenverknappung wird, auch im Vergleich zu früheren Innovationszyklen, eine völlig neue Qualität und Quantität von Basisinnovationen eines natursparenden technischen Fortschritts auslösen (“GreenTech”) und rasch wachsende neue Märkte schaffen.
Innovationen fördern
Es ist also weniger die Frage, ob “GreenTech” aus der Krise führt, sondern wer dies rechtzeitig erkennt und handelt. Und ob Strukturen vorhanden sind, die die notwendigen Innovationen fördern. In einer Umfrage in britischen Unternehmen gaben 75 Prozent an, sie hätten im letzten Jahr in die Erhöhung der Ressourceneffizienz investiert.
Der “grüne Aufbruch” ist eine erhebliche ökonomische Chance – sowohl für große Unternehmen als auch für die Kleinen und Mittelständler. Eine aktuelle Auswertung der Deutschen Materialeffizienzagentur (DEMEA) zeigt: Mit der Erschließung der Einsparpotenziale für Ressourceneffizienz könnten die Unternehmen ihre Umsatzrendite um ca. 2,4 Prozent steigern.
Das Wuppertal Institut hat anhand von Ausbauszenarien für solarthermische Kraftwerke wie im Projekt DESERTEC das Wertschöpfungspotenzial für deutsche mittelständische Unternehmen untersucht sowie die entstehenden Arbeitsplätze abgeschätzt und ist dabei zu positiven Ergebnissen gekommen. Je ressourceneffizienter produziert und je mehr Spitzentechnologie hierfür für die nationalen und Weltmärkte entwickelt wird, desto höher ist die Rohstoffsicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandorts. Und damit auch der positive Beschäftigungseffekt.
Mehr als nur Subventionen
Wer in diesem Zusammenhang politisches Handeln allein mit Subventionen verbindet, denkt zu kurz. (Im Gegensatz zu wenigen “grünen” Technologien wird eine Vielzahl “brauner” – sprich: fossiler – Technologien subventioniert.) Wesentliche Aufgabe der Legislative ist es, den gesetzlichen Rahmen zu schaffen (wie beispielsweise die Öko-Design-Richtlinie), Anreize zu setzen, Infrastrukturen anzupassen, für die notwendige Qualifizierung zu sorgen, entsprechende Forschung zu fördern, Informationen bereitzustellen und gegebenenfalls die Akteure zusammenzuführen. Denn diese sind nicht nur in den kleinen und großen produzierenden Unternehmen zu finden. Zu ihnen gehört beispielsweise auch die Finanz- und Versicherungswirtschaft, deren Investitions- und Förderverhalten in hohem Maße dazu beitragen kann, zukunftssicher zu wirtschaften.























Geh mir weg – immer dieses Lobbyistengeschwafel.
Desertec ist eine der energiepolitisch irrsinnigsten Ideen, die je ersonnen wurden. Kein seriöser Wisseschaftler oder Technikverständiger nimmt so ein faules Wüstenei ernst.
Ansonsten läuft hier die Phrasendreschmaschine auf Hochtouren: Öko, Zukunft, Fördern, Grün (aua), Resourcen, Spitzentechnologien bla bla bla…
wie langweilig und wie durchsichtig
Desertec ist auch unter den Verfechtern der erneuerbaren Energien hoch umstritten. Siehe hier: http://independence.wirsol.de/meinung/dachertec-statt-desertec/492
Lieber den Strom da erzeugen, wo er gebraucht wird.
„…Wesentliche Aufgabe der Legislative ist es, den gesetzlichen Rahmen zu schaffen (wie beispielsweise die Öko-Design-Richtlinie), Anreize zu setzen, Infrastrukturen anzupassen, für die notwendige Qualifizierung zu sorgen, entsprechende Forschung zu fördern, Informationen bereitzustellen und gegebenenfalls die Akteure zusammenzuführen. Denn diese sind nicht nur in den kleinen und großen produzierenden Unternehmen zu finden. Zu ihnen gehört beispielsweise auch die Finanz- und Versicherungswirtschaft, deren Investitions- und Förderverhalten in hohem Maße dazu beitragen kann, zukunftssicher zu wirtschaften…“
- gesetzlichen Rahmen schaffen
- Anreize setzen
- Infrastrukturen anpassen
- Forschung fördern
- Informationen bereitstellen
- Investitions- und Förderverhalten ändern
- für die notwendige Qualifizierung sorgen
Zusammengefasst: Regulieren, subventionieren und ideologisieren auf „Teufel komm raus“.
Der grüne Lobbyismus des öko-industriellen Komplexes arbeitet – inzwischen auf allen Ebenen – viel effektiver als die Vertreter der Atomwirtschaft…
Lieber “uniquolol”,
was wäre denn die Alternative zu den genannten Punkten? Dem Markt, respektive den Unternehmen, die Initiative überlassen. Fein. Nicht falsch verstehen, ich bin durchaus Befürworter des Marktes. Wenn ich dann noch sage, dass ich FDP Mitglied bin, dann bin ich natürlich sofort gebrannt als Lobbyist der anderen Seite.
Aber wenn man mal den Gedanken zuende denkt. Innovations- und Änderungsdruck raus aus der Politik, rein in den Markt und in die Unternehmen. Was würde folgen? Nun, wenn man sich die Zielvereinbarungen der Konzernlenker anschaut, dann alles, was einen kurzfristigen Erfolg bringt, sprich den Shareholder Value kurzfristig erhöht. Was gemäß der Ziele ok ist. Aber ein Technologiewechsel, die Änderung des Bewußtsein, dass es nicht nur darum geht, mit irgendwelchen Instrumenten den Status Quo zu optimieren, sondern wirklich umfassend eine Veränderung zu bewirken, dauert. Und kostet kruzfristig, da Innovationskosten anfallen. Mittel- bis Langfristig kann dies aber durchaus einen positiven Effekt für das Unternehmen haben, denn der Wandel der Welt wird dies früher oder später fordern. Eher früher.
Nur darf man einen solchen Wandel, der eher vom Mittelstand kommen kann, da dieser langfrisitiger plant, nicht als Risiko, sondern als Chance auffassen. Ich habe ein Jahr in Indien gelebt. Dieses Land, bzw. die Bewohner holen in Quantensprüngen alles nach, was die westliche Welt voraus hat. An Mobilität. An Energieverbauch. An Umweltverschmutzung. Und wenn man jetzt sagt, der Durchschnittsinder lebt immer noch im Mittelalter, so sei gesagt, auch Wellblechhütten haben dort TV. Auch Arme haben Handys. Und bei 1,3mrd Menschen, reichen auch 10%, die Umwelt konsumieren. Aber eins steht fest. Die Menschen dort nutzen vorhandenes. Immer mehr fossile Ressourcen. In Jaitapur wird die größte Kernenergieanlage der Welt gebaut. In einer Erdbebenregion – mit indischem Bauverständnis. Aber niemand denkt über die Chancen von Alternativen nach. Wenn die Kollegen in den Südostasiatischen Ländern merken, dass ihr Aufschwung aufgrund der Ressourcenpreise auf ein gefährliches Niveau gedrosselt wird (und Indien braucht 7-10% Wachstum um den Lebensstandard entsprechend heben zu können), dann wird es zu spät sein, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Und dann können wir ihnen die Lösungen verkaufen.